Malu Dreyer (SPD) macht gegen „Kandel ist überall“ mobil

Malu Dreyer (SPD) (Bild: Olaf Kosinsky; CC BY-SA 3.0 de)

Rheinland-Pfalz/Kandel – Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat sich am Dienstagabend nach Kandel begeben. Dort wurde versucht, mit einer überschaubaren Gruppe von besorgten Bürgern, dem SPD-Bürgermeister Günther Tielebörger und Vertretern der Initiative „Wir sind Kandel“ Strategien gegen den immer größer werdenden Unmut aus der Bevölkerung zu entwickeln. Die Lokalpresse dokumentiert das Versagen politisch Verantwortlicher einmal mehr völlig unkritisch und tendenziös.

Im rheinland-pfälzischen Kandel hat sich nach der Ermordung von Mia Valentin durch einen afghanischen Asylanten der Widerstand der Bevölkerung gegen eine verantwortungslose Politik in überwältigendem Maße gezeigt. Am 3. März demonstrierten 4.500 Bürger in der rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinde Kandel.  Die Akteure dieses politischen Versagens indes stellen sich nicht etwa hinter die immer größer werdende Gruppe jener, die diesen Missstand anzeigen.

Stelldichein der angeblichen „bürgerlichen Mitte“

So fand sich am Dienstagabend Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, in Kandel ein, um sich mit den immer gleichen Vertretern der sogenannten „bürgerlichen Mitte“ Strategien gegen den zunehmenden Bürgerprotest auszudenken. Im Kandeler Rathaus habe sich laut dem mehr als tendenziösen Bericht des Pfalz-Express, diese „bürgerliche Mitte“ in Gestalt von Vertreter des Vereins Handel und Gewerbe (VHG), von Vereinen und der Protestantischen und Katholischen Kirche, sowie der Gruppierung „Wir sind Kandel“ zusammengefunden. Mit dabei auch der SPD-Bürgermeister Günther Tielebörger der mit allen Mitteln versuchte, die missliebige Demonstration des Frauenbündnis „Kandel ist überall“ am 3.März zu verhindern, indem er mitteilte, keinen Strom und keine Toiletten zur Verfügung zu stellen (Jouwatch berichtete).

Die Lokalzeitung Pfalz-Express berichtet, dass sich Dreyer erst jetzt – zweieinhalb Monate nach der Ermordung von Mia Valentin –  in Kandel einfinden konnte, da sie die sowieso schon aufgeheizte Stimmung in der Stadt mit ihrer Anwesenheit nicht noch weiter anfachen wollte. Ihr Genosse Tiefenbörger habe sich laut der Lokalzeitung für den „Rückenwind aus Mainz“ artig bedankt und das Stelldichein, zu dem sich auch der, mit der Antifa demonstrierende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Volker Poß (SPD) gesellte, eröffnet. Poß hatte sich bei der „Kandel ist überall“-Demonstration am 1. Februar mit dem, in mehreren Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachteten linksextremistischen Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus Südpfalz“ solidarisiert (Jouwatch berichtete).

Dreyer sorgt sich 

Der Pfalz-Express stellte – ohne irgend einen Beleg für das Geschriebene zu erbringen – dar, dass den meisten Kandeler Einwohnern die „Kandel ist überall“- Demonstration gehörig gegen den Strich gehe und die Gewerbetreibenden schweren finanziellen Schaden erleiden würden.

Malu Dreyer, bislang nicht durch übermäßige Empathie für das Opfer oder die verängstigten Bürger aufgefallen, sorgt sich angeblich jetzt um die selbigen. Die Bürger wollen ihr normales Leben zurück haben, so die Feststellung. Den Grund für dieses verlorene „normale Leben“ sieht die SPD-Funktionärin jedoch nicht in einer, durch sie mitgetragenen verantwortungslosen Immigrationspolitik. Ihr Kampf gilt nicht den mordenden Asylanten, sondern jenen, die auf diese katastrophalen Zustände aufmerksam machen. „Türen zu und Rollos runter reichen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aus.“ Es gelte, sich selbstbewusst entgegenzustellen und deutlich zu machen: „Das wollen wir hier nicht“, so Dreyer.

Stimmungsmache durch parteiische Berichterstattung

Das Provinzblatt Pfalz-Express versäumt es nicht, seinen Erlebnisbericht mit einer gehörigen Portion Emotionen zu würzen. Ein anwesender Einzelhändler, der einen nicht abzuschätzenden „Tsunami „ im Anrollen sieht, habe folgende – ebenfalls von der Zeitung nicht näher belegte Gegebenheit berichtet: „Mit Tränen in den Augen berichtete er in die betroffene Stille hinein, wie in der Karlsruher Straßenbahn eine Gruppe Randalierer „mit einem Kandel ist überall-Button“ Mitfahrer angepöbelt und eine behinderte Frau im Rollstuhl angegangen habe. „Wenn wir den Krieg gewonnen hätten, gebe es so was wie Dich nicht“, hätten die Aggressoren von sich gegeben. Auch hoch betagte Senioren, die als Kinder die NS-Zeit noch erlebten, haben Angst: „Es ist wie in den 30er Jahren.“

Mutmaßlich als Beweis des Geschriebenen wurde abschließend vom Pfalz-Express behauptet, dass bei der Demo am 3. März „Personen“ in einer Hofeinfahrt von Demonstrationsteilnehmern, die die Polizeikette durchbrochen hätten, angegriffen worden seien. Dass es sich bei diesen „Personen“ zum guten Teil um laut pöbelnde und hoch aggressive Vertreter der Antifa handelte, darüber schwieg sich die devote Berichterstattung ebenso aus, wie darüber, dass die Polizei massiv Journalisten der Freien Medien behinderte (Jouwatch berichtete).

„Wir dürfen diesen Leuten nicht die öffentlichen Räume überlassen“

Dreyer habe am Ende des Abend eine erleichterte Gesprächsrunde mit folgenden Strategien und kreativen Ideen zurück gelassen: „Wir dürfen diesen Leuten nicht die öffentlichen Räume überlassen.“ Die bittere Erfahrung aus den letzten Jahren habe gezeigt: „Das erledigt sich nicht von allein“, so die SPD-Kampfansage, die durch Tipps wie „Hass- und Drohmails löschen und sich nicht davon vereinnahmen lassen“, flankiert wurden.

Die Konsensparteien wurden ebenfalls mit ins Boot genommen, indem der Landtagsabgeordnete SPD-Fraktionschef im Landtag, Alexander Schweitzer, am Dienstag die Fraktionen von SPD, CDU, FDP und Grünen angeschrieben und gebeten hatte , die Initiative „Wir sind Kandel“ zu unterstützen. Die Initiative ruf aktuell zu einer Gegendemo am 24. März auf.

Aufbruchstimmung und Erleichterung sei zu spüren gewesen, gemeinschaftliches Handeln sämtlicher Akteure und Gruppen trat in den Vordergrund, so der parteiische Pfalz-Express jubilierend. (SB)

Demonstrationsaufruf „Kandel ist überall“ am 24.3.2018

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