Frankreich: Enkelin der ermordeten Jüdin: Das war der muslimische Nachbar!

Foto: screenshot Twitter
Holocaust-Überlebende Mireille Knoll wurde in ihrer Pariser Wohnung erstochen (Foto: screenshot Twitter)

In Paris wurden zwei Männer wegen der Ermordung einer 85-jährigen Holocaust-Überlebenden verhaftet. Ihre Leiche wurde gefunden, nachdem ihre Wohnung in Brand gesetzt worden war (jouwatch berichtete).

Bei dem Opfer soll es sich um die allein lebende Mireille Knoll handeln. Die Autopsie ihres verkohlten Körpers ergab, dass sie mit mindestens 11 Messerstichen abgeschlachtet worden war. Eine forensische Untersuchung der Wohnung zeigte, dass an mindestens fünf verschiedenen Bereichen der Wohnung Feuer gelegt wurde.

Die Ermittler gehen von inzwischen von einem antisemitischen Motiv aus.Die Staatsanwaltschaft habe ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit des Opfers zu einer Religion eingeleitet, berichtet die WELT.

Bei einem der Verdächtigen soll es sich um einen 29-jähriger Mann handeln. Über den zweiten Verdächtigen wurden bisher keine Angaben gemacht. Wieder einmal scheinen die Behörden den religiösen Hintergrund der Täter nicht nennen zu wollen.

Eine Enkelin von Knoll, Noa Goldfarb, schrieb jedoch auf Facebook, dass ihre Großmutter von einem muslimischen Nachbarn ermordet worden sei:

„Ich habe vor zwanzig Jahren Paris verlassen, weil ich wußte, dass weder ich noch andere Juden dort eine Zukunft haben“, schrieb Goldfarb, die in Herzliya in Israel lebt. „Aber wer hätte gedacht, dass ich meine Verwandten an einem Ort zurücklassen würde, an dem Terrorismus und Grausamkeit zu einer solchen Tragödie führen würden? Großmutter wurde 11 Mal von einem muslimischen Nachbarn erstochen, den sie gut kannte, der ihre Wohnung in Brand setzte und uns nicht einmal einen Gegenstand, einen Brief oder ein Foto ließ, um uns an sie erinnern zu können. Alles, was wir haben, sind unsere Tränen und einander.“

Einer der Söhne von Mireille Knoll habe erzählt, dass es seiner Mutter als Kind gelungen war, der berüchtigten Vel d’Hiv Razzia in Paris während des Zweiten Weltkriegs zu entgehen, berichtet The Times of Israel.

Bei der Razzia am 16. und 17. Juli 1942 wurden über 12.000 Pariser Juden, darunter 4.000 Kinder, auf deutsches Verlangen von der französischen Polizei festgenommen, in der Winterradrennbahn festgehalten, in die Lager Drancy, Beaune-la-Rolande und Pithiviers verbracht und später in die Todeslager deportiert. Weniger als 100 überlebten. (MS)

 

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