Rückkehrerinnen bereiten Bonner Behörden Sorge

Foto: Durch Sergio Delle Vedove/Shutterstock
Schau mir in die Augen, Ungläubiger! (Foto: Durch Sergio Delle Vedove/Shutterstock)

Die Salafistenhochburg und -Wohlfühlstadt Bonn hat wieder einmal Sorgen: Was soll man mit den vermummten Damen machen, die vor Jahren Deutschland verließen, um sich in Syrien und dem Irak dem Islamischen Staat anzuschließen und die nun, da das Weltreich der „Wahren Religion“ in sich zusammenfällt, wieder nach good Bonn Welcome rapefugees and terrorists zurückwollen, um sich und ihre Kinderlein hier auf Steuerzahlers Kosten pempern zu lassen? Da Bonn eine bunte, tolerante und weltoffene Stadt ohne Vorurteile gegen Klapperschlangen und Dschihadistinnen ist, werden wir auch dieses Problem (vielleicht durch Beten?) lösen. Willkommen zu Hause!

Von Verena B.

In Bonn haben die Sicherheitsbehörden nach Informationen des General-Anzeigers aktuell vier Rückkehrerinnen besonders im Visier. Sie werden als „Gefährderinnen“, also radikale und extremistische Musliminnen eingestuft, denen religiös motivierte Terroranschläge (Islam ist Frieden, Terrorismus hat nix mit Islam zu tun) zugetraut werden. Unter ihnen ist auch Amina B. (Name geändert), die vor 26 Jahren in Bad Neuenahr geboren wurde. Fünf Jahre ist es her, da reiste die Passdeutsche mit algerischen Wurzeln in die Levante aus. Ihr kleines Kind nahm sie mit und brachte unterwegs noch zwei weitere Kinderlein zur Welt. Was aus dem Vater der Kinderlein wurde, ist unbekannt.

Amina B. hielt sich zuletzt bei Bekannten in der Türkei auf. Als sie sich in der deutschen Botschaft in Ankara um neue Papiere bemühte, erfuhren die deutschen Behörden sozusagen auf dem „Dienstweg“ von ihren Rückkehrplänen. Vor einigen Tagen endete ihre Reise in den Krieg. Hurra: Sie und ihre Kinderlein sind wieder in Bonn!

Jetzt wird emsig „geprüft“, ob und inwieweit sich die 26-Jährige in Syrien strafbar gemacht hat. Wie der GA aus Sicherheitskreisen erfuhr, geht die Bundesanwaltschaft dem Anfangsverdacht nach, B. könnte eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt haben. Das wäre dann ein Verbrechen, das bei anderen Rückkehrerinnen aus Syrien zuletzt oft streng geahndet wurde. Wir erinnern uns an den Fall der Bad Godesbergerin Karolina Raffalska, die mit ihrem siebenjährigen Sohn nach Syrien ging, später reuevoll nach Bad Godesberg ohne Bad zurückkehrte, weil es ihr in Syrien doch nicht so gut ging, und die 2015 wegen Unterstützung des IS zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt wurde (Kosten zahlt nicht der Bürger, sondern der Bund). Ob auch Amina eine Verurteilung drohen könnte, ist derzeit unklar. Jedenfalls werden wir alles tun, um Amina wieder zu einem wertvollen Mitglied unserer Gesellschaft zu machen und ihre Vermummung darf sie auch weiter tragen, da wir Religionsfreiheit haben.

Vielleicht war es also auch eine der vermummten Rückkehrerinnen, die mir letztes Jahr vor Lidl mit dem Slogan von Pierre Vogel drohte: „Der Islam wird in dein Haus kommen, ob du willst oder nicht“, mir den Stinkefinger zeigte und in ihrem Auto davonbrauste. Daraufhin überlegte ich ernsthaft, ob ich nicht konvertieren sollte, denn erst, wenn wir alle müslimisiert sind, wird wieder Frieden in unserem Land herrschen.

