Feuer und Flamme für Feldmann!

Symbolfoto: Durch djumandji/shutterstock
Brennendes Autos (Symbolfoto: Durch djumandji/shutterstock)

Freudenfeuer“ im linken Szeneviertel von Frankfurt leiten neue leuchtende Amtszeit von OB ein. (Realsatire)  

Die Frankfurter fackeln nicht lange. Vor allem wenn es was zu feiern gibt. Irgendwie muss sie ja raus, die brennend heiße, lodernde Freude über den brandaktuellen Wahlerfolg des Zentralratsvorsitzenden der gleichgeschalteten Blockparteien in Frankfurt, Peter Feldmann, der am Sonntag ein Traumergebnis von 71 Prozent einfuhr. So viele glühende Verehrer hat nicht einmal Amtsvorgängerin Petra Roth mobilisieren können. Nur Eintracht-Frankfurt Kumpel Fußballpräsident Peter Fischer schnitt mit Honecker-Ergebnis von 99 Prozent noch besser ab.

Von Klaus Lelek

Dass nach so einem heißen Wahlabend Freudentränen fließen und die Emotionen buchstäblich überkochen, versteht sich von selbst. Ist dieses furiose Wahlergebnis doch ein regelrechtes Fanal, dass es in der Multikulti-Mainstream-Metropole mit der ausgelassenen südländischen Grillpartystimmung weiter gehen muss. Ein Flächenbrand gegen Rassismus und fremdenfeindliche Umtriebe. Da heißt es: Abfeiern bis die Feuerwehr kommt! Tanzen auf dem Vulkan. Aber wo soll man am Sonntagabend ab 22.30 Uhr Grillkohle hernehmen oder gar Holz? Sind doch alle nachhaltigen Rohstofflieferanten bei früheren Freudenfeuern buchstäblich verheizt worden. Darunter ein kompletter Aussichtsturm, ein hölzerner Waldorfkindergarten (unbehandeltes Bioholz), ein chinesischer Pavillon und noch ein Holzhäuschen am Main.

Welch ein Glück, dass es auch noch fossile Brennstoffe in Frankfurt gibt, und zwar in rauen Mengen. Und wenn dann beispielsweise einer gerade aus der Szenekneipe in der Berger Straße ins benachbarte Villen Viertel von Bornheim torkelt und so einen vollgetankten SUV BMW x5 sieht oder einen stattlichen Ford Kuga, dann ist das ja fast eine Einladung zu einem heißen Happening. Schließlich haben es doch die Studenten der Städelschule vorgemacht, als sie ein ausgebranntes Polizeiauto in der Bahnhofstraße platzierten und eine Performance einleiteten. Spätestens seit der straffreien, feurigen Antifa- EZB-Party und dem Mahnwachen-Feuer gegen einen bösen AfD-Rassisten in Sprendlingen wissen wir alle:  Autos anzünden ist reine Pyro-Kunst, ein Feuerwerk zündender Ideen. Rammstein-Sänger Lindemann hat sogar ein Lied draus gemacht: „Willst du dich von etwas trennen, must du es zuvor verbrennen- Willst du es nie wiedersehen, lass es schwimmen in Benzin.“

Das ist Kunst, so wie mit einer Marienstatue masturbieren oder Liegestützen auf dem Altar machen, Welpen stillen, Hühnchen „Möllemann“ taufen und köpfen und natürlich vor der Disko Säbeltanze aufführen. Auch Menschen köpfen ist Kunst und gehört als Kulturgut ins Museum. Sind wir nicht alle irgendwie Künstler oder zumindest Kulturrelativisten, so wie Folklorefan Bürgermeister Poss aus Kandel? Gibt es eine bessere Methode als Menschen mit brennenden Autos auf Smog, Parkplatzprobleme, verstopfte Straße, Stickoxyde und Feinstaub wachzurütteln? Das ist einprägsamer als Brandreden halten. Diese Kokelei ist Konsumkritik und Kapitalismuskritik in einem. Nur eins würde mich mal brennend interessieren: Warum wurde auch ein kleiner Hyundai i 10, so ein popliges Hilfsarbeiter- und Studentenauto abgefackelt? Das könnte ja rein theoretisch auch einem schutzsuchenden Syrer gehören, der sich das Fortbewegungsmittel hart erdealt hat und als unbegleiteter Flüchtling bei rotgrünen Pflegeeltern in Bornheim wohnt.  Was wollte uns der Künstler nur damit sagen? Vielleicht ist seine feurige Botschaft ja transzendent und gar nicht politisch motiviert. So wie der brennende Dornbusch in der Bibel im Buch Mose. Vor dem Brandstifter sind alle Verbrennungsmotoren gleich. Egal wieviel Hubraum, da in Flammen aufgeht.

Vielleicht bekomme ich das irgendwann mal raus. Ich will doch nicht dumm sterben. Jedenfalls klüger als die Frankfurter Polizei, die auch die Verursacher der letzten Brandserie im Dezember 2017 nicht ermitteln konnte. Ich glühe förmlich vor Wißbegierde!

PS: So ähnliche Feuerchen – von Freitaler “Lausbuben” entfacht –  werden in Dresden übrigens mit zehn Jahren Zuchthaus bestraft. Die eigentliche Kunst bei der Pyrokunst besteht eben darin, das man sich nicht erwischen lässt und die richtige politische Einstellung hat. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.

Wandere aus, solange es noch geht!
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