SPD: Die Gesandten des Herrn

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Die Gesandten des Herrn sind arge Trampel (Foto: Pixabay)

Vor zehn Jahren aus der Partei ausgetreten: Wolfgang Clement. Die SPD wollte den vormaligen Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit wegen verschiedener kritischer Äußerungen zur damaligen SPD-Kandidatin für das Amt des hessischen Ministerpräsidenten, Andrea Ypsilanti, und seines öffentlichen Vorwurfs an die SPD, sie wolle Deutschland deindustrialisieren, aus der Partei werfen und strengte ein Parteiordnungsverfahren an.

von Max Erdinger

In dritter und letzter Instanz erteilte das oberste Parteischiedsgericht Wolfgang Clement am 24.11.2008 lediglich eine Rüge, schloß ihn aber nicht aus der Partei aus. Einen Tag später verkündete Clement seinen Austritt selbst. Er wolle zukünftig Sozialdemokrat ohne Parteibuch sein, so Clement damals sinngemäß. Während der Bundestagswahlkämpfe 2013 und 2017 warb er für die FDP.

In einem Gastbeitrag für die „Welt“ äußerte sich der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident nun zu sozial- und arbeitspolitischen Fragen, was hier aber nicht weiter von Interesse ist. Viel interessanter sind nämlich Clements Aussagen zur Sozialdemokratie als solcher. Wolfgang Clement wirft Schwerbedenkliches in die „Welt-Debatte“ – Zitat:

Sozialdemokraten sind nie zufrieden. Deshalb sind sie Sozialdemokraten. Und wenn sie zwischendurch doch einmal zufrieden sind, bekommen sie sofort ein schlechtes Gewissen, da es nichts geben kann, was nicht noch besser werden könnte. Verglichen mit dem angestrebten sozialdemokratischen Idealzustand ist das Hier und Jetzt immer nur zweite Wahl und daher mindestens kritik-, wenn nicht sogar verdammungswürdig.

Damit beschreibt er das ganze Übel überaus zutreffend in seinem Kern, ohne daß er selbst es als Übel identifiziert hätte. Ein Amerikaner würde Sozialdemokraten ohne Umschweife  als „a permanent pain in the arse“ bezeichnen, als Leute, die einem wegen ihres Dauergenörgels tagein, tagaus maximal auf den Senkel gehen. Clement jedoch scheint die sozialdemokratische Unzufriedenheit in der Gegenwart als löbliche Grundvoraussetzung jedweden Fortschritts zu begreifen.

Es scheint ihm nicht aufzufallen, wie seine Charakterisierung der Sozialdemokratie hergibt, daß die Frömmsten im Land es in Gestalt der SPD mit der ungeistigen Geißel allen Verstandes zu tun haben, bei der ganz egal bleibt, was sie morgen erreicht, weil sie auch übermorgen und jeden weiteren Tag der gesamten Zukunft nichts anderes tun wird, als mit ihrer je gegenwärtigen Unzufriedenheit gutwillige Leute zu nerven. Und daß so etwas genau gar kein Fortschritt ist.

In der SPD gilt laut Parteiprogramm: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muß die männliche überwinden.“ Das ist quasi schon mal die „Nervgarantie“ für 50 Prozent der Leute. Freilich würde niemand bei der SPD die Entnervten als „Leute“ bezeichnen, sondern immer als „die Menschen“. Bei den anderen 50 Prozent handelt es sich um Frauen. In der SPD gelten sie als bessere Menschen.

Die aktuellen Umfrageergebnisse für die SPD ergeben sich also, phantasievoll dargestellt, aus folgender Rechnung: Von 100 möglichen SPD-Wählern fallen schon einmal 50 weg, weil sie Männer – und somit zu clever für die deutsche Sozialdemokratie sind. Von den verbleibenden 50 Möglichen, allesamt Frauen, sind immerhin 35 gewieft genug, auf das peinliche Menschlichkeitsgelaber der Sozen nichts zu geben. Ergo: Von 100 wahlberechtigten Deutschen wählen 15 dumme Frauen die SPD. Das sind die einzigen, die abgedreht genug sind, im Getröte von Barley, Schwesig, Högl und Nahles irgendeine Sinnhaftigkeit zu erkennen. Von Merkel will ich nur deswegen nicht reden, weil deren eigene Sozialdemokraten CDU heißen.

Wolfgang Clement weiter: „Aber dafür hat der liebe Gott ja die Sozialdemokraten geschaffen, damit die mit ihrer ewigen Unzufriedenheit stetig nach Verbesserungen suchen.

Nicht erzählt hat Wolfgang Clement natürlich, wie der liebe Gott die Sozialdemokraten erschaffen hat – und daß sie eigentlich der mangelnden Produktionskapazität eines göttlichen Zulieferers geschuldet sind. Da kann meinereiner aushelfen.

Das war nämlich so: Als Gott die Leute erschuf, stellte er fest, daß er mehr Unzufriedenheit, als Hirn zu vergeben hatte. Hirn war nicht ausreichend geliefert worden, aber jede Menge Unzufriedenheit wartete auf ihre Verteilung in den Köpfen. Der Herr zuckte mit den Schultern und seufzte lakonisch: „Es gibt kein Hirn mehr. Der Rest von euch muß zu deutschen Sozialdemokraten werden. Dort fällt eure unzufriedene Geistlosigkeit am wenigsten auf.“ – So, und damit wissen wir das also auch noch.

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