USA boomt – Das „Projekt Europa“ kriselt

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Während die offizielle Berichterstattung in den deutschen Propagandamedien zunehmend zum Selbstgespräch mutiert, lässt sich die Wirklichkeit jenseits der offiziellen Politik immer schlechter leugnen.

Von Ramiro Furlano

In Deutschland ist es der Großen Koalition aus schwarzen und roten Sozialkleptokraten für den Moment gelungen, sich über instabile Zeiten zu retten. Nachdem Krisen-Angie die CDU/CSU völlig kastriert hat, kann sie ab Mittwoch zum vierten Mal in Folge Bundeskanzlerin spielen. Beklatscht wird sie weniger von den konservativen deutschen Milieus, sondern von ihren Helfern und Helfershelfern in der Gemengelage zwischen „Energiewende“ und „Willkommenskultur“: Sogar die gegen alle Anfechtungen der Wirklichkeit abgedichteten Ökopathen haben inzwischen kapiert, dass in der Wirklichkeit jenseits von Stasi-Angie die Vladimir Putins, Viktor Orbans und Donald J. Trumps dieser Welt das Sagen haben – somit ist GroKo fürs linksalternative deutsche Kleinbürgertum momentan das Beste seit Instant-Dinkelbrei.

Aber nicht überall ist es so trostlos, wie in Stasi-Angies neuem Deutschland. Allen dem zuwiderlaufenden Anstrengungen zum Trotz hat die Welt sich weitergedreht. Und das offensichtlich in eine Richtung, auf die man in Berlin nicht vorbereitet war – wofür man selbstverständlich nicht sich, sondern andere zur Rechenschaft ziehen möchte.

Die USA erleben zurzeit den kräftigsten Wirtschaftsaufschwung seit über einer Generation: Das Bruttoinlandsprodukt wächst um über 3%, die Realeinkommen steigen. Die Arbeitslosigkeit ist stark gesunken, im schwarzen und lateinamerikanischen Milieu auf ihr historisch niedrigstes Niveau. Insbesondere die nach linksalternativer Lesart „drangsalierten“ und „entrechteten“ Bevölkerungsgruppen profitieren am meisten von der Wirtschaftspolitik des amerikanischen Präsidenten. Das ist wirklich sehr rassistisch von Donald J. Trump, wenn man dem deutschen Staatsfunk und der Qualitätspresse glaubt – für sein Geld arbeiten zu müssen ist doch praktisch Sklaverei, oder?

Währenddessen stiegen die Realeinkommen in Germany 2017 gegenüber dem Vorjahr um 0,7%. Dafür wird der Soli vielleicht um ein Prozent gesenkt. Wenn die deutsche Bundesregierung von „Stabilität“ spricht, heißt das vor allem eins: Besser wird’s nicht.

Diese Lehre lässt sich auch aus dem „Projekt Europa“ ziehen. Wiederum allen Bemühungen der deutschen Bundesregierung zum Trotz wird Österreich von einer Mitte-Rechts-Koalition regiert, die ihre Alpenrepublik nicht als Aufmarschfläche des deutschen Billiglohnsegments missbraucht sehen möchte – sehr im Gegensatz zu den linksalternativen Willkommens-Brigaden, deren zentrale „politische“ (oder auch: wahnhafte) Forderung sich so nahtlos mit den Interessen globaler Konzerne deckt, dass es einem eigentlich zu denken geben müsste. Aber zum Glück ist man unter Linken so durch und durch akademisch verblödet, dass man schon lange nicht mehr merkt, in welchen Widersprüchen man sich hier verheddert.

Inzwischen arbeiten auch die deutschen Propagandamedien zunehmend ins Leere mit ihren dümmlichen Versuchen, den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz als europäischen Trump und kleinen rechtspopulistischen Satan zu inszenieren. Liegt das nun daran, dass Medien und Politik blöder geworden sind oder daran, dass die Leute immer schlauer werden? Vielleicht an beidem.

