Das neue Image der FDP

Foto: Collage
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Wofür steht die FDP Neumünster? Für Islamismus oder den Ku-Kux-Clan?

Welcher Kandidat verkörpert die FDP Neumünster besser: Islamistin Aygül Kilic oder Ku-Klux-Klan-Anhänger Adolf Hess? Finden Sie den Unterschied! Wer passt besser zur neuen FDP?

Foto: Vom Autoren vermittelt
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Was sagt die Psychologie? Wie Du kommst gegangen, so wirst Du auch empfangen“ Ein altbekannter Spruch, der an Aussagekraft bis heute nicht verloren hat – natürlich auch und insbesondere in Bezug auf Bekleidungskonzepte. Das ist natürlich, das ist menschlich, das ist ein wahrnehmungs- und kommunikationspsychologisches Grundsatzprinzip. Die Freien Demokraten in Neumünster sehen das anders. Sie finden es scheinbar asozial, dass Menschen auf andere Menschen und ihre Bekleidungskonzepte natürlich reagieren und dazu eine Meinung haben.

von Andreas Köhler

„Wie Du kommst gegangen, so wirst Du auch empfangen“ Ein altbekannter Spruch, der an Aussagekraft bis heute nicht verloren hat – natürlich auch und insbesondere in Bezug auf Bekleidungskonzepte. Das ist natürlich, das menschlich, das ist ein wahrnehmungs- und kommunikationspsychologisches Grundsatzprinzip, das unter anderem auf dem Effekt des Ersten Eindrucks – dem sogenannten Primäreffekt basiert.

Die Freien Demokraten in Neumünster sehen das anders. Sie finden es offensichtlich unmenschlich und asozial, dass Menschen auf andere Menschen und ihre Bekleidungskonzepte natürlich reagieren. Die FDP findet es unmenschlich und asozial, dass sich Menschen völlig automatisch eine eigene Meinung bilden und damit psychologisch völlig normal reagieren.

Insofern scheint die FDP in Neumünster Menschen ihre natürliche Wahrnehmung abzusprechen.
Die FDP wünscht sich offensichtlich gehirnlose Roboter, die so funktionieren, wie die FDP das wünscht. Wahlzettel nehmen, FDP ankreuzen, abgeben und – wie bei den anderen – nach Strich und Faden „verarschen“ lassen. Ein Kollege: „Also ich kann so etwas nicht mehr wählen. Das spricht mich nicht mehr an. Ich bin weder Islamist noch Islam-Prediger oder Ku-Klux-Klan-Anhänger oder sonst was und finde das, was die FDP jetzt macht, eher selbstzerstörerisch. Es sei denn, ihr neues Ziel ist es, zu einer Religionspartei – konkret zu einer Islam-Partei – zu werden. Das scheint leider so“

Leider scheinen derartige natürliche menschliche Wahrnehmungen und Reaktionen die FDP nicht zu interessieren. Demokratie ist bei der FDP offensichtlich genauso „out“ wie bei den anderen. Die Fraktion schreibt auf ihrer Webseite, dass sie sich in den sozialen Netzwerken gerade starker Kritik und sogenannter „Hasskommentare“ ausgesetzt sieht. Ok, das wäre nicht unüblich – aber jetzt kommt es: Natürlich käme so etwas nicht von normalen Menschen und nicht von FDP-Wählern, sondern „offensichtlich aus der rechten Szene“. Denn nur „Rechtsradikale“ äußern ihre Meinung.

Der Grund sei nicht inhaltlicher Natur; er basiere einzig und allein auf dem Bekleidungskonzept der Kandidaten bzw. der „Parteifreundin Aygül Kilic“. Die Kritik sei „an Geschmacklosigkeit kaum noch zu unterbieten“, kommentierte der Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten, Reinhard Ruge,  offensichtlich ein Mode-Kenner, der den Wählern der FDP den „richtigen“ bzw. einen „politisch korrekten“ Modestil bzw. Mode-„Geschmack“ nach dem Prinzip „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen nahelegen möchte: Hauptsache Abnicken und „Ja„-Sagen, selbst wenn offensichtlich ist, dass jemand nackt ist – oder eben islamistisch vermummt. Wo ist da noch ein Unterschied? Doch es gibt einen: Das eine stünde eher für „Freiheit“, das andere für das Gegenteil.

