Arbeitgeber sollten Flüchtlingen helfen: Keiner kam zum Treffen der Flüchtlingshilfe

(Symbolbild: shutterstock.com/Durch wongwk)
Kein Interesse (Symbolbild: shutterstock.com/Durch wongwk)

Hessen/Bad Vilbeler – Ratlos und auch enttäuscht sind sie, die Mitglieder der Bad Vilbeler Flüchtlingshilfe. Grund: Ihrer Einladung an Gewerbetreibende war kein einziges Unternehmen gefolgt. Wie es scheint, wird immer mehr Menschen klar, dass mit arbeitsunwilligem Treibgut kein Staat zu machen ist. 

Irgendwie läuft es gar nicht rund bei der Bad Vilbeler Flüchtlingshilfe. Erst ließ sich bei der letzten Wahl keine Seele finden, um den Vereinsvorsitz zu besetzen. Und nun auch noch diese Pleite. Auf die Einladung der Flüchtlingshilfe an die ansässigen Gewerbetreibenden war kein einziges Unternehmen zur Gesprächsrunde erschienen. Und dabei sei es doch nur mit Arbeit möglich, diese Menschen in unsere Gesellschaft zu integrieren, so die enttäuschte kommissarisch leitende Vereinsvorsitzende.

Gegenüber der Wetterauer Zeitung machten die Flüchtlingshilfe-Mitglieder noch einmal deutlich, warum es so schwierig ist, Arbeit für ihre Flüchtlinge zu finden. Nicht alle hätten in ihren Herkunftsländern bereits eine Ausbildung abgeschlossen oder zumindest angefangen. Um hier in Deutschland aber einen Ausbildungsplatz zu erhalten, sei Kenntnis der deutschen Sprache die wichtigste Voraussetzung. Und daran scheitern die meisten Bewerbungsgespräche. Viele der Flüchtlinge seien zudem auch nur am schnellen Geld, also an einer Tätigkeit, die sofort vollen Lohn mit sich bringt, interessiert. Doch auch da gebe es Schwierigkeiten, wie sich immer wieder herausstellt. Oftmals scheitert die angebotene Festanstellung am ungeliebten Schichtdienst, an der körperlich zu schweren Arbeit oder einfach an der erforderlichen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

Die Flüchtlingshelferlein zeigen sich jedoch unbeirrt. Trotz aller Schwierigkeiten wollen die rund 170 Mitgliedern des Flüchtlingsvereins Arbeitgeber überzeugen, Arbeitsplätze oder Praktika, vielleicht sogar Ausbildungsplätze Menschen anzubieten, die nach Aussagen des Vereins mehrheitlich nicht in der Lage oder Willens sind, sich in die hiesige Gesellschaft zu integrieren. (SB)

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