Die Passion – das ewige Lehrstück von Verrat, Niederlage und posthumen Triumph

Foto: Durch Thoom/Shutterstock
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Wenn der Hahn drei Mal kräht – Gedanken zum Karfreitag

Ein Mann, der vor kurzem noch unter großem Jubel in eine Stadt einzog, dessen deutliche Worte gegen Gewalt, Unrecht, Ausbeutung, Unterdrückung, doppelte Moral, Frömmelei und sogar Kinderschändung die Menschen begeisterte, ist plötzlich allein. Nur wenige sind noch bei ihm, aber auch deren Freundschaft und Treue gleicht einem Blatt im Wind. Plötzlich schlägt diesem Mann Haß und vor allem Undank entgegen. Das Gift der Intrige entzweit seinen Anhang. Feigheit und Verrat, in Verbindung mit Geldgier und Geltungssucht, schleicht sich gleich einem heimtückischen Geschwür in die Tafelrunde ein. Jener wortgewaltige Mann, der oftmals nur Gesten brauchte, um die Menschen zu beeindrucken und für seine Mission mit Mut und Feuereifer stritt, ohne dabei seine Menschlichkeit und sein Mitgefühl zu verlieren, steht hilflos der infamen Bosheit eines einzelnen, dem Wankelmut seiner Freunde und dem infernalischen Haß seiner Feinde gegenüber. In dieser Situation gibt es nur zwei Möglichkeiten: Fliehen oder Standhalten, das heißt im Endeffekt STERBEN.

Von Klaus Lelek

Die Passionsgeschichte, Höhepunkt im Leben Jesu, verbindet die Tragik griechischer antiker Dramen mit der Weisheit und Tiefe jüdischer Prophetie. Die jüdische Prophetentradition, in die Jesus, wie auch Johannes, als unbequemer Mahner und Reformer, wie kein anderer vor ihm hineinpaßt, verbindet sich in der Passionsgeschichte mit dem was Dramatiker wie Sophokles und Aischylos als „Katharsis“ in ihren Theaterstücken herausgearbeitet haben. Die Botschaft der Dramen lautet: Das Leiden hat einen höheren Sinn. Auch wenn am Ende der Tod steht. Das Leiden ist nur der Weg zu einer höheren Erkenntnisstufe. Es bewirkt eine Reinigung. Die griechischen Dramen setzen das fort, was im jüdischen Hiob-Buch unfertig und unbeantwortet bleibt. Der wohlhabende Hiob wird von Gott gequält, verzweifelt an ihm, klagt ihn an, um am Ende wieder gerettet zu werden. Er fungiert wie eine Marionette, die wie bei der griechischen Tragödie durch eine Art „Götterstreit“ (eine Wette zwischen Jawe und dem Teufel) in Gang gesetzt wird.

Ödipus und andere griechische Heroen lehnen sich dagegen bewußt gegen die Götter auf, entlarven sie als grausam und erheben sich als Märtyrer gegen ihre Willkür, werden als menschlich handelnde Protagonisten unsterblich. Der Mensch wird durch sein menschliches Handeln göttlich. Die Götter dagegen durch ihr unmenschliches Handeln zu Dämonen. Sie stehen moralisch gesehen als triebhafte, ichsüchtige, eifersüchtige und rachsüchtige Wesen weit unter den Menschen, die sie aus einer Laune heraus leiden lassen.

Auf dieser primitiven Stufe eines Rache-Gottes ist vor allem die Weltreligion stehen geblieben, die als letzte die Bühne betreten hat. Sie hat das wieder aufgegriffen, was griechische Philosophie, Spätjudentum und frühes Christentum längst als Barbarei verdammt hatten. Diese neue „Religion“ ist ein Rückfall in die Zeit von Menschenopfern, eine Renaissance des altsemitischen, protogriechischen Saturns und des phönizischen Moloch.

In der Passion (Leidensweg) Christi dagegen erleidet Gott die Leiden der Menschen, werden die Grenzen zwischen Gott und Mensch aufgehoben. Jesus Christus geht über Hiob und Ödipus hinaus. In der Passion des Gekreuzigten fließen zwei gewaltige Ströme zusammen. Griechische Kultur und Jüdische Religion verbinden sich um fortan als Christentum, vermischt mit anderen Einflüssen, um als breiter Strom abendländischer Kultur durch die Zeiträume zu fließen. Bald schon erreichte dieser Fluß auch die keltischen Gebiete, England, Irland… dort wird der Kelch Christi zum HEILIGEN GRAL, die Apostel zu Rittern der Tafelrunde des König Arthus.

Überall, wo Unrecht geschieht ist auch Passion – vor allem die Christenverfolgung in islamischen Ländern

Mit den Evangelien, und ihrer Passionsgeschichte wurde ein Gefäß geschaffen, das weit über die Kirchenturmspitze hinaus reicht. Das Bild vom leidenden Christus war zu allen Zeiten auch das Bild der leidenden Menschheit. Der Verräter Judas, der Verräter schlechthin. Das Blutgeld des Judas, wie oft wurde es bezahlt? Die Häscher, mit ihren höhnischen Gesichtern, die Söldner, die auf Befehl für Geld oder gar aus Lust am Morden alles ausführen, was man ihnen befahl. Gab es sie nicht auch in Dachau, Buchenwald und Auschwitz und erst recht beim sog. Islamischen Staat (IS)? Der nach Blut dürstende rasende menschliche Mob, gibt es ihn nicht auch heute eins zu eins in Ägypten, Nigeria und Pakistan?