Die „europäischen Ideale“

Aber nicht nur Österreich entzieht sich zunehmend dem Zugriff des maßgeblich von Berlin gesteuerten „Projekts Europa“. Während Erz-Eurokrat und Merkel Intimus Martin Selmayr in der letzten Woche gleich zweimal die Treppe im Berlaymont-Gebäude hochgestoßen wurde und nun als EU-Kommissionspräsident eines nicht mehr allzu fernen Tages die Nachfolge von Jean-Clown „für mich einen Doppelten“ Juncker antreten kann, geht die Visegrad-Gruppe noch mehr auf Distanz zu „Europa unter deutscher Führung“. Würde der Brüsseler Geldhahn nicht so fröhlich sprudeln, wäre die EU schon morgen um ein paar Länder kleiner. Denn wegen Guy Verhofstadts leutselig beschworener „Europäischer Ideale“ bleibt niemand in der EU.

Welche Ideale denn auch? In Katalonien wurden fast eintausend Menschen von der spanischen (nicht von ihrer eigenen) Polizei brutalstmöglich niedergeknüppelt, weil sie sich an einer Volksabstimmung beteiligen wollten. Die Leute wollten wählen gehen und sind deshalb im Krankenhaus gelandet – was vom Pro-EU-Milieu begrüßt und wofür die EU von manchen um die Menschenrechte sonst ach so besorgten Bessermenschen bejubelt wurde. Wenn die üblichen Verdächtigen nicht längst den Verstand verloren hätten, müssten sie sich schämen. Aber der Verlust der Scham ist nun mal das erste Symptom des klinischen Irreseins – sagt Siegmund Freud.

Und dann wundert man sich tatsächlich, dass die Italien-Wahl für „Projekt Europa“ in die Hose gegangen ist: Über 60% aller Wählerinnen und Wähler haben ihre Kreuze bei euroskeptischen Parteien gemacht. Es ist, kurz gesagt, offensichtlich, dass es nicht so weitergehen kann. „Europa unter deutscher Führung“ steckt in einer Krise, aus der es nur durch eine noch größere Krise, z.B. durch die seit Jahren angestrebte vollständige Fiskalunion, herausmanövriert werden kann. Das wäre, wenn die Einwohner in den nominell „reichen“ Ländern für die in den ach so „armen“ Ländern arbeiten gehen bis auch dem Ein-Euro-Sozialismus das Geld anderer Leute ausgeht.

Ich glaube, die Begeisterung über die Fiskalunion hält sich sogar in Krisen-Angies Kastraten-Union in Grenzen. Aber wenn es um den eigenen Arsch ging, war der CDU/CSU bereits in der Vergangenheit kein Opfer zu groß und kein politischer Preis zu teuer. Offenbar geht‘s der Mutti-Sekte auch mit über 30% noch immer viel zu gut in Umfragen. Und letzten Endes wird man auch bei der Fiskalunion machen, was „Mehr Europa!“ dient – und sich wie üblich hinter dem Mangel an „Alternative(n) für Deutschland“ verstecken.

Scheitert die Krise, dann scheitert „Europa“

Der Witz an der Sache wird ersichtlich, wenn man sich mal ansieht, was eines Tages von diesem „Europa“ übrigbleiben wird: Um welche Konkursmasse streitet man sich da? Ein paar Pleitestaaten auf dem Balkan, die von Brüssel durchgefüttert werden, um das deutsche Billiglohnsegment zu finanzieren – die ganzen Bauarbeiter, die den Ökopathen ihre überteuerten Eigentumswohnungen in Szenelage renovieren. Und dann die EU-Bereicherung durch Albanien, ein Land, von dem demnächst entscheidende wirtschaftliche Impulse für „Europa unter deutscher Führung“ ausgehen sollen – in den Branchen Diebstahl, Drogen, Menschenhandel und Prostitution?

Wie wär’s zur Abwechselung mal mit Deutschland unter deutscher Führung, liebe Europathen?

Außerdem: Die Krisenregion am Mittelmeer, wo bereits jetzt wieder die Menschenschmuggler in See stechen und Menschen gezielt in Seenot bringen, damit sie unter diesem Vorwand „gerettet“ werden können – aus einer Zwangslage, in die sich niemand begeben könnte, wenn vor der libyschen Küste nicht die Seelenverkäufer kreuzen würden, deren Kumpels an Land die „Refugees“ in Boote setzen, die selbstverständlich keine zehn Seemeilen schaffen. Finanziert von Leuten, die sich auf Kosten der Allgemeinheit ein „gutes Gewissen“ gönnen möchten und bis heute nicht wahrhaben wollen, was für eine Lüge sie leben.

