Demokratie ist, wenn ein großer Verlierer einen großen Gewinner verliert

Foto: Collage
Die Sonne geht auf, die AfD ist da (Foto: Collage)

Eine satirische “Würdigung“ von Peter Helmes

AfD vs. Altparteien: Blinde und Lahme spielen Sehen und Laufen – mit Volldampf in die Sackgasse

Hilft doch nix, liebe Freunde, hilft nix! Kleine Kinder spielen „Verstecken“ und halten sich die Hand vors Gesicht, vor allem vor die Augen. Dann rufen sie ganz laut: „Du siehst mich nicht!“ Daß in Wirklichkeit SIE nichts sehen, wollen sie partout nicht wahrnehmen.

Illusion ist allemal schöner als Realität.

Und so schreiten die tapferen Altväter mit ihren Parteifossilen durch die politische Landschaft, halten sich die Augen zu und rufen ganz laut: „Die AfD gibt es nicht!“ Und noch lauter: „Wir sind das Volk!“ Und da die Altparteien nicht nur blind und lahm sind, sondern auch noch taub, hören und sehen sie nicht, daß das „gemeine“ Volk höhnisch lacht und darauf wartet, daß diese GroKo-Parteien mit Blauen und Grünen im Schlepptau auf die Fresse fliegen.

Das „gemeine Volk“ ist gar nicht so blöd, wie das Establishment meint: Die Leute heute verstecken sich nicht (mehr), sondern schauen hin. Und sie reagieren leicht genervt, wenn ihnen die Altklugen ständig zurufen: „Bitte nicht hingucken!“ Dann tun sie es gerade doch.

Nun sitzen bei den „Etablierten“, die bald gar nicht mehr so komfortabel „etabliert“ bleiben könnten wie gewohnt, nicht nur Penner. (Einschub zum Schmunzeln: Der Duden definiert „etablieren“ u.a. mit „sich festsetzen und breitmachen“.) Manche sind hellwach und verfallen auf Tricks, dumme oder gemeine Tricks – womit wir wieder auf dem Kinder-Niveau wären: Aussperren – in der Hoffnung, der Ausgesperrte könne nicht mehr mitspielen. Leute, Leute, das war gestern vielleicht mal pfiffig, heute ist das vorbei, so vorbei wie ranzig gewordene Butter.

Geht mal raus und hört, was „die Menschen da draußen“ – eine Lieblingsleerformel der Etablierten – darüber denken oder dazu sagen. Sie nennen das Kind beim Namen: „Unfair, undemokratisch!“ Dem wäre eigentlich nichts zuzufügen. Aber das ist mir zu wenig!

Es hilft nichts: Die AfD ist demokratisch und demokratisch gewählt. Ich jedenfalls habe noch niemanden getroffen, der mir das Gegenteil bewiesen hätte. Diese Altvorderen verwechseln was: Mit dem politischen Gegner streiten ist demokratisch, ihn mit Tricks auszusperren, ist jedoch zutiefst undemokratisch.

Erbärmlich! Wohin man schaut – ob im Bund oder in den Ländern – stets die gleichen miesen Tricks: Da wird ein Posten gestrichen, damit – nach Proporz – kein AfD-Mann drauf platznehmen kann; da werden die Mitgliederzahlen von parlamentarischen Ausschüssen so manipuliert, daß die AfD-Vertreter, wenn überhaupt, nur 1 statt mehrerer Sitze erhalten, da gibt es statt bisher 1 Vizepräsidenten pro Fraktion plötzlich eine Begrenzung, die dazu führt, daß der AfD-Vertreter keinen Sitz mehr erhält usw. usf.

Aber auch das ist dumm. Man muß nur ´mal die Augen öffnen, um zu sehen, was „da draußen“ los ist: Durchaus Bürgerliche gehen auf die Straße und protestieren friedlich, und die Linken der Altgesellschaft werden immer radikaler. Die Stimmung im Lande kippt!

