Hagen Grell: Deutsche Bank? – Jetzt Anti-Patriotisch!

Foto: Durch travelview/Shutterstock
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„Der Nationalstaat muss in Europa abgeschafft werden“, so unverblümt und unbekümmert präsentierte Ulrike Guérot, Professorin an der Donau-Universität kürzlich auf Facebook ihren kühnen Vorschlag. Das Besondere: Das Video erschien auf der Seite der Deutschen Bank AG.

Auf den ersten Blick schien es sicher wie ein Erfolg für das Social Media Team der Deutschen Bank AG, dass das Video von Ulrike Guérot „Der Nationalstaat muss in Europa abgeschafft werden!“ über 80.000 Aufrufe erreichte. Zumal dortige Videos selten die Tausendermarke kratzen.

Doch die Freude dürfte schnell verflogen sein, als sich herausstellte, dass der Ansturm kein Sturm des Interesses, sondern ein „Shitstorm“ war. Die Deutsche Bank hatte sich verkalkuliert. So kündigte ein Kommentator direkt an: „17 Sekunden angehört, extremen Würgereiz verspürt und für schwachsinnig befunden. Ps: Ich muss gar nichts. Notiz an mich selbst: Konto bei der Deutschen Bank kündigen.“ – Jonas Neumann kommentierte hämisch „Daran sieht man, was die Frauenquote für Gestalten in Positionen hievt, in denen sie nicht hingehören… Unfassbar, dieses antidemokratische großsozialistische Geschwätz!!!“

Was hatte Frau Prof. Guérot zum Besten gegeben, das den Zorn des Internets auf sie und die Deutsche Bank zog?

„Der Nationalstaat muss in Europa abgeschafft werden … wir müssen verstehen, dass eine Nation nicht der Träger von Identität ist … Wir wurden über die institutionalisierte Solidarität – die deutsche allgemeine Krankenversicherung – zu ‚den Deutschen‘ gemacht … Wir sollten zu ‚den Europäern‘ GEMACHT WERDEN“ – pROF. uLRIKE gUÉROT, 4.3.2018

Dass dieses Video kein Ausrutscher war, zeigen die anderen Videos auf der Seite der Deutschen Bank. „Milch hat keine Zukunft!„,“Yaël Eisenstat fordert mehr Frauen als Entscheidungsträger“ oder „Wir brauchen keine EU mehr, wir brauchen eine europäische Republik!“ sind unrühmliche Beispiele für die sozialistisch-utopisch riechenden Videos, die die Deutsche Bank auf ihrer Seite präsentiert.

Warum überhaupt noch „Deutsche Bank“?

Inhaltlich fragt sich der geneigte Zuschauer, warum eine „Deutsche“ Bank solchen Ideen eine Bühne bietet, die den Begriff „deutsch“ überflüssig machen sollen. Aber das ist nicht die einzige Absurdität dieses Beitrags, denn

  1. Inwiefern sind Deutsche durch eine semi-sozialistische Maßnahme zu Deutschen geworden? Schlacht im Teuteburger Wald? Mehr als tausend Jahre herausragender Kultur? Ein gemeinsamer Geist der Freiheit und Selbstbestimmung? Stolz auf großartige deutsche Erfindungen, die die Welt auf neue Stufen hoben und auch heute noch heben? – Fehlanzeige. Die Krankenversicherung machte aus Sachsen und Rheinländern Deutsche – zumindest laut Frau Prof. Guérot
  2. Warum ist eine Nation kein Träger von Identität? – Da sich Frau Prof. Guérot gar nicht die Mühe macht, das im Video zu erklären, dürfen wir ihr Argument mithilfe von Hitchen’s Rasiermesser („Was ohne Beleg behauptet werden kann, kann auch ohne Beleg verworfen werden.“ ) sofort vergessen. Allerdings: Als Staat, als Tradition, als Kultur, als Bräuche, als Volkskunst, als Sammlung von Volksreliquien kann eine Nation durchaus Träger von Identität sein. Aber da sie keine Belege liefert, scheint Frau Prof. Guérot ohnehin nicht an ihre eigene LEUGNUNG der identitätstragenden Nation zu glauben.
  3. Zumal Frau Prof. Guérot dann wieder von „Europäischer Nationenbildung“ spricht, obwohl sie zwei Sätze zuvor Nationen als wertlos geistig entsorgen wollte.