Die FDP hat einen neuen Modegeschmack – und dem müssen alle folgen oder ihn zumindest akzeptieren. Punkt. Fertig. Aus. Wer einen anderen Geschmack hat, ist laut FDP „geschmacklos“. Welch´ Arroganz! Welch´ Hochmut!  Hinzu kommt: Nach den Vorstellungen der FDP ist im neuen Deutschland scheinbar alles möglich und vielleicht sogar erwünscht. Finden wir demnächst Totenkopf-Stahlhelm-behelmte Rocker in Komplettleder-Outfit oder nackte Exhibitionisten auf Wahlkampfplakaten? Oder NS-Anhänger mit Hitler-Bärtchen und Hakenkreuz-Armbinde?

Die FDP meint „Ja“. Sie erklärt:
„ dass liberal und fortschrittlich gerade der ist, der Personen anderer Kulturen, Religionen und Nationalitäten eben NICHT vorschreibt oder empfiehlt wie sie sich zu kleiden haben. Der jedem Bürger frei stellt und sich aktiv dafür einsetzt, dass diese Freiheit gegen jegliche Art von Rassismus und Diskriminierung bestehen bleibt.“

Damit wäre alles gesagt und obige Frage beantwortet. Deutschlands Nummer 1 auf dem Markt der wahrnehmungs- und kommunikationspsychologischen Imageberatung geht gewiss davon aus, dass eine Partei wie die FDP zumindest die Grundlagen des ABC in Sachen „Image“ und Kandidaten-Aufstellung kennen sollte. Die basieren auf den allgemeinen Grundsatzprinzipien der Psychologie. Dazu ein klein wenig Nachhilfe: Laut Web-Info von „ib -die image berater-“ versteht man unter „Image“ die

„bedeutungsgeladene Ganzheit der Wahrnehmungen, Vorstellungen, Ideen und Gefühle, die Menschen von anderen Menschen oder Institutionen – z.B. einer Partei – besitzen. Image ist zugleich das subjektiv gewertete Bild der Wirklichkeit. Es zeigt wie eine Person, eine Personengruppe, eine Institution, ein Unternehmen, ein Produkt, eine Stadt  oder eine Partei von anderen gesehen, beurteilt und gedeutet wird bzw. von anderen gesehen, beurteilt und gedeutet werden soll. Auf dieser Deutung und Beurteilung – allein auf der reinen Vorstellung – basieren alle Handlungen, Entscheidungen und Wertschätzungen sowie der jeweilige Status bzw. das gesellschaftliche Ansehen, ebenso jede Kauf- und Wahlentscheidung.“

Das Image einer Partei und ihrer konkreten Kandidaten beeinflussen das Wahlverhalten und zeigen auf, wofür die Partei steht, wofür sie eintritt – und wofür nicht. So kann eine Partei z.B. für „Freiheit“ stehen – was irgendwie logisch nachvollziehbar wäre – oder alternativ für „Unterdrückung“ – was wohl weniger werbewirksam wäre und in Bezug auf eine „demokratische“ Partei wohl weniger gut einer – zumindest offiziell vorherrschenden – „Demokratie“ passen würde.

Eine Partei kann sich in logischer Hinsicht „für die Bürger im Land“ oder – was heute tatsächlich in Deutschland nicht mehr unüblich ist – sich  „für Bürger fremder Nationen, Kulturen und Religionen“ engagieren und damit dokumentieren, dass sie die langweiligen eigenen Bürger im Land eben nicht mehr so gern bedient – wie andere Parteien eben auch. Das ist im heutigen Merkel-Deutschland nichts Neues. Da machen Parteien – auch unabhängig von ihren Wählern – einfach schlichtweg „ihr Ding“ – und das ohne Rücksicht auf Verluste bzw. Schäden für das Land und seine Bürger.

