Fared, bitte bleib in Syrien!

Foto: Collage
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Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden sind im Irak und in Syrien derzeit rund 100 mutmaßliche IS-Kämpfer aus Deutschland samt Angehörigen inhaftiert. Im Falle eines Schuldspruchs droht ihnen dort die Todesstrafe. Offenbar nehmen Mitarbeiter des BND an Vernehmungen teil. Wie die WELT am Donnerstag berichtete, sind zehn Kinder bereits nach Deutschland geholt worden. Im Falle des in Syrien inhaftierten Bonner Dschihadisten Fared Saal hat auf Veranlassung der Bundesanwaltschaft das Bundeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen. Das erfuhr der General-Anzeiger aus Sicherheitskreisen. Ob das Mitglied des Islamischen Staates (IS) jemals deutschen Behörden überstellt wird erscheint derzeit ungewiss.

Von Verena B.

Mitte 2013 reiste der „Bonner“ gemeinsam mit seiner Erstfrau Karolina Rafalska und deren mittlerweile wohl getöteten Bruder Maximilian nach Syrien. Wie die meisten „Deutschen“ schloss sich Saal dort zunächst der Dschihadistengruppe Junud al-Sham an. Erstfrau Karolina kehrte einige Monate später nach Bonn zurück und sandte Geld und Ausrüstung an ihren Mann. Die Deutsch-Polin wurde dafür zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Nach ihrer Entlassung will sie den Beruf der Kindererzieherin erlernen, um künftige kleine Gotteskrieger auszubilden.

Der Übertritt gestaltete sich nicht ganz einfach: Einige „Deutsche“ aus Saals Umfeld wurden kurzzeitig von der syrischen Armee gefangengenommen und gefoltert, bevor sie wieder entlassen wurden, um sich ISIS anzuschließen. Zur Frage, ob Saal damals ebenfalls zu den Gefangenen und Gefolterten gehörte, machten ehemalige Mitstreiter gegenüber BILD widersprüchliche Angaben. Als sich ab 2013 schließlich der Konflikt zwischen ISIS und Al Kaida zuspitzte, entschied sich Saal wie viele andere „Deutsche“ für den „Islamischen Staat.“

Womanizer Saal und Gangsta-Rapper Cuspert führen die Befehle des Korans aus („Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie trefft“ – hat nichts mit dem ISlam zu tun, ist falscher Koran)

Im Sommer 2014 sorgte Saal mit einem Video für Aufsehen. In der syrischen Provinz Homs hatten ISIS-Kämpfer die Anlagen am Shaar-Gasfeld erobert und Dutzende getötet. Saal und der Berliner Denis Cuspert (alias Deso Dogg, inzwischen wohl endgültig im Paradies gelandet) feixten über die Toten, traten die Leichen und höhnten über die „Ungläubigen.“

Doch Saal inszenierte sich nicht nur als Kämpfer. Für mehr als ein Jahr soll er an der nordsyrischen Grenze auch für Schleusungen dschihadistischer Rekruten zuständig gewesen. Daneben sorgte Saal immer wieder aufgrund seiner Affären für Unruhe: Mit mindestens fünf Frauen war der Bonner nach BILD-Informationen in Syrien nach islamischem Recht verheiratet, von einigen hatte er sich jeweils kurz vor der Hochzeit mit einer neuen Ehefrau wieder scheiden lassen.

Und noch ne tolle Meldung:

Freilassung von islamistischem Gefährder Haikel S.?

Am heutigen Freitag entscheidet das Amtsgericht Frankfurt, ob der unter Terror-Verdacht festgenommene Tunesier Haikel S. In Abschiebehaft bleibt oder nicht.

In der Vergangenheit sicherten SEK-Beamte die Gerichtstermine von Haikel S. Die Haft war zuletzt im Januar verlängert worden und läuft nun formal aus. Über die Entscheidung bei dem nicht-öffentlichen Termin will das Gericht am Nachmittag informieren.

Haikel S. war im Februar 2017 bei einer Anti-Terror-Razzia festgenommen worden. Die Ermittlungsbehörden werfen ihm vor, für den IS in Deutschland einen Anschlag vorbereitet zu haben.

Die deshalb verhängte Untersuchungshaft wurde aber im August aufgehoben, stattdessen kam der Mann auf Antrag der Frankfurter Ausländerbehörde in Abschiebehaft (TAG24 berichtete).

Das Bundesverwaltungsgericht hat festgelegt, dass der Tunesier nur dann abschoben werden kann, wenn die Regierung seines Heimatlands zusichert, dass der als Gefährder eingestufte Mann nicht ohne Weiteres für den Rest seines Lebens ins Gefängnis kommt. Das wäre ja nun auch absolut unzumutbar und inhuman. Sollten die tunesischen Behörden Heikel also lebenslang einkerkern wollen, bleibt er uns erhalten, wofür wir sehr dankbar sind, denn die Menschenrechte gehen uns über alles!  Beim berühmten „Kalifen von Köln“ war das seinerzeit auch der Fall, und so konnten der Kalif und seine Familie jahrelang bequem von Sozialleistungen leben und lachten sich kaputt! Frau Käßmann, die inzwischen in Pension ist, wird ein paar Flaschen Wein trinken und für Haikel beten, und dann wird alles gut!

 

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