Das Frauenbündnis von Kandel wehrt sich gegen Verleumdung!

Foto: Screenshot/Facebook
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Hier eine wichtige Presseerklärung des Frauenbündnis

Mit einigem Erstaunen lasen wir am 08.März im Pfalz Express eine Erklärung der Gleichstellungsbeauftragen aus der Region Landau, die sich anläßlich der Frauenwochen „Brot und Rosen“ von „Kandel ist überall“ und unserem Frauenbündnis distanzierten. Inhaltlich unterstützt wurde die Erklärung vom Frauenzentrum ARADIA in Landau.

In einer Demokratie ist es jedem unbenommen, seine Meinung darzulegen und gegebenenfalls in eine Debatte einzutreten. Bei öffentlichen, einseitigen Unterstellungen wie „vermeintliches Frauenbündnis“ und Behauptungen wie „Es ist kein Bündnis für Frauen“ stellt sich der Sachverhalt jedoch anders da.

Weder die Gleichstellungsbeauftragten, noch ARADIA haben uns direkt mit Fragen zu Zusammensetzung, Ziel oder Zweck unseres Frauenbündnisses kontaktiert.

Wir müssen daher davon ausgehen, dass sich sämtliche Aussagen der Erklärung auf Mutmaßungen und individuellen Interpretationen unserer Aktivitäten stützen. Ziel scheint zu sein, unser Bündnis ohne fundierte Informationen oder Recherchen öffentlich zu verunglimpfen.

In der folgenden Stellungnahme sprechen wir die Damen direkt an:

Abgrenzung zwischen „Frauenbündnis“ und „Kandel ist überall“ einerseits und Gleichstellungsbeauftrage und ARADIA andererseits

Es handelt sich bei unseren Bündnissen um eine Gemeinschaft von Frauen, bei der auch einige Männer beteiligt sind.

Betrachtet man Ihr Foto, so scheinen dem Aussehen und den Namen nach weder Männer noch Frauen mit Migrationshintergrund, noch Arbeiter*innen als Gleichstellungsbeauftragte tätig zu sein. Dieser Sachverhalt darf in den heutigen Zeiten durchaus als „rechts“, „ausländerfeindlich“ und „rassistisch“ gewertet werden und wird auch als „intersektionale Diskriminierung“ bezeichnet.

Dass wir ausgerechnet bei Verfechterinnen der Frauenrechte auf dieses Phänomen treffen, hat uns schon ein bißchen überrascht.

Daher ein Gratistipp unter Schwestern: Rekrutieren Sie ein*n Gleichstellungsbeauftragte*n bei den Reinigungskräften bzw. den Fahrern. So decken Sie gleich alles ab: Frau, Mann, Migrationshintergrund, Arbeiter*in.

Allerdings müßte dann eine von Ihnen ihren Posten im Namen der Vielfalt räumen. Macht sie bestimmt gerne. Schließlich treten Sie ja für Toleranz und Solidarität ein.

„Brot und Rosen“

Der Slogan „Brot und Rosen“ wurde 1911 in New York von der kämpferischen, russischstämmigen Textilarbeiterin Rachel Schneidermann als Vorkämpferin für mehr Lohn und das Frauenwahlrecht geschaffen. Damals schufteten Frauen bis zu 13 Stunden in überhitzten Fabrikhallen.

Was würde Rachel heute wohl zum weichgespülten Wohlfühlfeminismus deutscher Frauen mit schönen Bürojobs sagen?

Jubiläumsprogramm der Frauenwochen

Nach gründlichem Studium des Jubiläumsprogramms der Frauenwochen lässt sich feststellen, dass die zahllosen, brutalen Übergriffe auf junge Frauen durch illegale Migranten keine Erwähnung in Ihrem Programm finden.

Wir fragen uns, wie viele polnische Altenpflegerinnen, osteuropäische Prostituierte, rumänische Putzfrauen und deutsche Bäckereiverkäuferinnen – also die Gesellschaftsschicht, für die Rachel sich einsetzte – an Ihrem Frauenfrühstück im Frauenzentrum ARADIA teilgenommen haben oder Zeit für einen Vollmondspaziergang erübrigen können.

