Öffentlich-rechtliches Dreckschleudern

(Bild: shutterstock.com/Durch Joe Belanger)
Öffentlich-rechtliches Dreckschleudern (Bild: shutterstock.com/Durch Joe Belanger)

„Wie gefährlich ist die „Erklärung 2018?“ . Das  fragt sich Patric Seibel auf der öffentlich-rechtlichen Nachrichtenseite des NDRs laut, vernehmlich und zielorientiert. Denn, die „Erklärung 2018“, initiiert von Vera Lengsfeld und mittlerweile, in einer langen Liste aufgeführt, durch Schwergewichte aus den akademischen, literarischen und künstlerischen Disziplinen unterschrieben , habe es „in sich“, so der Autor und erweckt anfänglich den Eindruck, sich mit dem Thema in der Tiefe auseinandersetzen zu wollen.

Der erfahrene Leser wird jedoch bereits im zweiten Absatz des Textes nicht enttäuscht, da der öffentlich-rechtliche Schreiberling schnell klar macht, wohin die Reise geht. Vera Lengsfeld und ihre Unterzeichner würden sich mit ihren Aussagen bzgl. der „sogenannten illegale Masseneinwanderung“ auf dem juristischen Holzweg befinden. Denn die Flutung unseres Landes mit mehrheitlich jungen muslimischen und afrikanischen Männern sei ja juristisch gedeckt. Beiweis: Keine der 1.000 diesbezüglichen Strafanzeigen gegen die sakrosankte Bundeskanzlerin Merkel wurde verfolgt und auch der Europäische Gerichtshof bestätigte, dass die deutsche Flüchtlingspolitik verfassungsgemäß war.

Seibel springt die selbsternannte AfD-und Neue-Rechte-Expertin Liane Bednarz, Preisträgerin des „Goldener Maulwurfs“ bei. Bednarz, stets mit Stöckelschuhen an den dicklichen Beinchen durch den „rechten Sumpf“ watend, stellt sodann fest: Das lärmende Schlagwort von der illegalen Masseneinwanderung sei höchst brisant. Denn, man könne dieses ja so interpretieren, dass wir einen illegalen Zustand in Deutschland haben, gegen den man etwas tun muss. „Und da sind Sie dann, wenn Sie das weiterdenken, ganz schnell bei Vorstellungen vom Staatsversagen, vom Unrechtsstaat, von der Herrschaft des Unrechts. Und was muss man dagegen tun? Das wäre zum Beispiel Widerstand leisten“, so die Folgerung der Mainstreamschreiberin, die im nächste Satz dann Matthias Mattussek für seine Rede bei der vorletzten Hamburger „Merkel muss weg“-Demo“ schon mal als Mitverantwortlichen für eventuell kommende Unruhen moralisch verhaftet.

Bednarz liefert Seibel die perfekte Überleitung um nun in den zwei letzen Absätzen nach Herzenslust und in gewohnter Art und Weise über jene herzuziehen, die nicht länger bereit sind, wortlos zuzusehen. Es komme zum „Schulterschluss zwischen konservativen und rechten Denkern und rechten Tätern“. Es formiere sich eine „APO von rechts“ und die Unterzeichner würden eine „erstaunliche Allianz bürgerlicher und nationaler Konservativer und neurechter Verschwörungstheoretiker“ bilden.

Fast schon ist die „Nazi – und Verschwörer“- Kiste wieder einmal bis zum Boden ausgeräumt, da kommt noch einer der ganz Wichtigen zu Wort: „Der hochdotierte Dresdner Autor Ingo Schulz“, mit Literaturpreisen des Kulturstaatsbetriebs überhäuft, darf sich noch öffentlich-rechtlich über die „intellektuelle Schlichtheit der Erklärung“ wundern und sich besorgt über mögliche Folgen derselbigen äußern. Als „geistige Brandstiftung“ würde Herr Schulz die „Erklärung 2018“ noch nicht bezeichnen. Noch nicht. Man müsse ja mit den „Brandstiftern“ im Gespräch bleiben.

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