So kann sich eine Partei – wie die frühere CDU – z.B. für das Christentum oder – wie die heutige Merkel-CDU – für eine fremdländische Religion wie z.B. den Islam bevorzugt einsetzen. Sie kann – wie die früheren Grünen – entweder für „Friedfertigkeit“ stehen oder – wie die heutigen Grünen für angebliche „Bereicherungen“ durch „Gewalt“, „Messerstechereien“ und „Terror“. Dies natürlich auch bei Irrsinn, Wahnsinn oder kriminellen Neigungen, je nachdem, wofür eine solche Partei eben steht: Für die Rettung langsam kriechender Sumpfdotterschnecken in Äthiopien oder für „stinknormale“ Otto-Normalverbraucher-Familien in Deutschland. Wie langweilig! Welch´ Ekel kommt da hoch! Ebenso beim Anblick der deutschen Fahne – Merkel hat es vorgemacht.

Man kann sich z.B. dafür einsetzen, dass es allen Bürgern im Lande gut geht, was irgendwie logisch und gesund wäre; man kann sich aber auch darum kümmern, dass es allen anderen gut geht oder seine wohlwollende Aufmerksamkeit einem bestimmten politisch bevorzugten Klientel widmen, für das man sich vorrangig oder ausschließlich engagiert. Dies alles wird allein über das Image kommuniziert und mit Hilfe unserer Vorstellungskraft (übersetzt: Phantasie) ausgewertet und auch kommunikativ entschlüsselt, wobei Folgendes zu beachten ist: Die „verbale“ Kommunikation – folglich die Argumente – zählen in kommunikationspsychologischer bzw. rhetorischer Hinsicht – wie man weiß – nur zu etwa 7 %, während nonverbale Ausdrucks-Aspekte etwa 55 % ausmachen!

Hinzu kommt die enorme Wirkung von Bildern, die jeder kennt. Z.B. aus den Medien, die uns in Bezug auf sogenannte „Flüchtlinge“ stets und allgegenwärtig freundliche Familien mit netten Frauen und üßen Kindern in Not zeigten und eben nicht – wie in der Realität – junge teils übertrieben aggressive Männer – darunter Schläger, Messerstecher, Vergewaltiger, Terroristen, Mörder. Nein, ganz bewusst zeigte das Staatsfernsehen und ihre Getreuen den Bürgern Bilder von Menschen auf der Flucht vor Krieg in Syrien, nicht aber die Realität und Wahrheit hinter all diesem phantastischen Trugbildern, die auf den fanatischen Hirngespinsten einiger weniger Toxoplasma gondii infizierter, „Gott“ spielender Irrer basieren, welche die Welt verändern und einen neuen Menschen-Typ erschaffen wollen, notfalls mit Gewalt. Der Bürger sollte denken, er würde helfen, er täte etwas Gutes. Die böse Fratze der arroganten Politik dahinter sah er nicht. Doch sie offenbart sich täglich mehr und mehr. Dies zum Thema „Bilder“. Aber zurück zum neuen Image und Parteimarketing der FDP:

Beim sogenannten „Image-Engineering“ geht es um eine gezielte psychologische Vorbereitung des Marketings oder Selbstmarketings. Im damit verbundenen Marken-Branding oder Personal branding geht es darum, sich von anderen abheben und über das eigene Image klare Botschaften zu platzieren, was wiederum für den Erfolg einer Marke bzw. des Marketings oder Selbstmarketings herausragend wichtig ist. Schließlich geht es darum, aus der Masse der unzähligen Reize und Sinneseindrücke herauszustechen, sich deutlich von anderen bzw. von Wettbewerbern abzuheben, die gewünschte Wirkung beim Gegenüber zu erzielen und nachhaltig im Kopf haften zu bleiben.

