Presseerklärung des Frauenbündnisses zur Demo zur Meinungsfreiheit am 24.03.2018 in Kandel

Zur Würde gehört, dass man zu seiner Vergangenheit steht. Dazu gehört jedoch nicht, sich willfährig im Namen der Scham und Schuld allem zu unterwerfen.

Dass wir hierbei in ein Hornissennest stoßen, zeigt das Aufgebot an Antifa-Demonstranten, deren Busse wir nach der Demo wieder abfahren sehen konnten, und die Gegenkundgebung von Malu Dreyer sowie anderen Honoratioren am Kandeler Bahnhof.

Die Gegenkundgebung war mit sehr guter Technik ausgestattet. Die Gegendemonstranten wurden bequem mit den Bussen zum Geschehen gefahren, dennoch waren sie ca. 1500 im Vergleich zu unseren 2500 Unterstützern, die ihre Anreise selbst organisieren mußten.

Unsere Demo verlief durchgehend friedlich in einer guten, von Gemeinschaft geprägten Atmosphäre. Wieder waren Familien mit Kindern – sogar Kleinkindern – dabei.

Nach der Demo sprach uns ein alter Herr aus der Umgebung Kandels an. Er meinte, er sei extra selbst hierhergekommen, um sich selbst ein Bild zu machen. Und es wären hier doch keine rechten Rabauken, sondern „ganz normale Leit“. Ja, das sind wir, „ganz normale Leit‘, die Angst um ihre Kinder und ihre Zukunft haben.

Wir können uns artikulieren und haben es daher nicht nötig, Feuerwerkskörper auf die Polizei zu werfen, die uns so professionell und wunderbar be- und geschützt hat. Vielen Dank!

Es ist immer wieder traurig, bestätigt zu bekommen, dass die Kirchen sich mit Glockengeläut gegen uns stellen (Ev. Kirche) oder laute, störende Diskomusik spielen (Diakonie), sind wir doch auch Christen und finanzieren – rein kommerziell gesehen – die Kirchen und ihre Mitarbeiter mit.

Rein biblisch gesehen, ist es doch zudem so, dass sie Jesu‘ Gleichnis mit dem verlorenen Sohn folgen oder sich zumindest an das „schwarze Schaf“ erinnern sollten, das Jesus so wichtig war. Denn als was werden wir denn heute sonst gesehen, wenn nicht als „schwarzes Schaf“, bzw. eine Herde aus „braunen Schafen“?

Wir haben auch den Verdacht, dass wieder Störsender aufgestellt wurden, um die Live-Übertragung in das Internet zu behindern. Wie traurig. Was ist nur aus uns geworden?

Dennoch geben wir nicht auf. Wir sehen uns als stetige Brandung, die gegen einen Damm mit dicken Mauern schlägt. Schon jetzt können wir kleine Risse erkennen – unterstützt durch die Aktivitäten, die überall im Lande stattfinden.

Die kleinen Risse werden sich erst langsam und dann immer schneller ausbreiten, bis der Damm bricht. Dafür lohnt es sich zu kämpfen und sich beschimpfen zu lassen.

Wir danken allen Mitstreitern und Unterstützern – vor allem unseren Freunden in Ostdeutschland, die für uns das Eis gebrochen haben.

Wir danken außerdem allen, die uns ermutigende Worte schreiben. So wissen wir, dass wir nicht alleine sind und dass es sich lohnt, weiterzumachen.

Wir wünschen Euch allen einen wunderschönen, sonnigen Sonntag

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