Militärhistoriker Martin van Creveld: Wir Weicheier

Symbolfoto: Durch file404/Shutterstock
Jemand hat "Pussy" zu ihm gesagt (Symbolfoto: Durch file404/Shutterstock)

Im ef-magazin äußert sich Andreas Tögel zu einem schonungslosen Vortrag, den der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld auf Einladung des Grazer Ares-Verlages und mit Unterstützung der Wiener FPÖ in Wien gehalten hat. Auszüge …

Van Creveld fragt sich: „Wie kann es sein, dass Nationen, die bis zum Zweiten Weltkrieg für Hunderte von Jahren nahezu die gesamte Welt beherrschten (nur Thailand und Äthiopien blieben von der westlichen Kolonisierung verschont), nicht mehr imstande sind, siegreich Kriege zu führen?“ (…)

Van Creveld nennt eine Reihe von Gründen. In der Infantilisierung der westlichen Gesellschaften und der weitverbreiteten Neigung, die Jugend am Erwachsenwerden zu hindern, sieht er einen Hauptgrund für militärisches Versagen. Wer „überbehütet“ aufwächst, lernt niemals, selbständig Verantwortung zu übernehmen oder möglicherweise riskante Entscheidungen zu treffen. Die Entscheidung zum Kampf aber ist hochriskant. Sie fällt westlich sozialisierten Menschen (Männern) folgerichtig immer schwerer. (…)

„Im Krieg kommt es nicht auf intellektuelle Qualitäten, sondern darauf an, dem Feind die Kehle durchschneiden zu können.“ Die Bereitschaft und Fähigkeit dazu sind in den westlichen Ländern verlorengegangen. (…)

Auch die Feminisierung der Streitkräfte sieht van Creveld kritisch. (…)

Wer Frauen in Kampfeinheiten integriert, verringert somit – aus rein ideologischen Gründen – mutwillig deren Kampfkraft. (…)

Die im Westen grassierende systematische Zerstörung des Ansehens des „Kriegshandwerks“ ist ebenfalls fatal. (…)

Ergänzt wird der Psychokrieg gegen die eigenen Soldaten durch den planmäßigen Einsatz des gesamten Arsenals, das die neue Religion der politischen Korrektheit und des Feminismus zu bieten hat: Ein Drittel aller erzwungenen Rücktritte im US-Offizierskorps erfolgt inzwischen aufgrund (behaupteter) „sexueller Belästigungen“. (…)

Die zunehmende Bedeutungsverlagerung von Pflichten zu Rechten (in England war dieser „Platztausch“ bereits in den 1930er Jahren zu beobachten) bringt für die Armeen ein erhebliches Problem mit sich. Denn ohne ein klares Bekenntnis zur Pflichterfüllung kann kein Militär bestehen. Mittlerweile übertrifft die Bedeutung des Begriffs des „Rechts“ jenen der „Pflicht“ in Großbritannien bereits um das Dreifache. In Italien gar um das Achtfache. In den übrigen westlichen Ländern liegen die Dinge nicht viel anders, was sich in einer entsprechend geringen Wehrbereitschaft ausdrückt. (…)

Der von van Creveld elaboriert geschilderte, ungesunde Cocktail hat es dahin gebracht, dass den westlichen Armeen inzwischen nicht nur die Fähigkeit, sondern auch der Wille zu siegen abhandengekommen ist. (…)

Wie aber will man mit von Kindesbeinen an verweiblichten Figuren, denen zudem auch noch die notwendigen finanziellen Mittel – und damit auch die erforderliche Ausrüstung – verweigert werden (die einst stolze deutsche Bundeswehr ist meilenweit von einer Einsatzfähigkeit entfernt), erfolgreich gegen wild entschlossene und hochmotivierte Feinde – wo oder woher auch immer sie sein mögen – bestehen? (…)

Hat der Westen – wenigstens die Alte Welt – sich mit dem bevorstehenden Untergang abgefunden? Werden ungebildete, ja primitive afroasiatische Horden dem einst die Welt beherrschenden Kontinent schon bald ihren Willen aufzwingen? (…)

Von all´ dem gänzlich unbeeindruckt, äußerte sich Ursula von der Leyen, die deutsche Verteidigungsministerin, gestern im Zusammenhang mit Russland-Sanktionen sinngemäß wie folgt: „Die NATO ist das stärkste Militärbündnis der Welt.“ Nicht gesagt hat sie, daß „ihre“ Bundeswehr innerhalb der NATO inzwischen eines der schwächsten Glieder ist und daß die USA mittlerweile 75 Prozent der Kosten für die NATO schultern. Weil außerdem Stänkern gegen Putin noch nicht reicht, wird auch noch auf Donald Trump eingedroschen. Die Feminisierung der Politik ist wahrscheinlich kaum weniger verheerend als die von Armeen. (ME)

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