Das ist das „Projekt Europa“, für das der deutsche Staat Ihre Steuereinnahmen kassiert, meine Damen und Herren. Wie, man hat Sie nicht danach gefragt, ob Sie das wirklich möchten? Sie können sich nicht daran erinnern, dass der Name eines Mitglieds der Brüsseler Beamtendiktatur auf irgendeinem Stimmzettel gestanden hätte, auf dem Sie ein Kreuzchen gemacht haben? Dann wird das wohl so sein. Denn das leutselig bejammerte „Demokratiedefizit“ der EU ist selbstverständlich kein Zufall, sondern das Ergebnis gründlicher, genauer Planung: Es wird immer mehr gewählt, aber es hat immer weniger zu bedeuten. Anders wäre „Mehr Europa“ schon seit Jahren nicht mehr durchzusetzen.

Es bleiben uns in Zukunft drei Möglichkeiten

Wir können uns von irgendwelchen trostlosen Existenzen, die aus ihrem ökologisch-kontrollierten Mustopf seit dem abgebrochenen Soziologiestudium nicht herauskommen, auch in Zukunft vormachen lassen, alles wäre wunderbar und müsste so sein. Das ist der Weg, auf dem die deutsche Propaganda und die offizielle Politik unterwegs sind. Mit welchem Erfolg, hat sich in den letzten zehn Jahren gezeigt, denn ohne diese Herrschaften wären wir nicht dort, wo wir uns heute befinden – in der Patsche. Aber ohne sie ist es unwahrscheinlich, dass wir auch in den nächsten zehn Jahren in der Klemme stecken.

Wir können versuchen, irgendetwas an der EU zu ändern. Das ist keine wirklich neue Idee und es wurde bereits in der Vergangenheit verschiedentlich um „Erneuerung“ und „Veränderungen“ gerungen. Dass die Diskussion um eine „Reform“ der EU nicht im ehrlichen, sondern im selbstzweckhaften Interesse des linksalternativen Establishments betrieben wurde, lässt sich nicht leugnen. Auch hier kennen wir also bereits jetzt das Ergebnis. Denn solange bei allen diesbezüglichen Fragen immer nur dieselbe Antwort herauskommen darf („Mehr Europa!“) ist jede weitere „Reform“-Arbeit überflüssig und man kann die kostbare Lebenszeit besser andernorts investieren.

Somit bleibt Staaten, die den demokratischen Selbstanspruch ernst nehmen, letztlich nur eine Option: der Austritt aus der EU. Und das wird entweder das sich seit dem Brexit abzeichnende Sterben auf Raten, oder der plötzliche, finale Kollaps der Brüsseler Beamtendiktatur nach dem Vorbild der UdSSR. Als deren Evil Empire hinter der Fassade komplett ausgehöhlt war, brach sein jämmerlicher Rest rasch in sich zusammen – sehr zum Leidwesen seiner damals rund 293 Millionen Einwohner, versteht sich. Es stellt sich die Frage, ob die Evil EU sich in ihrer Funktion als Nachfolgeorganisation der UdSSR eine vergleichbare Kulturkatastrophe leisten möchte. Aus meiner Sicht hätte Europa etwas Besseres verdient – die EU jedoch nicht.

Angesichts der Veränderungen in den westlichen EU-Staaten ist bereits jetzt absehbar, dass diese sich – ob mit oder ohne katastrophalem Verlauf ihrer Kulturkrise – so wie Venezuela, Südafrika, Nord Korea oder Zimbabwe entwickeln (selbstverständlich unter klimatischen Bedingungen, die dem Überleben unter freiem Himmel weniger zuträglich sind), während es den noch nicht ganz ausverkauften Staaten Osteuropas und Groß Britannien eventuell gelingen könnte, sich vor „Noch mehr Europa!“ rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

 

 

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