Schweden: Spendensammler für den IS bleibt zwei Jahre lang von Facebook unbehelligt

Foto: Durch Yuriy Seleznev/Shutterstock
Bestens aufgehoben: Islam-Terroristen bei FAcebook in Schweden (Foto: Durch Yuriy Seleznev/Shutterstock)
Ein 35-jähriger Mann in Schweden warb über ein öffentlich einsehbares Facebook-Profil um Spenden für die Terrororganisation Islamischer Staat, meldet the local.se unter Berufung auf die Zeitung „Expressen“.
Seine Aufrufe blieben zwei Jahre lang online, ehe das soziale Netzwerk reagierte. Facebook entfernte die Spendenaufrufe erst nach einer Kontaktierung durch die schwedischen Polizeieinheit Säpo.
„Wir entfernen jeden Inhalt, der unseren Gemeinschaftsstandards widerspricht, sobald er uns mitgeteilt wird. Hin und wieder machen wir auch Fehler. Wenn das passiert, korrigieren wir sie, sobald sie uns zur Kenntnis gebracht werden“, erklärte der PR-Beauftragte von Facebook Nordic, Peter Münster, in einer schriftlichen Antwort an die Zeitung.
Dem Bericht zufolge hinterließ der Spendensammler im Jahr 2013 einen Aufruf, ihn zu kontaktieren, um „eure Brüder an der Front zu unterstützen“. Es handelt sich dabei um Ahmad Qadan aus der Stadt Arlöv, der letzten November zu sechs Monaten Haft verurteilt worden ist, nachdem er für schuldig befunden worden war, Facebook mißbräuchlich dazu verwendet zu haben, Spendengelder zum Kauf von Waffen für den IS und die Al Nusra-Front zu akquirieren.
Ein Berufungsgericht hatte zuvor ein Urteil kassiert, in dem Ahmad Qadan für schuldig befunden worden war, via Facebook zu Gewalt aufgerufen zu haben, die sich primär oder überproportional gegen Zivilisten richtet, mit der Absicht, Terror gegen die Allgemeinheit zu initiieren.
Die inkriminierten Posts waren auf einem öffentlich gehaltenen Facebook-Profil zu lesen und somit zwischen Mai 2013 und Juni 2015 zugänglich für jeden Besucher der Seite. Der leitende Polizeiermittler Hans Ihrman äußerte der Zeitung „Expressen“ gegenüber jedoch sein Verständnis dafür, daß Facebook nicht früher reagiert habe. „In einer idealen Welt“, so Ihrman, „würde man es als Verpflichtung betrachten, etwas zu melden, das für die Gesetzeshüter so ungewöhnlich ist.“ Er habe aber in gewisser Weise Verständnis für die Schwierigkeiten, die es damit gibt.
Das Facebook-Profil, über welches die Spendenaufrufe abgesetzt worden waren, lief eigentlich unter einem falschen Namen. Auf die Identität ihres Urhebers, Ahmad Qadan, sei man über Abgleiche der IP-Adressen und weitere Informationen gekommen, welche Facebook an die Polizei herausgegeben habe, berichtet „Expressen“. (ME)

 

 

 

 

 

 

 

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