Umfrage: Deutsche unzufrieden mit GroKo-Start

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Ein Fall für den Verfassungsschutz? (Foto: Collage)

Berlin – Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland ist unzufrieden mit dem Auftakt der Großen Koalition. Nur elf Prozent bescheinigen der Koalition von Union und SPD einen guten oder sehr guten Start, so eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben). Dagegen bewerten 18 Prozent die ersten Tage des Bündnisses seit der Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 14. März als „sehr schlecht“, 21 Prozent als „schlecht“, 43 Prozent als „mittelmäßig“.

Das Gros der Befragten – 62 Prozent – rechnet nicht mit einem vorzeitigen Amtsverzicht von Merkel während der laufenden Wahlperiode. Lediglich 13 Prozent meinen, Merkel werde als Bundeskanzlerin „wahrscheinlich“ oder „bestimmt“ noch vor der nächsten Bundestagswahl zurücktreten. In der Sonntagsfrage gibt es geringfügige Verschiebungen.

Ungeachtet des negativen Urteils der Befragten über den GroKo-Start legen Union und SPD leicht zu. CDU und SPD erreichen nunmehr zusammengerechnet 34 Prozent – zwei Punkte mehr als Ende Februar. Die SPD gewinnt einen Prozentpunkt hinzu und kommt auf 17 Prozent.

Drittstärkste Kraft ist die Alternative für Deutschland (AfD) mit 15 Prozent. Sie büßt einen Prozentpunkt ein. Grüne und Linke verlieren ebenfalls jeweils einen Prozentpunkt und liegen damit in der Sonntagsfrage gleichauf bei 11 Prozent.

Die Freien Demokraten bleiben mit 8 Prozent unverändert. Der Satz des neuen Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU), der Islam gehöre nicht zu Deutschland, stößt laut der Umfrage im Auftrag des RND auf geteiltes Echo. 16 Prozent der Befragten stimmen der Aussage „überhaupt nicht“, 12 Prozent „eher nicht“ zu, 21 Prozent „teils/teils“. 48 Prozent gaben an, der Position des CSU-Vorsitzenden „eher“ zuzustimmen, 34 Prozent „voll und ganz“. Kanzlerin Merkel hatte Seehofer widersprochen – unter anderem in ihrer ersten Regierungserklärung nach der Wiederwahl. Für die Erhebung wurden 2.000 Personen befragt.

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