Michael Klonovsky: „Quartiert die so genannten Flüchtlinge in der Spiegel-Redaktion ein!“

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Und wenn der "Spiegel" kommt, dann laufen wir! (Foto: Collage)

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Acta Diurna

Es gibt Malen nach Zahlen, aber auch Märchenerzählen mit Zahlen. Spiegel online ist versiert darin. Diesmal geht es gegen Tellkamp bzw. dessen zu Dresden vorgetragene Zahlen im Zusammenhang mit der Masseneinwanderung bzw. Fachkräfteinfusion. (Dass er ausschließlich die Einwanderung aus Afrika und dem Orient meint und nicht, wie ihm hier unterstellt wird, die europäische Binnenwanderung rügt, versteht sich bei diesem Thema von selbst.)

Von Michael Klonovsky

Der Schriftsteller hatte gesagt, 95 Prozent dieser sog. Flüchtlinge kämen wegen der Sozialleistungen, was, da hat Spiegel online völlig recht, falsch ist, es sind bestimmt sogar 99 Prozent. Leider kann man das Experiment nicht mehr anstellen, ob sie auch ohne diese Verheißung hier hereinschneien würden (jeder sogenannte Flüchtling genießt hier übrigens den Status eines Privatpatienten, ein unglaublicher Skandal*). Aber wer ein sicheres Land nach dem anderen durchquert und seine vermeintliche Flucht dort beendet, wo es die höchste Zielprämie gibt, sollte nicht als Flüchtling gelten bzw. solange in der Spiegel-Redaktion einquartiert werden, bis sich diese Erkenntnis auch dort durchsetzt.

„Einem Asylantrag in Deutschland geht fast immer eine illegale Einreise voraus, denn das ist ja ein zentrales Merkmal von ‚Flucht'“, schreibt die mit dem Auftrag der Tellkamp-Erledigung beauftragte Statistikerin bzw. Statistin.

Falsch. Das zentrale Merkmal von Flucht besteht, wie gesagt, darin, dass sich Menschen in Sicherheit bringen. Schlagen Sie den Atlas auf und zählen Sie, wie viele sichere Länder zwischen Syrien und Deutschland, dem Irak und Deutschland, Afghanistan und Deutschland liegen. Flucht hat immer nur ein Woher, nie ein konkretes Wohin. Nur 0,3 Prozent der Migranten von 2016 bekamen tatsächlich Asyl. Ich will nicht, dass die anderen, überwiegend Leute mit befremdlichen Sitten, auf meine Kosten hier angesiedelt werden und werde jede Politik unterstützen, die das verhindert. Wer wirklich verfolgt wird, soll hier verweilen dürfen, bis der Fluchtgrund entfallen ist. Wer seine Rechnungen selber bezahlen will und kann, soll kommen. Punkt.

Man muss übrigens sehr fest in seinem Glauben ruhen, um den Zahlen des seit drei Jahren heillos überforderten Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zu vertrauen. Die Maid von Spiegel online aber suggeriert sogar statistische Gewissheiten bei den Herkunftsländern: „Ein Viertel aller rund 200.000 Erstanträge stammte 2016 von Syrern.“ Richtig muss es heißen: stammte von Leuten, die angaben, aus Syrien zu kommen. Warum hat sie nicht erwähnt, wie viele von diesen Antragstellern ihren Pass verloren hatten?

Der Höhepunkt des „Faktenchecks“ mit vorher festehendem Resultat ist folgender Passus: „Stützen kann man sich im Hinblick auf Fluchtursachen getrost auf das erste Ergebnis einer langfristig angelegten Umfrage aus dem Jahr 2016 von mehr als 2300 Asylbewerbern in Deutschland.“ Getrost oder nicht ganz bei Trost, das ist hier die Frage.

Die verkaufen als Fakten, was Leute aus dem Orient, dem Weltepizentrum von Treu‘, Redlichkeit, Preisbindung und Liefertermin, als Grund angeben, warum sie hier sind. Wer glaubt diesen Scribenten eigentlich noch ein Wort?

* Leser *** moniert: „Sie schrieben heute, dass jeder Flüchtling des Status eines Privatpatienten genieße. Das ist so nicht richtig und da ich als Oberarzt in einer großen Kinderklinik arbeite, kann ich das auch beurteilen: Es ist vielmehr so, dass bei Personen im Asylverfahren (und das gilt auch für Kinder) jede medizinische Behandlung und jeder Eingriff der Begründung als nicht aufschiebbare Notwendigkeit bedarf. Das ist jeweils dann bei der zuständigen Behörde zu begründen und man bekommt dann eine Zusage oder Ablehnung (in der Regel eine Zusage). Die Rechnungsstellung hat dann analog der Kassenleistung mit den entsprechenden DRGs zu erfolgen. Und rutschen die Migranten dann in Hartz-IV sind sie automatisch gesetzlich krankenversichert…
Möglicherweise ist dieses System mißbrauchsanfällig, aber dann wohl eher aufgrund von Unkenntnis und Überarbeitung auf Seiten der zuständigen Behörden. Ich kann aber sagen, dass dieses System in unserem Bereich (ich arbeite aber eben nur mit Kindern) recht gut und unkompliziert funktioniert. Und da es in der Regel bei uns wirklich Kinder sind (keine angeblichen MUFLs) habe ich damit prinzipiell auch keine wesentlichen Probleme, wiewohl ich natürlich weiß, dass häufig Kinder von den Familien zum Zwecke der unentgeltlichen Behandlung nach Deutschland gebracht werden, und auch aus eigener Erfahrung, daß dabei auch recht häufig Schleuser eine verbrecherische Rolle spielen, aber das ist wieder ein Thema für sich …“

Wandere aus, solange es noch geht!
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