Abt. Heiko: Der kleine Inselkönig

Foto: Collage
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Unser fabelhafter Bundesaußenminister, der vormalige Justizmini Heiko aus dem kleinen Saarland, spuckt bekanntlich gerne große Töne, wenn er sich in Sicherheit wähnt. Bei Putin und Trump hat er sich damit schon ziemlich unbeliebt gemacht. Im Außenministerium bricht allen der Angstschweiß aus, wenn sie die möglichen Szenarien durchspielen, die sich für Heiko in Russland oder den USA ergeben könnten.

von Max Erdinger

Der ärgste Albtraum im Außenministerium ist, glaube ich, daß ihm Donald Trump zur Begrüßung aus Versehen von oben herab auf den Kopf spuckt, das Malheur scheinheilig mit einem Taschentuch beheben will und dabei Heikos spärliche Haarpracht durcheinander wurstelt. Und daß dann die ganze Welt über ihn lacht. Exterritorial kommen für den Bundesaußenminister deshalb nur ungefährliche Weltgegenden als Besuchsziele in Betracht. Die UN in New York zum Beispiel. Die Wahrscheinlichkeit, daß er unter den dortigen Kommunisten auf Donald Trump trifft, liegt nahe Null.

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll Heiko vor ein paar Tagen schon renitent geworden sein und im Außenministerium herumgebrüllt haben, daß er jetzt ganze zwei Wochen Außenminister sei und endlich mal ins Ausland fliegen will. Was soll ich sagen? Tatsächlich haben sie ihn zur UN nach New York fliegen lassen und für die hinteren Ränge des UN-Parlaments telefonisch Vergrößerungsgläser vorbestellt. Einen offiziellen Grund für seine Reise mussten sie dem Kleinen natürlich auch mitgeben, damit er dort nicht wieder von sich aus damit herausplatzt, warum er in die Politik gegangen ist. Bei der UN steht man bekanntlich nicht so auf Israel, jüdische Geschichte und schuldbewußte Deutsche. Deswegen haben sie ihm vor dem Abflug eingebläut, daß der Klimawandel sein Thema sein soll.

Heiko scheint sich an den Auftrag seiner Beamten gehalten zu haben. In der „Welt“ jedenfalls steht geschrieben: „Der Außenminister äußerte sich bei einem Abendessen mit Vertretern der Gruppe von rund 40 kleinen Inselstaaten, die besonders durch die Folgen der Erderwärmung bedroht sind. Maas sagte, es gehe darum, Krisen und Bedrohungen des Friedens frühzeitig abzuwenden. „Wir wollen nicht immer erst kommen, wenn es zu spät ist.“ Gemeinsam mit den bedrohten Inselstaaten wolle Deutschland „Konzepte entwickeln, wie sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen künftig mit dem Nexus von Klima und Sicherheit auseinandersetzen soll„.

Das paßt doch wie die Faust aufs Auge!? Der winzige Außenmini einer politisch unwichtig  gewordenen, zunehmend isolierten Nation trifft sich mit vierzig Vertretern kleiner Inselstaaten zum Abendessen, um über Strategien gegen etwas zu beraten, gegen das man nichts tun kann. Bravo, Außenministerium! Bravissimo! Etwas Besseres wäre selbst mir nicht eingefallen.

Rätselhaft bleibt nur, warum Heiko der Inselkönig, nicht immer erst kommen will, wenn es zu spät ist.

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