Nahost-Experte fürchtet Umsiedlungspolitik in Nordsyrien

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Sieht sich schon als neuer Herrscher der Welt: Erdogan (Foto: Collage)

Berlin – Der Nahost-Experte Michael Lüders hat vor einer Umsiedlungspolitik in Nordsyrien durch die Türkei gewarnt. „Die Türkei hat angekündigt, dass sie die Gebiete nicht der syrischen Zentralregierung überlassen wird. Sie wird sie also besetzen, die Kurden dort werden unter türkischer Besatzung leben, und parallel dazu wird die Türkei wahrscheinlich dazu übergehen, sunnitisch-arabische Flüchtlinge in diese Gebiete zu verpflanzen, um die Bevölkerungsbalance zu verändern“, sagte Lüders, der Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft ist, der „Heilbronner Stimme“ (Dienstag).

Teile und herrsche sei das Prinzip der Türkei. Das werde noch gravierende Folgeentwicklungen haben. „Für Erdogan ist das ein riskantes Spiel, denn wenn die Besatzung sich fortsetzt, und die Bevölkerung allzu offenkundig unterdrückt wird, dann wird das Konsequenzen haben, zum Beispiel in Form von Terroranschlägen in der Türkei“, sagte Lüders weiter. (dts)

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