Deutsche Erdgasspeicher leeren sich schneller als sonst

Foto: Durch muratart/Shutterstock
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Berlin  – Die Erdgasspeicher in Deutschland haben ein außergewöhnlich niedriges Niveau erreicht, die aktuellen Füllstände liegen nur noch knapp über 20 Prozent – und der Winter ist noch nicht vorbei. Vor einem Jahr waren die Lager in derselben Woche noch zu rund 27 Prozent befüllt, vor zwei Jahren sogar zu etwa 53 Prozent. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe.

Auffällig ist, wie schnell sich die Speicher in diesem Jahr geleert haben: In nur fünf Wochen fiel der Pegel von rund 50 auf etwa 20 Prozent. Das Befüllen der Gasspeicher dürfe sich nicht nach Marktpreisen richten, sondern müsse von der Versorgungssicherheit bestimmt werden, sagt Oliver Krischer, Energieexperte der Grünen im Bundestag. Krischer fordert den Aufbau einer nationalen Erdgasreserve.

Dazu kann Erdgas aus deutscher Produktion allerdings immer weniger beitragen, die Förderung hat 2017 laut Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) einen neuen Tiefstand erreicht. Seit dem Jahr 2000 ist sie um rund zwei Drittel gesunken, die Abhängigkeit von Quellen aus dem Ausland somit erheblich gestiegen. So deckt allein Russland 40 Prozent des deutschen Gasbedarfs.

Den Förderrückgang begründet der BVEG unter anderem mit dem faktischen Aussetzen des umstrittenen Fracking-Verfahrens. Zwar gilt der Kompromiss, dass die Methode in konventionellen Lagerstätten, also nicht in Schiefer- oder Kohleflözgasvorkommen, angewandt werden darf. Hier sind laut BVEG Projekte und entsprechende Anträge in Vorbereitung.

Doch die Gesetzesänderung mache die Genehmigungsverfahren deutlich komplexer und langwieriger, sodass noch nicht feststehe, wann Fracking wieder zum Einsatz komme. „Der Rückgang der heimischen Erdgas- und Erdölproduktion lässt sich nur aufhalten, wenn wir neue Reserven in Deutschland erschließen können“, sagt der BVEG-Hauptgeschäftsführer Christoph Löwer.

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