Iran: Kein Kopftuch – junge Frau zu einem Jahr Gefängnis verurteilt

Foto: Collage
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„Ein Kopftuch hat nicht zwangsläufig mit politischem Islam oder mit Frauenunterdrückung zu tun, wie manche behaupten, sondern zumeist mit Ausdruck von Gläubigkeit und Identität“, verteidigte Lamya Kaddor die Kopftuch-Barbie des US-Spielzeugherstellers Mattel. Was in islamischen Gesellschaften passiert, wenn Frauen das Kopftuch ablegen wollen, macht der Iran vor. Dort wurde eine junge Frau, die sich diese Freiheit nahm jetzt zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Von Marilla Slominski

Das Video ging um die Welt – am 23.Februar steht eine junge Frau auf einem Stromkasten in Teheran und schwenkt ihr Kopftuch an einem Stock zum Zeichen des Protestes. Ein Polizist stößt sie brutal von dem Kasten herunter. Sie verletzt sich schwer (jouwatch berichtete).

Jetzt wurde die 32-jährige Maryam Schariatmadari zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt, weil sie mit ihrer Teilnahme an den „White Wednesdays“- Protesten die öffentliche Ordnung gestört und gegen die Gesetzt verstoßen habe, berichtet die Aktivistengruppe My Stealthy Freedom.

Maryam Schariatmadari soll sich bei dem Sturz eine heftige Knieverletzung zugezogen haben, die operiert werden musste.

screenshot Twitter
Maryam Shariatmadari muss für ein Jahr ins Gefängnis für „ohne Kopftuch“ (screenshot Twitter)

Seit Monaten protestieren mutige Frauen im Iran für ihr Recht, kein Kopftuch tragen zu müssen. Etwa 30 von ihnen sollen in Teheran verhaftet worden sein.

Die Bewegung „MyStealthyFreedom“ ermutigt Frauen, die islamischen Kleidervorschriften zu missachten, indem sie Filmmaterial und Fotos von sich selbst ohne ihre Hijabs aufnehmen und online veröffentlichen.

Trotz der ihnen drohenden harten Strafen, geben die Frauen nicht auf. Immer neue Fotos und Videos werden auf dm Twitter und Facebook-Account der Bewegung veröffentlicht.

screenshot Twitter
Frauen legen den Hijab ab (screenshot Twitter)
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Mutige Frauen in Teheran (screenshot Twitter)
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Auch diese junge Frau muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen (screenshot Twitter)

Tanzen in der Öffentlichkeit ist Frauen im islamischen Iran streng verboten:

„Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft, eine Barbie mit Kopftuch ist ein weiterer Ausdruck davon, und das ist gut so“, freut sich unterdessen Lamya Kaddor über die Hijab-Barbie.

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