Kauder fordert Meldepflicht für antisemitische Vorfälle an Schulen

üdischer Grundschüler - Symbolfoto (c) Pixabay
jüdischer Grundschüler - Symbolfoto (c) Pixabay

Berlin – Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) fordert eine Meldepflicht für antisemitische Vorfälle an Schulen. „Es gibt offenbar keinen genauen Überblick über den Antisemitismus an den Schulen“, sagte Kauder der „Welt am Sonntag“. „In jedem Bundesland sollten die Schulen verpflichtet werden, solche Vorfälle konsequent der Schulverwaltung zu melden.“

Es sei wichtig, belastbare Angaben über das Ausmaß des Antisemitismus und dessen Ursachen zu bekommen, damit die Kultusminister der Länder auch schulübergreifende Maßnahmen in Betracht ziehen könnten, so Kauder. „In den Schulen muss jeder Einzelfall konsequent geahndet werden. Gerade bei diesem Thema muss es heißen: Null Toleranz.“

Kauder warnte zugleich davor, das Thema Intoleranz auf die Bekämpfung von Antisemitismus zu reduzieren: „Mich haben die Aussagen des Vaters des jüdischen Mädchens in Berlin, deren Fall die Diskussion ausgelöst hat, sehr nachdenklich gemacht. Er sprach davon, dass einige Jungs aus muslimischen Elternhäusern auch anderen Mitschülern übel mitspielten, egal ob sie Juden, Christen oder selbst Muslime sind, wenn diese zum Beispiel in die falsche Moschee gingen.“

An.d.R.: Und dann? Was passiert, wenn ein antisemitischer Vorfall gemeldet wird? Gibt es Konsequenzen, oder läuft nach einer freundlichen Abmahnung alles weiter, wie bisher?

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