Ein besonderer Genuss war sicherlich die 4. Landauer Lady Night, in der komplexe Geschehnisse wie Globalisierung, Konkurrenz unter den Ärmsten und Religion in Ihrem Programm auf zwei platte Fragen reduziert wurden: „Passen Sahnetorte, Burka und Demokratie in deutsche Wohnzimmer? Oder doch nur ureigenes Kulturgut wie Pizza, Maggi und Rassismus?“

Frau Dr. Zieglers Vortrag über „Frauenbild, Frauenpflichten und Frauenrechte im 19. und 20. Jahrhundert“ und die Aufmachung der Webseite des ARADIA Frauenzentrums (spätes 20. Jahrhundert – die lila Latzhose läßt grüßen) lassen vermuten, dass frau sich lieber in den sicheren Gefilden vergangener Zeiten bewegt.

Denn welche Arbeiterin interessiert sich schon für einen Vortrag über Victoria Woodhull (zum Glück schon tot, daher keine Widerworte möglich), die 1872 als Präsidentin in den USA kandidierte?

Es wird Sekt, Wein, Weib und Gesang gefrönt. Ein Musical über Luther und eine entlaufene Nonne sowie ein Vortrag über Buddhismus runden das Kulturprogramm für deutschsprachige Damen aus der Mittel- und Oberschicht ab.

Einzig der Film „Mustang“ über türkische Mädchen, die gegen ihren Onkel aufbegehren, dient als (sehr) kleines Feigenblatt für die Probleme, die orientalische Zuwanderer mit ihren archaischen Frauenbildern in unserem Land verursachen.

Ansonsten dröhnendes Schweigen unter unseren Schwestern zu dieser Problematik. Zwar wird ein Vortrag zu Depressionen bei Frauen angeboten. Aber auch hier werden die jüngsten Ursachen für Depressionen bei Frauen verschämt verschwiegen: Das Relativieren und Leugnen des Leids, das jungen Frauen durch Grapschen, Vergewaltigungen und Angriffe durch junge, männliche Migranten zugefügt wird.

Aktuell und räumlich näher wäre z.B. ein Vortrag über die Iranerin Masih Alinejad. Sie gründete die Initiative „Meine heimliche Freiheit“, bei der unverschleierte Frauen Fotos von sich posteten und mußte daraufhin wegen Morddrohungen aus dem Iran fliehen.

Warum nicht die mutigen Iranerinnen thematisieren, die jeden Mittwoch trotz drohender Inhaftierung ihr Haar zeigen und ihre Kopftücher schwenken? Oder die hiesige Armut unter Rentner*innen, Verteilungskämpfe, die Wohnungsnot etc.?

Warum nicht Alice Schwarzer als einzige verbliebene Feministin Deutschlands zu einem Vortrag über den politischen Islam einladen? Oder Necla Kelek von Terre des Femmes, die Klartext spricht über die Landnahme durch Moscheen und die schleichende, gesellschaftliche Übernahme durch immer mehr verschleierte Frauen und Mädchen hier in Deutschland?

Themen gäbe es genug, die den Frauen von heute auf den Nägeln brennen.

Ihre Distanzierung von „Kandel ist überall“ und dem „Frauenbündnis“

In Ihrer Presserklärung schreiben Sie: „Es (das Bündnis) ist eine perfide Art und Methode, offener Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Frauenfeindlichkeit einen Schafspelz überzuziehen. Hier wird nicht sexualisierte Gewalt angeprangert, hier wird ein existentielles Thema für fragwürdige politische Zwecke instrumentalisiert.“

Bevorzugen Sie versteckte „Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Frauenfeindlichkeit“, so wie Sie dies angesichts der Zusammensetzung Ihrer Gruppe und basierend auf den Inhalten Ihrer Veranstaltung zu praktizieren scheinen?

Wo genau machen Sie eine offene oder sonst geartete Fremdenfeindlichkeit und Rassismus fest? Unser Frauenbündnis hat u.a. Mitglieder aus Polen und Russland sowie Arbeiter mit Hauptschulabschluss. Der Libanese Imad Karim ist einer unserer Unterstützer.

So sehr wir ausnahmsweise unsere dumpfen, rechten Gehirne auch angestrengt haben, wir konnten beim bestem Willen keine Frauenfeindlichkeit bei uns erkennen. Sei’s drum – wir schieben Ihren Lapsus einfach auf Ihren übermäßigen Sektkonsum beim Frauenfrühstück.

Frauenfeindlichkeit“ fängt an, wenn Angriffe gegen Frauen nicht benannt werden. Sicherlich erinnern sich unsere Retro-Schwestern bei ARADIA noch an den Slogan „Vergewaltigung ist kein Kavaliersdelikt“.

