Gute Besserung? Thüringen: Ausländische Ärzte arbeiten ohne Zulassung

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Ärzte aus aller Welt tummeln sich am Krankenbett - ohne Zulassung (Foto:Durch Luis Molinero/shutterstock)

In Thüringer Kliniken arbeiten viele Ärzte aus Nicht-EU-Ländern ohne Zulassung. Sie haben noch keine Kenntnis- und Sprachprüfungen abgelegt – die eigentlich Voraussetzung für die Anerkennung ihre Abschlüsse sind.

„Eigentlich dürften diese Ärzte ohne Approbation nur hospitieren, das ist aber im Dienste-Alltag angesichts des Ärztemangels praxisfremd“, sagt Alexander Meinhardt, Leitender Oberarzt für Innere Medizin an der Geriatrischen Fachklinik Georgenhaus in Meiningen gegenüber der Thüringer Allgemeinen.

Hintergrund ist eine Änderung der Prüfungsregeln. Zuständig ist seit 2016 die Medizinische Fakultät der Uni Jena, die aber bei den Prüfungen nicht hinterherkommt, wie die linke  Gesundheitsministerin Heike Werner bestätigte. Derzeit würden knapp 300 Mediziner auf die Prüfungen warten, hinzu kämen 350 Neuanträge. Die längsten Wartezeiten lägen derzeit bei eineinhalb Jahren. 2017 habe es 34  Prüfungstermine gegeben, bei denen 99 von 130 Kandidaten bestanden. 2018 konnten bisher 39 Kandidaten antreten, von denen 25 bestanden.

In Thüringen ist jeder achte Arzt Ausländer

„Gelten die anerkannten ärztlichen Abschlüsse aus EU-Ländern als gleichwertig, muss dies bei der Ausbildung von Ärzten aus Drittstaaten nachgewiesen werden. Ärzte sollen über das gleiche Wissen verfügen wie einheimische Medizin-Absolventen“, so Kammersprecherin Ulrike Schramm-Häder. Die Prüfung gestalte sich häufig schwierig, weil Ausbildungsinhalte in den Herkunftsstaaten oft nicht mit den deutschen Studieninhalten übereinstimmten.

„Jeder achte Arzt in Thüringen ist Ausländer. Es geht es nicht mehr ohne sie. Trotzdem scheint es so, als würden Hürden erhöht, um den Einsatz zu verhindern“, erklärt Uwe Bust, Chirurg und Geschäftsführer der DRK-Klinik Sömmerda, in der acht ausländische Ärzte arbeiten.

Richard Fünfstück, Ärztlicher Direktor des Weimarer Kli­nikums, wo von 22 Ausländern acht aus dem Nicht-EU-Gebiet kommen, fordert mehr Prü­fungstermine: „Solange die Ärzte­ ­formal nur mitlaufen dürfen, sind sie eine Belastung, statt zu helfen. Die Bereitschaft, sie zu prüfen, ist bei vielen Professoren und vielen Ärzten da.“

Grundsätzlich können ausländische Ärzte in Deutschland die Approbation erhalten, wenn sie das deutsche Staatsexamen oder eine gleichwertige Ausbildung absolviert haben. Sie benötigen nur eine Fachsprachenprüfung.

Nicht-EU-Ärzte müssen zusätzlich eine Kenntnisprüfung ablegen. Von den Landesärztekammern wird mittlerweile sogar gefordert, dass alle Ärzte aus Drittstaaten für die Approbation ein deutsches medizinisches Staatsexamen ablegen sollen. Viele Ausländer würden dann allein an den sprachlichen Hürden scheitern, befürchten Klinikpraktiker (MS)

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