Maas und Merkel agieren wie Pilatus

Der feige Richter Pilatus, der ein „Bauernopfer“ bringt und dann „seine Hände in Unschuld wäscht“, gleicht er nicht aufs Haar jenen, die unser Recht zu Gunsten eines radikalen Islam immer mehr aushöhlen, freie Meinungsäußerung drakonisch bestrafen und im gleichen Atemzug Bandenkriminalität als Kavaliersdelikt durchgehen lassen. Wer hält noch zu einem, wenn man im Betrieb auf der Abschußliste steht? Kennt nicht jeder von uns auch einen Petrus, der diskret wegschaut, einen nie gekannt haben will? Oder Leute, die sich von jenen distanzieren, die ohne je eine Belohnung haben zu wollen, seit vielen Jahren Islamkritik und Gegenöffentlichkeit betreiben aber das ernten, was andere an Unheil gesät haben.

Dass sich der iranischer Dichter Navid Kermani einst von der Darstellung des gekreuzigten Jesus angeekelt fühlte und im gleichen Atemzug die Gewalttiraden des Korans als „Schönheit“ lobt, macht ihn zu einem der höhnischen, würfelnden Häscher unter dem Kreuz, dem höhnischen Mörder am Kreuz zur rechten Jesu, zum sadistischen Söldner, der Jesus vor der Kreuzigung auspeitschte. Aus purer Lust an der Grausamkeit oder einfach, weil er meinte, einem Befehl der Obrigkeit in jedem Fall gehorchen zu müssen. In gleicher Weise, wie ja im Heimatland von Kermani auch heute noch Männer und Frauen halbtot geprügelt werden und sich anschließend Richter wie Pilatus nach der Aburteilung Unschuldiger z. B. von Konvertiten, die Hände in Unschuld waschen, haben sie sich doch bei ihrer Barbarei nur das „göttliche“ Gesetz der Scharia angewendet.

Das Leiden unschuldiger Menschen hat nie etwas „Ekelhaftes“. Ekelhaft sind nur die Täter. Auch die Schreibtischtäter. Nicht der Gekreuzigte ist ekelhaft, sondern die, die ihn auch heute noch – oder wieder – verhöhnen.

Fazit: In der Passion treten die Unterschiede zwischen Christentum und Islam am deutlichsten zu Tage. Jesus starb am Kreuz, Mohammed nagelte andere ans Kreuz. Jesus verzieh der Ehebrecherin, Mohammed gibt einer Frau noch Gelegenheit ihr Kind zur Welt zu bringen, dann lässt er sie steinigen (Khoury Koran Anhang S. 549). In der Passion leidet Gott durch Jesus stellvertretend die Qualen der Menschen. Im Islam erteilt ein blutrünstiger Allah-Gott durch seinen Propheten Mohammed den Befehl zum Rauben, Morden und Versklaven. Dieser Allah reiht sich damit ein in die blutrünstigen Götter vor ihm, Saturn, Moloch, Baal, bis hin zu Zeus und Mars, die eigentlich mit dem frühen Christentum und Spätjudentum ausgelöscht waren, endgültig aber durch die Lehre von Jesus Christus. Mohammed hauchte diesem blutigen Gottesbild noch mal Leben ein, indem er kräftig in die Asche blies. Sein größter, aber selten als solcher erkannter Triumph ist, dass unter dem Einfluss und den Angriffen des Islam das Christentum gleichfalls pervertierte. Aus der Friedensreligion der Liebe und Barmherzigkeit von Jesus Christus machten viele Christen eine Machtreligion der Scheiterhaufen, der Zwangsbekehrer und Sklavenjäger. Nicht umsonst wurden die Spanier – dort herrschte der Islam über 400 Jahre – zum Prototyp christlicher Eroberer. Mit der Lehre und Botschaft Jesu hatte eine solche Zwangsbekehrung der Ureinwohner nichts zu tun.

Ich wünsche allen treuen Lesern ein frohes Osterfest. Und allen Neoheiden, Wodanjüngern und Druiden möchte ich an dieser Stelle noch einen guten Rat mit auf den Weg geben: Im Christentum steckt genausoviel Heidentum, wie im Heidentum Christentum steckt. Das war bereits dem ersten christlichen und zugleich antiken Philosophen Boetius klar, wurde von den Scholastikern herausgearbeitet, von den Humanisten der Renaissance vertieft und von modernen Wissenschaftlern wie Rudolf Otto und C.G. Jung nachhaltig bestätigt. Odin hängte sich – vom christlichen Vorbild inspiriert – kopfüber an einen Baum, um die Weisheit der Runen zu erlangen. Da bleibt man doch besser beim Original.

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