Heutzutage scheinen sie jedoch – wie die Hexe anno 1990 auf ihrer Webseite – lieber den Brocken auf reichlich morschen Besenstielen zu umrunden, statt Übergriffe durch Migranten zu thematisieren, die seit 3 Jahren (Traumatisierung, Gefahr der Instrumentalisierung) kleingeredet werden.

Wie ist der beschönigende Ausdruck „gewaltsamer Tod“ zu bewerten, wenn nicht als Abwertung und Leugnung des Schicksals, das Mia, Maria L., und viele weitere Frauen durch brutalen Mord und Vergewaltigung erdulden mussten?

Instrumentalisierung“ bedeutete zu Zeiten der echten Frauenbewegung, Einzelschicksale als Instrument benutzen, um auf der Straße Missstände anzuprangern. Wann haben Sie das letzte Mal ein wirklich heißes Eisen angepackt und sich Anfeindungen ausgesetzt? Rachel würde Ihre Veranstaltungen vermutlich mit Nichtachtung strafen und sich stattdessen für die totgeschwiegenen Opfer der Massenmigration einsetzen.

Hand auf’s Herz: Sie waren bestimmt genauso überrascht wie wir über den Erfolg unserer Demo. Da kann frau sich schon einmal aus Neid vergessen und unüberlegte Distanzierungserklärungen abgeben.

Macht nichts. Wir gönnen Ihnen die Befriedigung, regierungskonform ein bisschen auf uns herumzuhacken, denn noch nie war Gratismut so billig wie heute.

Was meinen sie mit „existentiellem Thema“? Etwa die seelischen Morde mittels Vergewaltigung oder den jüngsten Messermord an der 17-jährigen Mireille in Flensburg durch einen jungen, abschiebepflichtigen Afghanen?

In dieser aufgeheizten Debatte geht es nicht darum, für das Thema Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren oder die Opfer von Gewalt zu schützen und weitere Übergriffe zu vermeiden. Nein.“

Ach, Schwestern. Hätten Sie uns doch einfach mal gefragt. Natürlich geht es um Gewalt gegen Frauen und ihren Schutz. Wofür würden wir denn sonst unsere kostbare Zeit opfern? Doch nicht, um uns zu profilieren – das überlassen wir anderen.

Besorgte deutschen Männern schwingen sich zu vermeintlichen Frauenbeschützern auf, die „ihre“ – deutschen Frauen vor Übergriffen von Migranten beschützen wollen. Und leider lassen sich durch dieses ‚Frauenbündnis‘ auch Frauen vor diesen gefährlichen Karren spannen.“

Wie war das noch mal mit der „Vergewaltigung in der Ehe“ und den Protesten gegen § 218 in den 1970ern? Frauen skandierten durchaus aggressiv „Wir sind die Frauen-Befreiungs-Front“ und kämpften auf der Straße für mehr Rechte. Siehe hierzu den unverfänglichen Link von Planet Wissen, wo auch zahlreiche „besorgte Männer“ zu sehen sind, die schon damals „ihre deutschen Frauen“ vor den Übergriffen deutscher Männer schützen wollten.

Unsere Männer haben sich also nicht geändert. Sie legen jedoch – je nach Herkunft der Gewalttäter – unterschiedliche Maßstäbe an:

Bei Übergriffen von Migranten gilt ein friedliches, parteiübergreifendes Frauenbündnis plötzlich als rassistisch; die Männer an unserer Seite werden als „vermeintliche Frauenbeschützer“ herabgewürdigt und Sie degradieren uns Frauen zu rechten Dummchen, die sich durch unsere Männer vor einen „gefährlichen Karren spannen“ lassen.

Na, jetzt haben wir sie also doch gefunden, die „Frauenfeindlichkeit“ – und zwar direkt von Ihren Frauen gegenüber unseren Frauen. Macht nichts – sind wir schon gewöhnt. Also weiter im Text.

Entsprechend Ihrer Logik bedeutete die Unterstützung unserer Männer also schon in den 1970ern dass „ein zutiefst patriarchales Frauenbild“ „entlarvt“ wird, „das in letzter Konsequenz der Gewalt gegen Frauen Vorschub leistet, weil vermieden wird, über die eigentlichen Gründe sexualisierter Gewalt zu reden und sie offen zu legen.“

Puh, jetzt hätten wir gern etwas von der Schokolade, die Sie im Rahmen Ihres Programms bei der „Pfälzer Verführung“ im erlauchten Beisein von Herzogin Karoline von Zweibrücken reichen werden. Vielleicht löst sich dann wieder unser Gehirnknoten ob dieser abenteuerlichen Aussage.

