Jüterborg: Flüchtlingshelfer sollen Straftaten verschweigen

Symbolfoto: Durch boyphare/Shutterstock
Symbolfoto: Durch boyphare/Shutterstock

In Jüterborg sollen Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe Straftaten ihrer „Schützlinge“ bewusst verschweigen und nicht zur Anzeige bringen. Das behauptet ein Flüchtlingshelfer, der jetzt die Konsequenzen zog und seinen Rücktritt verkündete.

In einer hitzigen Diskussion hatte Raban von Studnitz seinen Mitstreitern bei der Flüchtlingshilfe vorgeworfen, Straftaten von Flüchtlingen zu verheimlichen. Doch die finden das richtig und beschlossen darüber hinaus mehrheitlich, auch den Inhalt der Diskussion nicht zu veröffentlichen.

Er fände das falsch, so von Studnitz und kündigte seinen Rücktritt an. Hoffnung, dass sich etwas ändert habe er nicht, berichtet die Märkische Allgemeine.

Die ihm bekannten Kriminalitätsfälle reichen von Schwarzfahren in Bus und Bahn über das Fahren ohne Führerschein und Fahrzeugversicherung bis hin zu sexuellen Übergriffen.

Die Sprecherin der Flüchtlingshilfe, Mechthild Falk soll in der Diskussion zugegeben haben, von solchen Straftaten zu wissen.

Doch darauf würden die Flüchtlingshelfer mit dem erhobenen Zeigefinger reagieren statt „ihre Flüchtlinge“ in solchen Fällen anzuzeigen, meint von Studnitz.

SPD-Stadtverordnete: „Wir sind doch kein Polizeihilfsorgan“

Ihm persönlich seien mehrere Fälle aus den Reihen der Flüchtlingshilfe bekannt. So sollen deutsche Frauen von den ausländischen Männern begrapscht worden sein, es habe einen zwar einvernehmlichen aber verbotenen Fall von Geschlechtsverkehr zwischen einem 27-Jährigen Migranten und einer 14-Jährigen gegeben und auch bei Fällen häuslicher Gewalt hätten seine Kollegen nicht eingegriffen.

Die Stadtverordnete und Flüchtlingshelferin Gabriele Dehn (SPD) erklärte zu den Vorwürfen: „Wir sind doch kein Polizeihilfsorgan.“

Aus ihrer Sicht könne man solche Straftaten im Polizeibericht nachlesen. Sie sehe deshalb keinen Grund, die Taten auch noch über die Presse zu verbreiten.

Die Flüchtlingshelfer rechtfertigten ausserdem, dass es sich bei den angesprochenen Straftaten um Einzelfälle handeln würde. Zum Schutz der mehrheitlich friedlichen und rechtsbewussten Flüchtlinge wollte man die Stimmung in der Stadt nicht mit Negativmeldungen anheizen, so die Maz-online.

Laut Polizeistatistik gab es 2016 843 Straftaten in Jüterbog, darunter 31 Straftaten mit 20 ausländischen Tatverdächtigen.

2017 zählte die Polizei von 704 Straftaten in Jüterbog 27 mit 17 Tatverdächtigen ohne deutsche Staatsbürgerschaft.

Zu den häufigsten Delikten zählten Körperverletzung und Diebstahl.

2016 gab es einen sexuellen Übergriff eines ausländischen Tatverdächtigen. 2017 waren es sechs Taten, bei denen fünf Ausländer zu den Tatverdächtigen zählen. (MS)

 

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