Und wenn man beobachtet, wie sich die einst stolze Sozialdemokratie selbst zerlegt und nur noch einem Abziehbild von ehedem gleicht, braucht man sich nicht zu wundern, daß die politische Mitte bald wieder die Mitte der Gesellschaft sein wird.

Ja, und noch etwas, liebe Altparteien: Mit offenen statt geschlossenen Augen sieht man auch, daß die SPD bisweilen in Umfragen (und Wahlergebnissen) der 10-Prozent-Marke gefährlich nahekommt. Was bedeutet, daß es ihr bald genauso gehen könnte wie der AfD: nämlich durch unfaire Behandlung ausgetrickst zu werden. Zu gönnen sei es ihr.

Man muß sich nur das jüngste Negativbeispiel vor Augen führen:

Verfassungsgerichtshof NRW: AfD übergangen

Den Verfassungsgerichtshof des Landes Nordrhein-Westfalen betrachten die herrschenden Kartellparteien offenbar als bloße machttaktische Verfügungsmasse. So wurden entgegen aller parlamentarischen Gepflogenheiten zwei neue Verfassungsrichter in einer Nacht-und-Nebel-Aktion im NRW-Landtag in Amt und Würden gehievt. Nach einer Meldung des höchst lesenswerten Blogs „Die Unbestechlichen“(https://dieunbestechlichen.com/2018/03/verfassungsgerichtshof-nrw-afd-protestiert-gegen-richterwahl-mit-auszug-aus-dem-landtag/) wurde die AfD-Fraktion davon erst am Vorabend der Entscheidung gegen 18 Uhr in Kenntnis gesetzt und sollte ohne jegliche vorherige Personaldiskussion diesen „Konsenskandidaten“ zustimmen. „Die Unbestechlichen“ berichten weiter: „…

…AfD protestiert gegen Richterwahl mit Auszug aus dem Landtag

Ein parlamentarischer und demokratiepolitischer Skandal, auf den die AfD-Landtagsabgeordneten mit ihrem geschlossenen Auszug aus dem Plenarsaal reagierten, nachdem der Fraktionsvorsitzende Markus Wagner zuvor die Nichtbeteiligung an der Abstimmung begründet hatte.

In einer Erklärung auf ihrer Internetseite führte die AfD-Fraktion weiter aus:

Nach jahrzehntelangem parlamentarischem Brauch setzen sich daher alle Fraktionen im Vorfeld zusammen und beraten über entsprechende Konsenskandidaten. Nicht zum ersten Mal wird ein solcher – bewährter – Prozeß konterkariert und die AfD ausgeschlossen. Nicht offiziell selbstverständlich, denn der Anschein eines demokratisch legitimierten Ablaufs soll wie immer aufrechterhalten werden. Tatsächlich aber hatte man sich hinter verschlossenen Türen längst geeinigt und die AfD vor vollendete Tatsachen gestellt.

Demokratie geht anders. Mit ihrer Aktion in der Plenarsitzung des NRW-Landtags am 21.03.2018 setzt die AfD-Fraktion ein deutliches Zeichen gegen die Demokratie-Unmündigkeit der selbsternannten „heiligen Vierfaltigkeit“ aus CDU, SPD, Grüne und FDP (cc Einheitspartei) in der Hoffnung, dass diese Leute irgendwann auch einmal das Wohl der Bürger in NRW ins Auge nehmen.

Eine wohl leider vergebliche Hoffnung, möchte man hierzu anmerken. Zumindest solange, bis durch weitere AfD-Erfolge innerhalb der Altparteien ein fundamentaler Erneuerungsprozess erzwungen werden kann.“

Fazit conservo:

Die großen Verlierer der letzten Wahlen – die Altparteien – versuchen, den größten Gewinner, die AfD, an den Spielfeldrand zu drängen. Das gelingt ihnen zwar bisweilen, aber nicht mehr lange. Wenn das Spiel der Etablierten so weitergehen soll, wird am Ende die AfD der große Gewinner sein, der für die großen Verlierer auf Dauer verloren geht. Denn auch hier hat der Volksmund einen Spruch parat: Wer andern eine Grube gräbt, fällt bald hinein.

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