Auch gilt es, das psychogische Gesetz der Anziehung zu berücksichtigen – in Bezug auf Verhalten und Aussehen, auf Kleidung und Ästhetik. Das “Gesetz der Anziehung“ besagt, dass man genau das anzieht und bekommt, was man selbst denkt oder verkörpert. In Bezug auf Verhalten kennen wir dazu alle den Spruch „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück“ und in Bezug auf unser Aussehen durch Styling und Outfit kennen wie alle die Weisheit: „Wie Du kommst gegangen, so wirst Du auch empfangen“ Ein ebenso altbekannter Spruch, der an Aussagekraft bis heute nicht verloren hat – auch in Bezug auf Bekleidungskonzepte.

Bereits Carl Zuckmayer (1896 – 1977) beschrieb in seinem „Der Hauptmann von Köpenick“ sehr unmissverständlich – aber auch kritisch – die Macht der Kleidung, stellvertretend für Beruf, Status und Ansehen in der Gesellschaft. Was Zuckmayer am Beispiel der Uniform zeigte, gilt heute immer noch. Dies zeigen zeitgemäße Analysen und Befragungen bzw. Umfragen z.B. der Firma ib der besagten Agentur für angewandte Wahrnehmungs- und Kommunikationpsychologie: Kleidung steht für Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Ansehen, erzeugt Sympathie und Anerkennung – oder eben das Gegenteil. Im ib-Lexikon finden wir auf der Seite „Hintergrundwissen Image & Outfit-/ Bekleidungskonzepte“ entsprechende Infos: Ib schreibt:

„Aussehen ist auch Kommunikation: Nicht nur innere Werte zählen: Wenn es um die Einschätzung, Meinung und Beurteilung von Menschen geht, spielt das Aussehen, insbesondere Kleidung nach wie vor eine bedeutende Rolle. Aussehen ist psychologisch relevant. Ob wir es nun wollen oder nicht: Menschen werden immer zuerst nach ihrer rein optischen Wirkung eingeschätzt und entsprechend ihres Aussehens stigmatisiert. Schuld sind etablierte sozialisierte Denkmuster, implizite Persönlichkeitstheorien und die starke Wirkung optischer Eindrücke (Reize) auf unsere Denkprozesse. Unsere Persönlichkeit wie auch die Sympathie- und Kompetenz-Wirkung wird auch an optischen Eindrücken gemessen. Aus der Psychologie wissen wir, dass sich bereits ein erster Eindruck, der zumeist auf Äußerlichkeiten basiert, zu einem bleibenden Eindruck festigt. Bereits eine Brille oder ein bestimmtes Paar Schuhe machen einen Menschen in den Augen anderer zu einer bestimmten „Persönlichkeit“ und lassen ihn ggf. völlig anders erscheinen. Kurzum: Aussehen führt zu Einschätzungen (z.B. kompetent, sympathisch, überkandidelt, arrogant…) und entsprechenden Entscheidungen (z.B. qualifiziert, kompetent, überqualifiziert, inkompetent etc.). Sich zu kleiden und zu schmücken ist auch „Verhalten“. Ob sie es wollen oder nicht, ob sie es nun bewusst tun oder unbewusst:  Menschen legen durch Kleidung und Accessoires fest, welche Rolle sie spielen, wo und wie sie einzustufen sind und wie sie bei anderen ankommen. Oft geht es nicht nur darum „gut“, sondern vielmehr „adäquat“ auf andere zu wirken und einfach besser zu anderen Menschen zu passen: Entweder zu gefallen oder zumindest nicht anzuecken. Bekleidungskonzepte sind daher ein Teilaspekt von Kundenorientierung.“

Und jetzt kommt es:

