Stichwort Kulturzentrum: „Dschihadisten“ machen sich in Süditalien breit

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Islam in Europa (Foto:Durch MikeDotta/shutterstock)

In Süditalien ist ein Korangläubiger verhaftet worden, der Verbindungen zum IS haben soll.  Ihm wird vorgeworfen, in einem islamischen Kulturzentrum in Foggia, IS-Propaganda zu verbreiten.

Bei ihm soll es sich um den 58-jährigen Ägypter mit italienischer Staatsbürgerschaft Abdel Rahman handeln. Seine Bankkonten seien beschlagnahmt und das Islam-Zentrum Al-Dawa, das er führte,  durchsucht und geschlossen worden, berichtet The Local.

Rahman soll nicht nur unter Terrorverdacht stehen sondern auch die Angriffe des IS in den soziale Netzwerken gelobt und Materialien verbreitet haben, die die Terrorgruppe verherrlichen.

Er habe als Präsident des islamischen „Kulturvereins“ Al-Dawa auch Kinder im Alter von nur vier Jahren Kindern islamischen Religionsunterricht erteilt.

Auf geheimen Mitschnitten ist zu hören, wie er Jugendliche dazu auffordert, „Ungläubige“ mit Schwertern und Bomben zu attackieren, berichtet La Repubblica.

Laut dem italienischen Fernsehsender Rai News wurden seit Mai 2017 vier Islamanhänger verhaftet und zwei ausgewiesen, die in Verbindung zum Al-Dawa-Zentrum standen.

Im Juli verhaftete die Polizei einen tschetschenischen Mann, der das Zentrum besuchte und vermutlich zu einer Terrorgruppe im Kaukasus gehörte. Nachdem er an Gewalttaten in Tschetschenien und Syrien teilgenommen hatte, versuchte er angeblich, andere zur Durchführung extremistischer Angriffe zu rekrutieren.

Weiter wurden ein tunesischer und ein algerischer Staatsangehöriger verhaftet und zwei albanische Brüder wegen angeblicher Beihilfe oder Förderung gewalttätiger Gruppen ausgewiesen.

Anfang 2015 billigte das Kabinett eine Reihe von Anti-Terror-Maßnahmen, darunter Haftstrafen von bis zu sechs Jahren für „ausländische Kämpfer“ sowie für diejenigen, die Möchtegern-Dschihadisten rekrutieren. Zu den Maßnahmen gehörten auch die Beschlagnahmung der Pässe mutmaßlicher Kämpfer und die Erweiterung der Befugnisse der italienischen Nachrichtendienste.

Seitdem hat das Land weit über 100 Menschen für religiösen Extremismus deportiert. (MS)

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