EUDSSR – ick hör dir trapsen

Es ist auch sehr interessant anzumerken, dass Frau Prof. Guérot beide Male im Passiv spricht, wenn sie ihren Sozialismus bewirbt: „Wir wurden zu den Deutschen GEMACHT“ und „Wir sollten zu den Europäern GEMACHT werden“. Hier hören wir nichts von Selbstbestimmung oder Freiheit – eine Autorität entscheidet und MACHT UNS – die Passiven – zu etwas, was wir vorher nicht waren. Natürlich ohne zu uns fragen. Typisch für das EU-Juncker-Merkel-Regime, das in Deutschland beharrlich gegen direkte Demokratie kämpft und noch über Ex-Präsident Joachim Gauck verkünden ließ: „Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem„.

Das „Social Media Team“ der Deutschen Bank kommentierte ausweichend: „Mit unserer Video-Serie ‚Thoughts of the Week‘ wollen wir verschiedenen Sichtweisen eine Plattform geben und zu Denkanstößen und Dialog anregen. Dabei kommt es auch zu polarisierenden Ansichten, die nicht unbedingt die Meinung der Deutschen Bank widerspiegeln. Grundsätzlich geht es uns dabei um den Diskurs.“ – Nun, diesen Diskurs haben sie bekommen. Nur wirkt es recht fad und unehrlich, wenn der Großteil dieser „Gedanken der Woche“ von sozialistischen Krypto-Revolutionären kommt.

Warum nur, Deutsche Bank?!

Was könnte die Deutsche Bank nun zu dieser Art Entgleiser veranlassen, der unter normalen – also nicht-merkelschen – Umständen als verfassungsfeindlicher Angriff auf die im Grundgesetz verankerte demokratische Grundordnung gewertet würde?

Ich denke, es könnte eine Mischung aus der Präferenz des „Social Media Teams“ und Angst der Firmenleitung sein. Viele junge Akademiker, die „weiche Wissenschaften“ studieren, landen – wenn nicht in einer Behörde – in großen Konzernen und verbreiten dort den gleichen Irrsinn, den ihnen Professoren wie Frau Prof. Guérot eingeimpft haben.

Andererseits stehen auch Bankmanager massiv unter Druck. Wie Finanzinsider Herr Dr. Markus Krall in seinem Buch „Der Draghi Crash“ anschaulich ausführt, ist die EZB als undemokratische Kontroll- und Steuerinstanz zusammen mit der Bankenaufsicht zu einem gefährlichen Gegner der Bankmanager geworden. Ein Verstoß gegen die tausenden von Regulationen und der hochdotierte Job ist Geschichte. Die sozialistische Planwirtschaft in Reinkultur. Ächtung von „Gedankenverbrechen“ inklusive.

Der Weg zur Freiheit

Dass dieser Video nicht als kleiner Fehltritt der Deutschen Bank, sondern im gesamteuropäischen Problem der krypto-sozialistischen Machtübernahme zu sehen ist, zeigen die anderen Videos der Deutschen Bank, die Gewohnheit des Rechtsbruchs seitens der vogelfrei regierenden EU-Eliten, der kulturelle Verfall und der Verfall von Sicherheit und Rechtsstaat.

Es wäre also unfair, hier nur auf der Deutschen Bank – die Opfer der EU-Behörden wurde – und Frau Prof. Guérot – die Opfer der krypto-sozialistischen Kulturrevolution in Medien und Bildung der 68er ist – herumzuhacken.

Aus meiner Sicht sollten wir uns darauf konzentrieren, natürlich einerseits die Fehlentwicklungen zu kritisieren, aber andererseits auch alternative Unternehmen zu unterstützen und selbst aufzubauen. Richtige Entwicklungen in aktiven Unternehmen und Banken sollten von der wachen Öffentlichkeit unterstützt, Fehlentwicklungen ohne Pardon bekämpft werden, wenn sie in den Abgrund führen.

Der Weg zur Freiheit ist auch der Weg zur Verantwortung!

Hagen Grell

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