„Wie sehr sich ein Mensch, ein Unternehmen oder eine Partei (auch über passende Kleidung) bemüht, auf andere Menschen bzw. Kunden oder Wähler einen guten und passenden Eindruck zu machen, spiegelt die Wertschätzung anderer (z.B. des Partners, des Kunden, des Wählers) und steht repräsentativ für die Qualität z. B. die Qualität eines Unternehmens oder einer Partei bzw. für die Sozialkompetenz jeder einzelnen Person, die sich eben über ihre Wirkung auf andere sowie über die mögliche Meinung anderer Gedanken macht – oder eben nicht. Insofern ist Kleidung ein Ausdruck von Sozialkompetenz. In gewisser Hinsicht stellt Kleidung ein Spiegelbild der Seele und der eigenen Persönlichkeit dar. Kleidung setzt eindeutige Signale, die andere bewusst oder unbewusst deuten. Ob deren Deutung nun zutreffend ist oder nicht, spielt dabei erst einmal keine Rolle. Je nachdem wie Menschen sich kleiden, erhalten sie Bestätigung und Anerkennung, verschaffen sich Respekt oder Vertrauen – oder eben nicht“

Genug der Nachhilfe, schließlich wollen wir hier der FDP nicht helfen, Wähler zu gewinnen oder gar den Wahlkampf. Also zurück zur FDP und ihrem neuen Image: Nach umfangreichen Überlegungen in Bezug auf das eigene optimale Image und die damit verbundene Botschaft an die gewünschten Wähler sowie die unmissverständliche Darstellung, wofür die Partei steht, hat man sich bei der FDP in Neumünster nun für einen entsprechenden mustergültigen Ideal-Kandidaten – konkret eine Ideal-Kandidatin – entschieden, die mit ihrem Image in ästhetischer und psychologischer Hinsicht exakt das verkörpert, wofür die Partei eintritt (siehe Foto).

Viele potentielle Wähler waren jedoch sichtlich irritiert als sie das verkörperte neue Image der FDP zum ersten Mal sahen. Sie fragten sich: Wandelt sich die FDP neuerdings – weg vom eher modernen Freiheits-Image – nun zur streng religiösen Islam-Partei, die für dominante Religiosität, für Frauen-Unterdrückung und für mittelalterlich anmutende Doktrin steht?

Egal wie die FDP das erklären mag – z.B. dass sie für Religionsfreiheit oder so etwas steht – mit Logik hat das offensichtlich wenig zu tun, vielmehr mit Unlogik. Oder vielleicht  mit Masochismus oder mit Naivität oder vielleicht auch Dummheit. Die Abgründe der Menschheit sind tief und vielfältig. Wer weiß? Vielleicht hätte die FDP jemanden fragen sollen, der sich mit so etwas auskennt z.B. den potentiellen Wähler? Der stellt jedoch für viele moderne Parteien heute ein eher lästiges Hindernis dar. Hat auch die FDP das zu dieser Problematik passende Buch von Edgar K. Geffroy missverstanden bzw. wie heute nicht unüblich – nur die Überschrift bzw. den Titel gelesen? Der lautet: „Das Einzige, was stört, ist der Kunde“

Klar ist, dass die Kunden bzw. die Wähler bzw. die Wahrnehmenden reagieren. Wie auch anders? Sie sind ja nicht blind. Die Reaktion: Eine Lachnummer – Zumindest symbolisch wird ein weiterer Kandidat aufgestellt – zumindest von Silvie Huber gepostet – und wir haben uns richtig gefreut über so viel Abwechslung, die letztendlich aber doch immer aufs Gleiche hinausläuft: „Adolf Hess“, ebenso religiös und vermummt wie Kandidatin Kilic. Offensichtlich ist auch Hess Anhänger einer radikalen Religion bzw. Ideologie, die das neue FDP Konzept ebenso vortrefflich verkörpert.

