Realitätsverweigerung zu Ostern: Dem einen sein Marx ist dem Bedford sein Strom.

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Zwei Deutsche erringen Gold und Silber beim olympischen Schönerdenken (Foto: Collage)

Karfreitags-Predigt Marx: Christen müssen auf Muslime zugehen. Kardinal Reinhard Marx appelliert an die Christen in Deutschland, Muslime zu sich einzuladen. Er warnt vor einer neuen „Zeit der verbalen, politischen und militärischen Aufrüstung.“, – so weiß die Frankfurter Rundschau zu berichten.

Die Gegenberichtigung.

von Max Erdinger

So, dann tun wir einmal so, als würden wir dem hochverehrten Herrn Kardinal ein paar ganz einfache Fragen stellen, auf die er gar nicht zu antworten bräuchte, weil man zu den richtigen Antworten auch ganz leicht selber kommen könnte.

1. Sehr verehrter Herr Kardinal, was glauben Sie als Fachmann für Glaubensfragen, wie viele Mitglieder von „die Menschen“ Ihre rührende Predigt gehört haben und wie vielen von denen wiederum Ihre Worte derart zu Herzen gegangen sein könnten, daß sie nun „auf die Muslime zugehen“ werden? – Richtige Antwort: Maximal alle Christen, die meine Predigt gehört haben. Von den Moslems eher keiner.

2. Herr Kardinal, für wie klug halten Sie es, auf jemanden aus einer Gruppe, die Ihre Predigt nicht gehört hat und aus der heraus Ihre Ermordung angekündigt wurde, unbewaffnet zuzugehen? – Richtige Antwort: Für nicht besonders klug.

3. Wenn Sie nun, Herr Kardinal, die von Ihnen Bepredigten unbewaffnet hinüber zu den bewaffneten und feindseligen, obendrein von Ihnen Unbepredigten schicken, – was glauben Sie als ausgewiesener Glaubensexperte, was passieren wird? – Richtige Antwort: Au weia.

4. Haben Sie, verehrter Herr Kardinal, an einem x-beliebigen Karfreitag schon einmal über Ihren Bauchnabel nachgedacht? Wenn nicht – und wenn schon: Sind Sie schon einmal in Ihren Kardinalsgewändern ganz ohne Bodyguard in Birmingham lustwandelt, offenen Herzens gar auf die Einwohner zugegangen, frohgemut ein gottgefälliges Liedchen trällernd? – Richtige Antwort: Nein.

5. Warum nicht, Herr Kardinal? – Richtige Antwort: Weil das zu gefährlich für mich gewesen wäre und im ungünstigsten Fall dazu geführt hätte, daß ich meinen Schäfchen nicht mehr hätte predigen können, daß sie auf Muslime zugehen sollen.

6. Bei allem Respekt, Herr Kardinal und Hirte: Heißt das denn nicht, daß Sie Ihre Schäfchen sehenden Auges ins offene Messer schicken? – Richtige Antwort: Doch, das heißt es. Ein Kardinal ist aber gut beschützt. Nur bei der Sache mit dem sehenden Auge bin ich mir nicht so ganz sicher. Ich hab´s mehr so inwendig mit den Aussichten auf meine Ansichten. Wollen Sie mal sehen, wie ich meine Augäpfel verdrehen kann, so daß Sie nur noch das Weiße sehen können, während ich mich in mir drinnen nach Halsabschneidern umschaue?

So, das hätte man also den Kardinal Marx fragen können, so man davon ausgegangen wäre, daß die Fragerei einen Sinn hat.

Nun aber zum evangelischen Bruder im Marxschen Ungeiste. Heinrich Bedford-Strohm (EKD) schlägt ungefähr in dieselbe Kerbe wie Kardinal Marx. Aus einer Nachrichtenmeldung von dts:

Hannover  – Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ist irritiert von Christen, die die rechtspopulistische AfD wählen. „Es beunruhigt mich“, sagte Bedford-Strohm dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Ich halte nichts davon, sie abzuqualifizieren. Ich erwarte aber, dass nicht einfach Ängste verstärkt werden, sondern über Lösungen geredet wird“, so der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. „Das verlange ich im Übrigen auch von einer Partei wie der AfD – Konzepte, die sowohl unserem Grundgesetz und den dahinter stehenden christlichen Grundorientierungen entsprechen, als auch in der Lage sind, Probleme tatsächlich zu lösen“, betonte der Theologe gegenüber dem RND. (…)

Und was wir nicht gebrauchen können, sind Parteien, die nicht bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. An dieser Stelle kommt aber auch die Rolle des Staatsbürgers ins Spiel. Wir sollten uns alle fragen, ob wir die Politik aus dem Lehnstuhl kritisieren wollen oder ob wir uns nicht lieber selbst engagieren.

Wenn Bedford-Strohm nichts davon hält, Leute abzuqualifizieren, dann heißt das, daß er eine Wahlfreiheit unterstellt. Die Wahl: Leute abqualifizieren oder nicht. Implizit behauptet der Evangelische also, daß er der Ansicht ist, er könnte AfD-Politiker abqualifizieren. Das ist natürlich weit an der Realität vorbei. Das möchte ich sehen, wie Heinrich Bedford-Strohm Herrn Dr. Gottfried Curio abqualifiziert.

Und dann will er natürlich über Lösungen debattieren, die er für welche hält. Dabei hält er nichts weniger für eine Lösung, als die Kreation der Demokrateneier legenden Wollmilchsau. Die Lösungen der Anderen sind keine. Er will reden mit Leuten, die nicht reden, sondern herrschen wollen – und denen ganz egal ist, worüber Bedford-Strohm reden will. Weil sie Moslems sind und nicht so denken wie Heinrich der Evangelische. Diese bauchnabelschauerische Arroganz, dieser selbstzufriedene, dekadente „Christen“-Chauvinismus ist wirklich sagenhaft.

Bedford-Strohm muß ein Bild von Muslimen im Kopf haben, das ungefähr so aussieht: Dankbar richtet der Moslem den Blick nach oben in die gütigen Augen von Heinrich dem Christenmenschen, welcher ihm den Dialog angeboten hat, obwohl er noch nicht einmal ein Messer in der Tasche hat. Da fragt sich der Moslem typischerweise, was es eigentlich zu besprechen gibt. Sogar drei Tage vor Ostern redet der Moslem nicht über ungelegte Eier. Kein Messer, keine Verhandlungsposition. So schaut´s aus.

Und was mit Leuten passiert, die sich aus ihrem Lehnstuhl erheben mitsamt ihren Lösungsideen, kann man an den regierungsamtlich organisierten Gegendemonstrationen gegen die entlehnstuhlten Demonstranten sehen. Die werden mitunter von einer Staatlich Subventionierten Antifatruppe (SSA) ins Krankenhaus geprügelt. Aber Leute, die Parteien wählen, aus denen heraus „Merkels Saalordner zur Vermöblung des politischen Gegners“ finanziert werden, würde Bedford-Strohm noch nicht mal am Karfreitag „abqualifizieren“.

Bedford-Strohm kann seine Augäpfel wahrscheinlich ebenfalls so weit nach innen verdrehen, daß der Außenstehende nur noch das Weiße sieht.

 

 

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