Identitäre wegen Audimax-Aktion freigesprochen

(Bild: IBÖ)
IB Aktion im Audimax der Uni Wien 2016 (Bild: IBÖ)

Östereich – Am Donnerstag fand der zweite Prozesstag gegen siebzehn Aktivisten der Identitären Bewegung Österreich wegen ihrer Audimax-Aktion im Juni 2016 statt. Alle Identitären wurden vom Vorwurf der Störung einer Versammlung freigesprochen, Martin Sellner und Julian U. zudem vom Vorwurf der Körperverletzung.

Die Identitäre Bewegung Österreich (IBÖ) unterbrach im April 2016 das im Audimax der Universität Wien durch Immigranten dargebrachte Sprachkunstwerk „Die Schutzbefohlenen“ von der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.

„Heuchler! Eure Dekadenz ist unser Untergang“

Jelinek, Trägerin des weichen Nobelpreises, vom Juristen und freien Schriftsteller Martin Mosebach als „einer der dümmsten Menschen der westlichen Hemisphäre“ bezeichnet, gab vor rund 700 Gästen ein Stück zum Besten, in dem sich die hochgejubelte Schriftstellerin angeblich »kritisch mit der herrschenden Flüchtlingspolitik und ihren Folgen« auseinandersetzte.

Die Darbietung wurde von 40 Aktivisten der IBÖ jäh aber gewaltfrei unterbrochen. Die Identitären entrollten auf der Bühne ein Transparent mit der Aufschrift: »Heuchler! Eure Dekadenz ist unser Untergang. « und schütteten Kunstblut als Symbol für die Opfer der Asylpolitik über das mitgebrachte Transparent. Vor Ort teilten die Aktivisten mit, dass sich die »ästhetische Intervention« nicht gegen die Asylanten auf der Bühne, sondern gegen »die Heuchler im Publikum und der Politik« richte. Vor dem Eintreffen der herbei gerufenen Polizei hatten die Aktivisten die Lokalität bereits verlassen.

Nicht ausreichend nachvollziehbar

Wie die Tagesstimme berichtet, habe der Prozesstag unter dem Zeichen der weiteren Zeugenvernehmung gestanden. Martin Sellner betonte im Prozess mehrmals, dass die Aktion gewaltfrei geplant worden sei und sich jeder Aktivist daran gehalten habe.

Den Vorwurf gegen ihn bezeichnete er als absurd. Neben einem Veranstalter, der die Gewaltlosigkeit der Aktivisten betonte, wurden außerdem drei irakische Flüchtlinge und drei Polizisten befragt. Zwei der irakischen Flüchtlinge – eine davon war zum Zeitpunkt der Aktion schwanger – gaben an, während der Aktion verletzt worden zu sein. Sie konnten aber nicht ausschließen, dass ihnen die Verletzungen aus den Reihen des Publikums zugefügt wurden. Die Identitären betonten auf Twitter, dass Leute aus dem Publikum wild herumschlugen und wohl dabei die zwei Personen verletzt haben.

Die Richterin befand, dass die Aussagen der Zeugen nicht ausreichend nachvollziehbar gewesen seien. Die Vorwürfe der Körperverletzung gegen Martin Sellner und Julian U. führten heute zu Freisprüchen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (SB)

 

 

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