Während Kilic auf den nicht-muslimischen Otto-Normalverbraucher wie eine streng religiöse Anwerberin für IS-Kämpfer und den Dschihad wirkt, ist Hess offensichtlich Anhänger des Ku-Klux-Klans. Er ist ebenso vermummt wie Aygül Kilic, was ebenso mittelalterlich wirkt und ein wenig nach Scheiterhaufen oder Galgen riecht, nicht aber nach Steinigung, was vielleicht ein wenig schade ist, denn man spricht ja in Bezug auf Steinigungen, Messer-Stechereien und andere Relikte der Geschichte in Deutschland mittlerweile von „Bereicherung“, die „wertvoller als Gold“ sei. Eine „Bereicherung“, die zugleich eine „nachhaltige Veränderung“ ergebe, auf die man sich „freue“. Doch dieses „Bereicherungs“-Image bleibt leider den tief-religiös verschleierten Moslems vorbehalten. Da geht der von Silvie Huber gepostete Ku-Klux-Klan-Kandidat der FDP leider leer aus.

Trotzdem sollte man abwägen, wer geeigneter ist. Das führt zur Verwirrung. Wer ist denn jetzt eigentlich der echte Kandidat der FDP? Die FDP Neumünster reagiert prompt auf Adolf Hess und die Verwunderung über das IS Outfit von Kilic: Nur weil die Kandidaten der FDP Neumünster öffentlich vermummt sind und ihre Religiosität demonstrativ öffentlich zur Schau stellen, sogar im Wahlkampf, heißt das für die FDP noch lange nicht, dass sie nicht voll hinter ihrem jeweiligen Ideal-Kandidaten steht, der das gewünschte neue „Image“ der FDP, samt neuer Ideologie verkörpert.

Die ehemals „freiheitliche“ FDP im schleswig-holsteinischen Neumünster erklärt, dass sie in Bezug auf die neue parteipolitischen Gesinnung – wie ein Fels in der Brandung neben ihren – verhüllten Traum-Kandidaten steht. Weil die FDP es offensichtlich unterließ, vorher ihre Wähler nach deren Meinung zu befragen, wundert sie sich jetzt, dass nicht wenige Menschen aufgrund des demonstrativ zur Schau gestellten Kleidungsstils, der weder Deutschland noch Europa verkörpert, etwas irritiert sind und über einen derart extrem zur Schau gestellten Widerspruch sogar lachen. Das würde man auch gewiss machen, wenn eine konservative Partei einen Hippie im Hippie-Look aufstellen würde.

Die Menschen – zumindest jene, die Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ gelesen haben, meinen bezüglich der früher so genannten „Freie Demokraten“:  Also „frei“ sei da eigentlich etwas anderes. Sie meinen: Ein Exhibitionist oder FKK-Anhänger wäre da sicher noch ein Fünkchen passender gewesen. Vielleicht das nächste Mal. Der FDP ist offensichtlich so ziemlich alles zuzutrauen, um an die Stimmen schräger Wähler zu gelangen, denen Deutschland in ihrer Dekadenz mittlerweile viel zu langweilig geworden ist.

Alternativ will die FDP speziell fundamentalistische Muslime ansprechen. Weil „zurück ins finstere Mittelalter“, „Vielweiberei“ und „Terror“ heute irgendwie „schick“ sind? Ist es das? Das mit der „Vielweiberei“ könnte man ja noch ausdiskutieren – aber „Terror“? Doch, es gibt Leute, die sehen darin tatsächlich eine „Bereicherung“ für ihr persönliches Leben. Das betrifft zumindest die Dekadenten, die Naiven oder die Unbekümmerten, die Abends noch die Tagesschau, das Heute-Journal oder die Tagesthemen sehen – so wie früher als das noch einigermaßen seriös war. Sucht auch die FDP nach potentiellen Wählern, die ein bisschen Radikalität, Religion, Unsicherheit und Terror-Action schnöden Kegel-Abenden bevorzugen? Nach Wähler, die den Kick bzw. Thrill suchen und zudem Orient-Fans sind?

Absurdistan lässt grüßen. Aber dieser Adolf Hess vom Ku-Klux-Klan war wenigstens mal eine innovative Idee!

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