Will Heiko Maas jetzt auch noch die Medien kontrollieren?

Foto: © jouwatch Collage
Foto: © jouwatch Collage

Normalerweise zitieren wir hier nicht so oft die „taz„. Aber in diesem Fall machen wir eine Ausnahme, weil der Beitrag in dieser linksradikalen Zeitung so wunderbar den Linksfaschismus entlarvt:

Ein Einstand nach Maas sieht wirklich anders aus. Der neue Chef ist noch nicht mal vereidigt – und schon erweist das Auswärtige Amt ihm einen echten Bärendienst. Am Montag war ein vertrauliches Papier bekannt geworden, mit dem die Behörde befreundeten (!) Redaktionen offenbar eine ausführliche Sprachregelung zukommen lassen wollte. Anscheinend fürchtet die Stabsabteilung um die Autorität des Amtschefs, wenn bestimmte Wendungen benutzt werden, die unweigerlich zu schlimmsten Verballhornungen führen müssen. Beispiel: „Gerade bei Treffen mit autokratischen und eher einfach gestrickten Staatschefs wie Erdoğan und Trump, deren Weltsicht man als ‚vulgärdarwinistisch‘ bezeichnen kann, könnte der Herr Minister Probleme bekommen, weil ihm ein wenig das ‚Gardemaas‘ fehlt.“

Mit dem Papier wollte man – selbstverständlich unter Re­spektierung der Unabhängigkeit der Medien – wenigstens die staatstragenden Kollegen auf Linie bringen, damit Artikel nicht so beginnen: „Heiko Maas schickt sich an, die Maasstäbe deutscher Außenpolitik neu zu definieren. Seine erste, heikle Reise führt ihn nach Israel. Dazu kann man ihm nur von Herzen auf Hebräisch ‚Maaseltov‘ wünschen.“

„Leider“ aber kam das „vertrauliche Papier“ an die Öffentlichkeit, so dass der neue Außenminister sich gleich mal bis auf die Knochen blamiert hat. Und hier geht es auch schon gleich ins Eingemachte, wird eine Schlagzeile präsentiert, die jouwatch zuerst veröffentlicht hatte:

Ein Außenminister muss viel reisen, das ist bekannt, doch auch unterwegs sollen strenge Sprachregelungen gelten: „Unter keinen Umständen dürfen Dienstreisen des Ministers mit der Schlagzeile ‚Mit dem Maas bis an die Memel‘ angekündigt werden. Ferner muss der „Vertrag über die Europäische Union“ von 1992 andernorts neu unterzeichnet werden, um billige Maastricht-Witze zu verhindern.“

Sicherlich wieder nur eine „Satire“ von der „taz“. Aber wenn Herrn Maas dabei das Lachen im Halse stecken bleiben würde, wäre schon viel gewonnen.

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