Gewalt gegen Frauen und sexualisierte Gewalt ist ein weltweites, strukturelles Phänomen, das keiner Ethnie, keiner Religion und keiner gesellschaftlichen Schicht alleinig als Schuldzuweisung zugesprochen werden kann. Das zeigt unter anderem gerade die weltweite #metoo Debatte.“

Es folgen einige Städte, in denen nur in den letzten Tagen Messerangriffe durch Migranten stattfanden. Die Fakten sprechen für sich: Wien, Berlin, Oldenburg, Gifhorn, Werdohl, Gießen, Rosenheim, Metzingen, Duisburg, Filderstadt, Hamburg, Berlin, Münster, Kassel.

Wollen wir wirklich noch etwas zur #metoo Debatte sagen – angestoßen von alternden Schauspielerinnen ohne Engagements und ad Absurdum geführt durch eine privilegierte, palästinensische Staatssekretärin, die hier als Flüchtlingskind in Freiheit ohne Steinigungen, Zwangsehe etc. aufwachsen durfte und sich wegen des Kompliments eines älteren, deutschen Gentlemans echauffierte, der damit nur von ihrer Unpünktlichkeit ablenken wollte? Nein, wollen wir lieber nicht.

Wir verhehlen es nicht – wir sind ein bisschen erleichtert, dass Sie sich „ausdrücklich“ von unserem „vermeintlichen ‚Frauenbündnis’ … distanzieren“. Denn sonst wären wir womöglich mit Ihnen in einen Topf geworfen worden, was uns nicht wirklich recht gewesen. Denn in Sachen Vielfalt scheinen Sie ja noch so einigen Aufholbedarf zu haben.

Wir werden die Angriffe und Morde durch illegale Migranten solange aufgreifen, bis die Grenzen geschlossen und die Migranten abgeschoben werden. Die „gesellschaftliche Diskussion“, die Sie hierzu fordern, vermögen wir weder in Ihrem Programm, noch bei Ihren Aktivitäten zu erkennen.

Abschließend erklären Sie, dass Sie „keine rechten Frauen (und Männer)“ brauchten, „die das Thema ‚Gewalt gegen Frauen’ für ihre politische Meinungsmache benutzen“.

Darauf ein „Erfolgscocktail“ aus Ihrem Programm. Wir können uns nicht erinnern, Ihnen eine Zusammenarbeit mit uns angeboten zu haben, noch haben wir den Eindruck, dass Sie zu uns passen. Sie scheinen weder Arbeiter*innen mit ihrem Programm anzusprechen, noch an nichtdeutschen Gleichstellungsbeauftragten interessiert zu sein. Dennoch ehrt es Sie, dass Sie unsere Quotenmänner erwähnt haben. Dafür vielen Dank.

Die „politische Meinungsmache“ überlassen wir gerne Ihnen, denn aus Ihrer Erklärung geht klar hervor, dass dies eine Ihrer Kernkompetenzen zu sein scheint.

Wir schaffen lieber Fakten und orientieren uns dabei an mutigen Frauen, die sich stets mit aktuellen Themen befasst und den direkten, ehrlichen Dialog nicht gescheut haben:

  • Alice Schwarzer, die als eine der wenigen Altfeministinnen den Sprung in das 21. Jahrhundert geschafft hat und offen die Probleme des politischen Islam anspricht,
  • die Engländerin Emily Davidson, die sich für das Frauenwahlrecht vor ein galoppierendes Pferd warf und ihren Verletzungen erlag,
  • Waris Dirie, die gegen Beschneidungen von Frauen kämpft,
  • Sabatina James – eine Muslimin, die zum Christentum konvertierte und seitdem Personenschutz benötigt,
  • Schwester Hatune, die sich für die letzten Christen im ehemals christlichen Orient einsetzt,
  • Necla Kelek von Terre Des Femmes, die sich für ein Kopftuchverbot an Schulen aussprechen,
  • Seyran Ates, die in Berlin die erste Moschee für Frauen gründete und viele mehr.

Wir wünschen Ihnen noch viel Vergnügen beim Feiern unter Ihresgleichen und möchten Ihnen einen Slogan der Frauenbewegung aus dem letzten Jahrhundert auf den Weg geben, der unseres Erachtens gut zu Ihrer Haltung passt: „Sisterhood is powerful – it can kill you“.

In diesem Sinne – Das Frauenbündnis          https://www.facebook.com/DasFrauenbuendnis/

P.S.: Nichts für ungut, liebe Schwestern, aber wer austeilt, muss auch einstecken können.

Wandere aus, solange es noch geht!
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