Goldman Sachs-Chef wechselt ins Bundesfinanzministerium

Foto: Durch Who is Danny/Shutterstock
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Berlin – Einer der beiden Goldman Sachs Deutschland-Chefs, Jörg Kukies, wechselt ins Bundesfinanzministerium von Olaf Scholz (SPD). Dort soll er sich um Europapolitik und Finanzmarktregulierung kümmern.

Kukies ist SPD-Mann und war Vorgänger von Andrea Nahles als Vorsitzender der Jungsozialisten in Rheinland-Pfalz. Der 50-jährige Investmentbanker hat in Harvard studiert und promovierte an der Universität von Chicago. Anschließend startete er seine Karriere bei Goldman Sachs. Kukies war in London und Frankfurt als Investmentbanker tätig.

Goldman Sachs ist im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise wegen seiner Verflechtungen mit der europäischen Politik negativ aufgefallen. Banker der Firma halfen der griechischen Regierung systematisch, die nationalen Schulden der Jahre 1998 bis 2009 zu verschleiern und strichen dafür hohe Gewinne ein.

Zudem gibt es eine erhebliche Nähe von Goldman Sachs zu dem amerikanischen Think-Tank „Council On Foreign Relations“ (CFR). Seit seiner Gründung im Jahre 1921 hat der CFR eine herausragende Bedeutung bei der Ausarbeitung außenpolitischer Strategien. Mit Jörg Kukies zieht also ein Banker ins Wirtschaftsministerium ein, der deutsche Wirtschaftspolitik vermutlich an EU-Vorgaben ausrichten wird.

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), ist ehemaliger geschäftsführender Direktor von Goldman Sachs International. Die Verbindungen zwischen Goldman Sachs und europäischen Politikern werden weithin kritisch gesehen. In der BRD hatte Goldman Sachs ausgerechnet seit 2009 die mit Abstand meisten Kontakte zur Bundesregierung. (ME)

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