Großbritannien: Wer sich gegen Frauenverstümmelung ausspricht, ist ein „Hater“!

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"Hassprediger", Anti-FGM Aktivistin, Ex-Muslima und Autorin Shazia Khan (screenshot YouTube)

Obwohl die Verstümmelung von Mädchen (FGM) in Großbritannien verboten ist, gibt es jährlich tausende Opfer. Die Täter – meist engste Familienangehörige wie Väter und Mütter – entgehen jeder Bestrafung. Nicht ein einziger Angeklagter wurde bis her verurteilt. Diejenigen, die es wagen, dies grausame Praxis der „Beschneidung“ zu kritisieren werden zu „Hatern“ erklärt, mit harten Strafen bedroht und so mundtot gemacht.

von Marilla Slominski

In seiner Kampagne gegen „Hate-Speech“ verliest der Londoner Bürgermeister auf Twitter „Hass-Kommentare“, die sich gegen ihn und Muslime richten. Neben Aussagen wie „Muslime sollten erschossen oder aufgehängt werden…Muslime haben keine Würde. Ich wünschte, Sadiq Khan würde sich in die Luft sprengen…Es gibt eine einfache Lösung gegen den Terror. Weist die Muslime aus… Töte den Bürgermeister von London und es gibt einen muslimischen Terroristen weniger…“ taucht auch die folgende berechtigte Frage auf:

„Wenn du ein Messer nimmst um die Vagina deiner Tochter zu verstümmeln, trifft dich dann die ganze Härte des Gesetzes?“

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Beklagt sich über eine Frage zur Genitalverstümmelung – Londons Bürgermeister Sadiq Khan (screenshot Twitter)

Gestellt wurde sie von der Ex-Muslima Shazia Hobbs, einer Autorin und Aktivistin, die sich immer wieder für Vergewaltigungsopfer und verstümmelte Frauen und Mädchen einsetzt und besonders den Umgang der Behörden mit muslimischen Vergewaltigungsringen kritisiert. Dafür steht sie bei Twitter, Facebook und Co ganz oben auf der Liste der sogenannten „Hater“.

Tommy Robinson hat sich mit ihr darüber unterhalten, wie sie es findet, vom Londoner Bürgermeister wegen ihrer Frage nun zum „Hassverbrecher“ erklärt zu werden.

„In London haben viele FGM-Kliniken aufgemacht, obwohl wir offiziell eine Null-Toleranz Politik haben. ist. Das ist ein riesiges Problem… 55 000 Kinder sollen in Großbritannien betroffen sein… Mein Vater ist Busfahrer. Er ist Pakistaner, meine Mutter Katholikin, ich bin muslimisch erzogen worden…Diese Verstümmelungen kommen nicht so sehr in der pakistanischen Gemeinde vor, aber sie werden muslimischen Kindern, britischen Kindern angetan…Mein Vater hat zwei Frauen – seine Cousine und meine Mutter. Ich wurde mit 18 Jahren zur Heirat gezwungen. Ich wurde ihnen zu westlich und wenn du zu westlich wirst, dann wirst du zur Ehe gezwungen. Du hast keine Chance dich dagegen zu wehren…Die Ehe dauerte fast drei Jahre und mein Mann war sehr gewalttätig. Er hatte kein Interesse an mir, er wollte durch die Heirat nur an den Pass kommen. Er hat mich vergewaltigt und geschlagen…

Sadiq Khan verliert kein Wort über den Missbrauch von Kindern 

Tommy Robinson fragt sie: „Der Grund warum ich diese Fragen stelle, ist , du bist eigentlich ein Opfer, zur Heirat gezwungen, du setzt dich für muslimische Frauen und Kinder ein, und der Bürgermeister von London benutzt deine Botschaft, dafür dich einen Hassprediger zu nennen…“

„Er hätte bei dem Thema „Hass“ über vieles sprechen können, z.B. über die Vergewaltigung und den Missbrauch von muslimischen Kindern in Moscheen und in ihrem Zuhause…Es geht nur darum, dass nichts Kritisches mehr über den Islam gesagt wird, nichts mehr über Muslime. Alle die etwas über diese schrecklichen kulturellen Praktiken sagen, sollen zum Schweigen gebracht werden“, so das Fazit der 47-jährigen Shazia Hobbs.

Verlässliche Zahlen über FGM-Opfer in Großbritannien gibt es kaum. Bereits 2011 ging die City University of London im Vereinigten Königreich von 103.000 betroffenen Frauen und Mädchen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren aus.

Zwischen April 2015 und September 2017, wurde insgesamt bei 14.250 Frauen eine Genitalverstümmelung festgestellt.

Die neueste Rekordzahl, spricht von 5.391 neuen Fällen innerhalb eines Jahres bis März 2017. Bei 50 fällen handelte es sich um legale Piercings bei Frauen über 18 Jahren. Alle anderen Beschneidungen waren im Ausland vorgenommen worden.

Bisher sind nur wenige Täter vor Gericht gelandet. Bei drei bisher geführte Prozessen gab es nicht eine Verurteilung. Vor wenigen Tagen scheiterte der dritte FGM-Prozess in London.

Gleich zweimal soll ein aus Westafrika stammender 50-jähriger Notar den Beschneider einbestellt haben, der sich mit einer Rasierklinge an der 9-jährigen Tochter zu schaffen machte. Das Mädchen habe vor Schmerzen gechrien und gebeten aufzuhören, doch ihr Vater hab den Beschneider ermutigt, weiter zu machen.

Die Staatsanwaltschaft stellte weder einen religiösen noch einen kulturellen Hintergrund fest. Es habe sich um eine Bestrafung gehandelt. Der 50-jährige Vater wies alle Vorwürfe zurück, er könnte so etwas Schreckliches schon deshalb nicht tun, weil er Katholik sei, ließ er das Gericht wissen. Der Richter sprach ihn von allen Anklagepunkten frei.

 

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