Horst Seehofers Kamikaze-Schwur (Oder: Wenn Pudel Frauchen anbellt)

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Von Quo usque tandem

Bei T-Online lese ich soeben Dinge, die mich anmuten, wie Sonnenaufgang nach einer dunklen Nacht ohne Hoffnung. So steht dort u. A.:

Der designierte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat einen „Masterplan für schnellere Asylverfahren und konsequentere Abschiebungen“ angekündigt.

 Dafür werde er sich sofort nach der Amtsübernahme mit allen Mitarbeitern und den nachgeordneten Behörden zusammensetzen, sagte er der„Bild am Sonntag“. „Die Zahl der Rückführungen muss deutlich erhöht werden [hört! hört!]. Besonders bei Straftätern und Gefährdern unter den Asylbewerbern müssen wir härter durchgreifen.“ [klingt wie Sphären-Musik!]

Weiter lese ich da: Generell kündigte Seehofer „null Toleranz gegenüber Straftätern“ an. „Wir wollen ein weltoffenes und liberales Land bleiben. Aber wenn es um den Schutz der Bürger geht, brauchen wir einen starken Staat. Dafür werde ich sorgen.“ Die Polizei müsse die optimale technische Ausstattung bekommen [welch kühnes Konzept!]. Wir brauchen eine wirksame Videoüberwachung an allen Brennpunkten im Land“, sagte der künftige Innenminister.

In der neuen Bundesregierung, die am Mittwoch vereidigt werden soll, will der CSU-Chef nach eigenen Worten für Tempo sorgen [oha!]. „Nach Ostern gibt es die erste Kabinetts-klausur und dann ist Ende der Diskussion. Dann wird umgesetzt!“ [das ist er, unser bayerischer Macher!]

Aber, Horsti! Hast du das denn alles bereits mit Deiner Chefin, Angela Merkel, abgestimmt? Falls nicht – hast du keine Angst, dass Du wegen „Aufsässigkeit“ und „vorlauter Reden“ in die Ecke geschickt wirst oder vielleicht sogar was mit dem Rohrstockerl abbekommst?

Vielleicht wird Dich ja dann auch diese Ladung von Honigseim nicht vor dem Zorn der Zarina bewahren:

Als wir jetzt nächtelang verhandelt haben, sind immer wieder Kollegen die Augen zuge-fallen. Nur Angela Merkel ist das nie passiert. Sie blüht geradezu auf. Wenn der Sonnen-aufgang naht [der Mann hat poetisches Potential] und sie 20 Stunden die Verhandlungen geleitet hat. Diese Konzentration und Präzision nötige ihm den höchsten Respekt ab.

 Horsti! Horsti! Ich habe Angst um Dich. Du kommst mir vor, wie der Knabe auf dem Eis. Höre auf meinen Rat:Noch ist Zeit, Dich wieder auf die Hinterpfötchen zu setzen und ein braves Pudelchen zu sein.

Mein persönliches Fazit: Wir vergessen besser die eingangs erwähnte Morgenröte und richten auf dreieinhalb Jahre „Weiter so“ ein.

Wandere aus, solange es noch geht!
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