Für die heimkehrenden Gotteskriegerinnen ist es gut, wenn sie viele Kinderlein haben: Je nach Familienstand der Eltern und den Umständen, unter denen die Kinder ins Ausland gelangten, kommt dann auch Kindesentziehung in Betracht, wie schon verschiedene andere Fälle gezeigt haben. Mit einem Strafverfahren in Deutschland ginge es  Amina B. indes noch vergleichsweise gut. Schlagzeilen machten zuletzt mehrere junge, teils minderjährige Frauen aus Deutschland, die derzeit in Syrien oder dem Irak auf einen Prozess warten und denen schlimmstenfalls die Todesstrafe droht. Ja, damit hatten die dummen Frauen nicht gerechnet, die sich wohl zuvor nicht eingehend mit den Gesetzen ihrer Scharia beschäftigt hatten.

Kinder und Jugendliche sind laut Verfassungsschutz fester Teil  der IS-Propaganda und stehen für eine neue Generation von Kämpfern. „Wir sehen die Gefahr, dass Kinder von Dschihadisten islamistisch (also im Sinne des toleranten und barmherzigen Korans) sozialisiert und indoktriniert aus den Kampfgebieten nach Deutschland zurückkehren“, sagte hierzu unlängst der weise und besonnene Chef des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, und warnte vor einer „neuen Dschihadisten-Generation“. Weil viele männliche VIP-Gotteskrieger in Haft säßen, besetzen die emanzipierten Frauen die Lücken in Form eines „Schwesternnetzwerkes“, dessen Ziel die Missionierung und Hetze gegen „Ungläubige“ ist. Mit dem Verbot der öffentlichen Verteilung des Hl. Mord-Korans sei der Salafismus hinter geschlossene Türen von Privatwohnungen gewandert.

Viele der Kinderlein tragen einschlägige Namen wie „Soldat Gottes“ oder „Löwe des Islams“. Behördenintern wird die Gefahr diskutiert, dass sie ihre Vornamen nach dem elterlichen Vorbild irgendwann im Klassenraum oder auf dem Schulhof zum Programm machen. Das ist aber nicht neu: Eine meiner Bekannten, die moslemischen Kindern Deutschunterricht gab, fragte mal einen kleinen Schüler, was er sich zu Weihnachten wünsche. Der antwortete: „einen Sprengstoffgürtel“. Daraufhin brach meine Bekannte den Unterricht ab, da sie einfach zu sehr an ihrem Leben hing und noch nicht sterben wollte. In der saudischen König-Fahd-Akademie war einmal ein Schüler, der „Dschihad“ hieß. Der beklagte sich, dass er keine Lehrstelle fände. Nach einem eindringlichen Aufruf des General-Anzeigers bekam er dann doch eine. Was aus ihm geworden ist, ist nicht bekannt. Vielleicht ist er ja auch schon im Dschihad, der Herr Dschihad.

Gerade, wenn Kinder im Spiel sind, sind auch Jugendamt, Sozialarbeiter und Präventionskonzepte gefragt. Doch die Perspektive, mit der sich die verschiedenen Stellen dem Thema nähern, fällt zuweilen sehr unterschiedlich aus. Sie finde es „fatal“, die Ängste zu schüren, als ob da kleine Monster zurückkommen, ließ die bekannteste Extremismusforscherin Claudia Dantschke von der Berliner Beratungsstelle Hayat kürzlich verlauten, die auch gerne mal einen Extremisten einstellt, der junge Radikale auf den rechten Weg zurückführen soll.

Für die Sicherheitsbehörden rückt die Islamistenszene in Bonn in einigen Tagen wieder näher ins Blickfeld: Bei einer Konferenz im Innenministerium in Berlin ist dann auch die hiesige Szene ein Thema, dem man sich vorurteilsfrei und ohne Rassismus widmen wird.

 

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