Michael Klonovsky: Muslime, preußisch

Foto: Collage
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Dieser Beitrag erschien zuerst auf Acta Diurna

Unter der Zeile „Der Islam gehört zu Preußen“ (Preußen? Aber wo liegt es? Ich weiß das Land nicht zu finden…) erinnert der Tagesspiegel willkommenskulturell aufgeräumt an die immerhin liberale Einwanderungspraxis des 1947 von den Alliierten aufgelösten schlimmen Militärstaates.

Von Michael Klonovsky

Also strenggenommen geht es hier nur um die Einwanderung von Muslimen nach Preußen, und das waren überwiegend Soldaten, beginnend bei Friedrich Wilhelm I., der einige großgewachsene Moslems zur Komplettierung seiner „Langen Kerls“ geschenkt bekommen und für sie die erste Moschee in Preußen eröffnet hatte. Unter Friedrich dem Großen kämpften muslimische Abteilungen im Siebenjährigen Krieg (die Bosniaken hatte nicht nur eigene Gebetsräume in Potsdam, sondern sogar einen eigenen Heeres-Imam), und selbstverständlich wird Friedrichs berühmte Bemerkung zitiert: „Wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land peuplieren, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen.“

Preuße konnte man werden, und zwar ohne blutsmäßige Abstammung und ohne im Lande geboren zu sein. Seit dem Potsdamer Edikt des Großen Kurfürsten von 1685 über die Aufnahme der in Frankreich verfolgten Hugenotten stand Brandenburg-Preußen für Religionsfreiheit und ein großzügiges Asylrecht. Im 18. Jahrhundert entstand der Vers: „Niemand wird Preuße denn aus Not, und ist er’s geworden, dankt er Gott.“ Ab 1732 strömten 20 000 verfolgten Salzburger Protestanten nach Preußen. Damals erkundigte sich König Friedrich Wilhelm I. bei dem sie begleitenden Kommissar: „Sind liederliche Leute dabei? Solche, die sich besaufen oder der Völlerei ergeben?“ Der „Soldatenkönig“ erließ Edikte wie das vom Dezember 1720 über die „Vertreibung der in königlichen Landen eindringenden Armen, Bettler, Zigeuner und anderen unnützen Gesindels“. So sah Willkommenskultur in ihrer Embryonalform aus. Später wurden zahlreiche Polen Preußen und traten in den Staatsdienst. Preußens Offenheit für Zuwanderer war ideologiefrei, sie entsprang keiner Hypermoral, sondern dem Staatsinteresse an Arbeitskräften, überhaupt Bevölkerung.

Zurück zu den preußischen Muslimen. Die Geschichtsschreibung über sie ist äußerst lückenhaft. Zum Beispiel ist nichts bekannt darüber, dass sie Preußinnen ins Gebüsch zerrten und vergewaltigten, die Potsdamer Garnisionskirche mit Silvesterraketen beschossen, Christen wegen ihrer Religion verprügelten, Drogen verkauften, sich Massenschlägereien auf Berliner Straßen lieferten und junge Preußen Unter den Linden mit Messern attackierten. Wahrscheinlich weil sie in einem solchen Fall keine Stunde länger auf freiem Fuß und keine 24 Stunden im Land geblieben wären. Diese reaktionären Preußen waren einfach noch nicht so weit.

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