In London gibt es jetzt mehr Morde als in New York

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Fast Täglich ein Mord auf offener Straße (screenshot MailOnline)

Londons Mordrate ist das erste Mal höher als die New Yorks. In der vergangenen Osternacht wurde ein vermutlich 20-jähriger Mann im Bezirk Wandsworth erstochen. Er hatte kurz nach 1 Uhr eine Bar im Südwesten Londons verlassen. Nur sieben Minuten später wurde er ein Stück entfernt mit einer Stichwunde aufgefunden.

Polizisten und Notärzte konnten gegen 2 Uhr trotz aller Bemühungen nur noch seinen Tod verkünden. Er ist das zwölfte Mordopfer in nur 19 Tagen. Ein 21 Jahre alter Verdächtiger sei verhaftet worden, berichtet The Express.

Der Februar 2018 wird mit 15 Mordopfern als erster Monat mit einer höheren Mordrate als New York in die Geschichtsbücher eingehen. Von den 15 Getöteten waren neun im Alter von 30 Jahren oder jünger.

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Ermordete im Februar (screenshot The Express)

Im März gab es insgesamt bereits 22 Morde, die die New Yorker Zahlen wohl noch übertreffen werden. In den letzten drei Jahren ist die Mordrate um 40 Prozent gestiegen, in dieser Zahl sind die islamischen Terroropfer nicht mit eingerechnet (jouwatch berichtete).

„Was an London gruselig ist, ist die Zufälligkeit des Verbrechens. Als junger Mensch in London haben Sie keine Ahnung, ob und wann Sie Opfer eines Gewaltverbrechens werden können – deshalb haben alle das Bedürfnis, Waffen zu tragen“, meint Jacob Whittingham, Leiter des Projekts Fight for Peace.

Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 80 tödliche Messerstechereien in der britischen Hauptstadt – die höchste Zahl seit fast einem Jahrzehnt. Sechsundvierzig Menschen im Alter von 25 Jahren oder darunter wurden in London erstochen, 21 Mal mehr als im Vorjahr.

Sean Yates, Leiter des Abteilung für Messerverbrechens von Scotland Yard, sieht die Schuld auch bei den sozialen Medien, die bei den eskalierenden Gewaltausbrüchen zwischen Jugendlichen eine Rolle spielen würden.

Er sagte auch, dass die Gerichte es versäumten, diejenigen zu verhaften, die zweimal mit einem Messer erwischt wurden, was die Mitarbeiter bei den Strafverfolgungsbehörden  zunehmend frustrierte.

„Die Häufigkeit, mit der einige unserer jungen Leute bereit sind, sich gegenseitig das Leben zu nehmen, ist schockierend. London muss zusammenkommen, um deutlich zu machen, dass es so nicht weitergehen kann. Das Problem wird sich nicht von selbst erledigen“, meint auch die Kommissarin Cressida Dick. (MS)

 

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