Schulleiter von Lünen wurde als Mörder bezeichnet

Foto: Polizeiabsperrung (über dts Nachrichtenagentur)
Foto: Polizeiabsperrung (über dts Nachrichtenagentur)

Lünen – Der Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen klagt nach dem tödlichen Messerattentat auf seinem Schulflur über die Gewalt unter Jugendlichen – und über eigene Bedrohung. Reinhold Bauhus sagte dem „Spiegel“: „Viele Jugendliche wissen nicht mehr, wo die Grenze ist und was passiert, wenn sie überschritten wird.“ Auch früher habe es Prügeleien auf dem Pausenhof gegeben, „aber wenn damals einer am Boden lag, war Schluss. Heute fehlt die Beißhemmung, es müssen auch mal drei, vier Lehrer dazwischengehen und zwei Schüler auseinanderreißen, damit es nicht böse endet.“ Die Bluttat in Lünen erregte Aufsehen: Ein 15-Jähriger war im Januar mit seiner Mutter in die Schule gekommen und zückte ein Messer, als ein 14-Jähriger vorbeikam und angeblich provozierend schaute. Das Opfer starb noch in der Schule.

Der Täter habe schlechte Noten gehabt, sagt Bauhus, der Abschluss des Jungen sei in Gefahr gewesen. „Er war respektlos, hielt sich nicht an Regeln. Einmal trat er gegen einen Spind, mehr findet sich in seiner Akte aber nicht. Er hatte an unserer Schule zuvor nie eine körperliche Auseinandersetzung mit anderen“, sagt Bauhus im „Spiegel“. Zwei Schüler hätten die Schule aufgrund der Tragödie verlassen, manche Lehrer würden noch immer Hilfe von Psychologen bekommen. Nach der Tat habe er zahlreiche Hassmails erhalten, in denen er für die Messerattacke verantwortlich gemacht worden sei.

„Ich wurde als Mörder bezeichnet, jemand schrieb: Verstecken Sie lieber schnell Ihre Kinder“, sagt Bauhus. (dts)

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