„The Beatles“ als IS-Mörder

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Zwei der IS-"Beatles wurden jetzt in Syrien verhaftet (screenshot YouTube)

In Syrien sind die letzten beiden von vier IS-Kämpfer, die unter dem Spitznamen „The Beatles“ bekannt sind, verhaftet worden. Sie wurden auf ihrer Reise Richtung Türkei festgenommen. Das prominenteste Opfer der Hinrichtungsgruppe „The Beatles“, zu denen auch der mittlerweile getötete „Jihadi John“ gehörte, war der US-Journalist James Foley, dem sie 2014 vor laufender Kamera der Kopf abschnitten.

von Marilla Slominski

Die vierköpfige IS-Gruppe „The Beatles“ aus London, so genannt wegen ihres britischen Akzents, soll mehr als 27 Menschen aus dem Westen gefangen genommen, gefoltert und enthauptet haben. „George“ El Shafee Elsheikh (29) und „Ringo“ Alexanda Amon Kotey (34) waren im Januar von den syrisch-demokratischen Streitkräften festgenommen worden, die von den USA unterstützt werden. Jetzt gaben sie der Nachrichtenagentur AP ein Interview, in dem sie die offiziell nicht bestätigte Entscheidung, ihnen die britische Staatsbürgerschaft abzuerkennen, „kühn“ nannten. Sie bemängelten, ohne diese würde sie „Folter“ erwarten und niemand würde sich mehr für sie zuständig fühlen.

„An wen soll meine Mutter sich wenden, wenn ich eines Tages einfach verschwinde“, jammerte der 29-jährige Elsheikh.

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Zwei der IS-„Beatles wurden jetzt in Syrien verhaftet (screenshot YouTube)

20 Menschen, unter ihnen Briten, Amerikaner, Japaner und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen waren 2014 und 2015 in die Hände der „Beatles“ geraten, gefoltert und ermordet worden. Eines der bekanntesten Opfer ist der amerikanische Journalist James Foley. Das Video des in orangener Kleidung knienden Foley und seine anschließende Enthauptung löste weltweit Empörung aus.

„Ich wünschte, ich könnte auf Freiheit hoffen und darauf, meine Familie wiederzusehen. Doch dieses Schiff ist abgesegelt. Alles in allem, wünschte ich, ich wäre kein Amerikaner“, sollen die letzten Worte des 40-jährigen Foley gewesen sein, berichtet MailOnline.

Auf die Frage nach der Ermordung des Journalisten und anderer Opfer antwortete Kotey, viele IS-Kämpfer hätten „den Tötungen nicht zugestimmt“, weil sie sich von lebenden Gefangenen mehr Vorteile versprochen hätten.

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Der US-Journalist James Foley kurz vor seiner Ermordung am 19.August 2014 (screenshot YouTube)

Weitere „prominente Opfer waren“ der 31-jährige US-Journalist Steven Sotloff, der zweifache Vater Alan Henning (47) aus Manchester, der für eine Hilfsorganisation arbeitete, der aus Schottland stammende David Haines (44), ebenfalls Vater zweier Kinder und der aus den USA stammende 26-jährige Peter Edward Kassig.

“Aus meiner Sicht, hatte sein Tod keinen Vorteil für uns, er war bedauerlich“, so „Ringo“ Kotey und beschuldigte die westlichen Regierungen, schuld an dem Tod der Geiseln zu sein. Sie wären nicht genug auf die Lösegeld-Forderungen eingegangen.

Elsheikh reiste 2012 nach Syrien, wo er sich zunächst der Abteilung von Al-Qaida anschloss, bevor er zum IS wechselte, und sich laut State Departement als Gefangenenwärter einen Ruf als „Spezialist“ für Waterboarding, Scheinhinrichtungen und Kreuzigungen erwarb. Kotey diente als Wächter für die Exekutionszelle und war „wahrscheinlich beteiligt an den Exekutionen und außergewöhnlich grausamen Foltermethoden, einschließlich Elektro-Schocks und Waterboarding“, so die US-Behörde.

Elsheikh, der als Kind mit seiner Familie aus dem Sudan nach Großbritannien einwanderte,  arbeitete als in West-London, bevor er sich dem IS anschloß. Kotey, der ghanaische und griechisch-zypriotische Abstammung ist und in seinen 20ern zum Islam konvertierte, stammt aus dem Londoner Stadtteil Paddington. Beide werden seit ihrer Festnahme von US-Beamten verhört.

Im Interview verurteilten die beiden Männer die Anschuldigungen gegen sie und nannten sie einen Vorwand, um sie mit Drohnenangriffen in Syrien zu töten.
„Kein fairer Prozess, wenn ich in den Medien der „Beatle“ bin. Kein fairer Prozess «, beschwert sich Elsheikh.
Die Entscheidung der britischen Regierung im Februar, ihnen die Staatsbürgerschaft zu entziehen, sei „illegal“.
Der Widerruf der Staatsbürgerschaft setzt sie der „Überstellung und Folter“ aus, so Elsheikh. „Wir können in jedes fremde Land gebracht werden und niemand wird mehr für uns verantwortlich sein. Wenn du diese zwei Jungs hast, die nicht einmal eine Staatsbürgerschaft haben … wenn wir eines Tages einfach verschwinden, wo wird meine Mutter hingehen und fragen können, wo ihr Sohn ist“, klagt er.

Die Festnahme der beiden Männer hat eine Debatte darüber ausgelöst, wo und wie man sie verurteilen kann. Die USA drängen darauf, dass die Heimatländer ausländischer Dschihadisten im Irak und in Syrien ihre Staatsangehörigen vor Gericht stellen. Großbritanniens Verteidigungsminister möchte sie hingegen nicht zurück ins Land lassen.

Der Anführer der IS-Gruppe Mohammed Emwazi, bekannt unter dem Spitznamen ‚Jihadi John‘ wurde bei einem US-Drohnenangriff in der IS-Hochburg Raqqa 2015 getötet. Der vierte im Bunde, Aine Lesley Davis, wurde im vergangenen Jahr in der Türkei zu nur sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

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