Schnappatmung bei der BILD: Putin-Interview im amerikanischen Fernsehen

Foto: Collage
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Kurz vor der russischen Präsidentschaftswahl gab Wladimir Putin im amerikanischen Fernsehen ein Interview, das von Megyn Kelly für den Sender NBC geführt wurde. Die BILD echauffiert sich. Der Kommentar.

von Max Erdinger

Die BILD: “ (…) hat der russische Präsident Wladimir Putin dem amerikanischen Fernsehsender NBC ein Interview gegeben.

Darin strotzte er nur so vor Dreistigkeiten, wie eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen belegt.“

Wenn Putin nicht das bestätigt, was die BILD vorher behauptet hat, dann handelt es sich  also um eine Dreistigkeit. Daß dieser Putin aber auch so wenig Respekt vor der BILD hat!?

Gefragt, ob die regelmäßigen Chemiewaffen-Angriffe des Assad-Regimes in Syrien „Fake News“ seien, antwortete Putin: „Natürlich!“ Die Rebellen wollten „es so aussehen lassen, als ob die syrische Armee diese Waffen benutzt“. Putin weiter: „Wir wissen das, es interessiert uns nicht. Ich möchte sagen, es langweilt uns.

Unfassbar! Dieser Putin glaubt also tatsächlich, daß er in einer solchen Frage besser informiert sei als die BILD! Weiß dieser Mensch eigentlich gar nichts!?

Überhaupt halte Putin nicht besonders viel von irgendeiner Opposition im eigenen Land. Die derzeitigen Aktivitäten seiner Gegner seien „nicht genug für die positive Entwicklung des Landes“. Dies könne zu einer gewissen „Zerstörung“ führen. Das Land brauche aber „Gestaltung“. Mit anderen Worten: ihn.

Das stimmt ja so nicht. Putin hält nicht viel von einer Opposition, die sich vom Ausland finanzieren läßt. Das ist ungefähr so wie bei Orban und Zeman, resp. so, wie bei allen, die noch alle Latten am Zaun haben. Wer will schon ukrainische Verhältnisse für Russland? Putin sicher nicht. Putin ist seit nunmehr 16 Jahren ein wahrer Segen für sein Land. Wäre das anders, wäre der deutche Ex-Kanzler Gerhard Schröder wohl kaum sein Freund.

Mindestens genauso dreist waren seine Ausführungen zur nachweislichen russischen Einmischung in den US-Wahlkampf 2016, der zugunsten Donald Trumps ausging.

Interviewerin Kelly fragte ihn, ob er die von den Untersuchungsbehörden festgestellte Einmischung von 13 russischen Staatsbürgern und drei Firmen billige. Seine Antwort: „Das interessiert mich überhaupt nicht“. Keine der Personen oder Firmen stehe in Zusammenhang mit seiner Regierung.“

So dreist wie die BILD lügt aber sonst auch niemand. Außer den Deutschen weiß inzwischen die ganze Welt, wer diese Russlandconnection hergestellt hat und wer Trumps Wahlkampfteam umfänglichst hat abhören lassen. Nixons Watergate-Affäre war Pipifax dagegen. Aber gut möglich ist es natürlich, daß Trump wegen 13 russischer Staatsangehöriger und drei russischen Firmen Präsident geworden ist, völlig am Willen Clintons, Obamas und dem Wählerwillen der Amerikaner vorbei. Man unterschätze diese Russen nicht!

„Nur für einen fand Putin lobende Worte. US-Präsident Donald Trump. Der sei ein „erfahrener Geschäftsmann“. Auch wenn Trump noch nicht lange in der Politik sei, „er lernt schnell“. Putin sagte, dass er Trumps Äußerungen auf Twitter nicht verfolge. Auch habe er selbst nicht vor, sich über den Kurznachrichtendienst mitzuteilen. „Donald ist da moderner.“

Da schäumt der Redakteur, da kocht sein Blut. Wie kann es dieser Putin wagen, einen amerikanischen Präsidenten, von dem die ganze „Wie-wir-alle-ganz-genau-wissen-Republik“ genau weiß, was für ein grottenschlechter Mensch er ist, als einen netten Typen zu skizzieren? Und „schnell lernen“ soll dieser Frisurenkasper auch noch? Putin sagt, von jedweder BILD-Zeitung unkontrolliert, im amerikanischen Fernsehen indirekt, daß die BILD-Redaktion aus lauter verlogenen Zipfeln besteht!? Da heißt es, ein Rumpelstilztänzchen zur Rettung von Springerfriedes Lauterkeit zum Vortrag zu bringen. Aber hallo.

Es ist übrigens ein böses Gerücht, daß man an einer schmerzhaften Arschlochvergiftung stirbt, wenn man sich mit der BILD den Hintern abwischt. Da wollte bloß wieder jemand die Auflage nach unten drücken. Ehrlich!

 

 

 

 

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