Nach linksmotivierten „Rauswurf“: Petition für Steimle

(Bild: ThomasGigold; gemeinfrei)
Uwe Steimle (Bild: ThomasGigold; gemeinfrei)

Der Kabarettist Uwe Steimle wurde zum Schirmherren der Ökumenische Friedensdekade, die alljährlich im Vorfeld des Buß- und Bettages auf bis zu 4.000 Einzelveranstaltungen bundesweit für Friedenprojekte wirbt, ernannt. Kurze Zeit darauf – nach linkspolitisch motivierter Kritik – wurde Steimle die Schirmherrschaft durch Jan Gildemeister, Vorsitzender des Vereins, wieder aberkannt. Steimle würde der Bürgerbewegung Pegida nahe stehen und sich in seinen Programmen „fremdenfeindlich“ äußern so die Kritik.

Menschen für Konflikte in der Gesellschaft, Frieden und Gerechtigkeit sensibilisieren will, wurde kontrovers diskutiert. nackpunkt sei, dass Steimles Äußerungen „keine eindeutige Distanzierung von rechtspopulistischen Positionen bzw. der Pegida-Bewegung erkennen“ lassen würden. „Verlautbarungen über Israel und die USA seien einseitig, würden der Komplexität nicht gerecht und ließen die Grenze zu antiamerikanischen und antisemitischen Positionen verschwimmen“.

Die Organisatoren räumten ein, nicht genügend über Steimle recherchiert zu haben. Erst durch eine „Welle teilweise heftiger Kritik, besonders bei […] sächsischen […] Partnern sowie bei Initiativen, die gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus arbeiten“ sei man auf die Problematik aufmerksam geworden, hieß es in dem von den Organisatoren veröffentlichten Pressetext.

Nun fordert eine Petition, eine Entschuldigung des Vereins der Ökumenische Friedensdekade beim Künstler, sowie seine Rückberufung. Die Petition hat Torsten Küllig, Landesvorstand des Vereins “Mehr Demokratie“, initiiert. Darin heißt es:

„Mit Unverständnis haben wir aus Ihrer Pressemitteilung vom 28.02.2018 entnommen, dass Sie Uwe Steimle die Schirmherrschaft Ihres Vereins für die Ökumenische FriedensDekade aufgrund von Denunziationen nach wenigen Stunden wieder entzogen haben.

Sie beziehen sich dabei auf „Eine Welle teilweise heftiger Kritik, besonders bei unseren sächsischen Partnerinnen und Partnern sowie bei Initiativen, die gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus arbeiten“. Uns ist nicht bekannt, welche Gruppierungen hier im Namen der Sachsen sprechen und worauf sich die hier angeführte Kritik konkret bezieht. Wir jedenfalls teilen diese Einschätzung über Uwe Steimle nicht.

Im Gegenteil: Wir finden, Sie haben Ihre Entscheidung auf der Basis von Angst und mit nicht eindeutig belegbaren Fakten getroffen. Wir finden es traurig, dass sich ein Verein, der sich der Erhaltung des Friedens widmet, friedensbewegte Menschen einer durch externe Akteure betriebener Gesinnungsprüfung unterwirft. Was ist denn „grenzwertig“ und was „grenzüberschreitend“ in den Aussagen von Uwe Steimle? Und wodurch sind diese Akteure überhaupt ermächtigt, diese Grenzen festzulegen?

Es ist die ureigenste Aufgabe eines Kabarettisten, auf Missstände aufmerksam zu machen und dabei gelegentlich Grenzen zu überschreiten. Ein guter Kabarettist hält den Regierenden den Spiegel vors Gesicht und nicht dem Volke!

Uwe Steimle ist ein streitbarer Geist, keine Frage, aber zeichnen sich freiheitliche Gesellschaften nicht gerade dadurch aus, dass streitbare Menschen auch Repräsentanten sein können, sein müssen? Sind sie nicht geradezu zwingend notwendig für eine offene und tolerante Gesellschaft mit einer gesunden Diskurskultur? Wir glauben, dass Sie bei Ihrer Entscheidung Angst hatten, -Angst davor, von den Medien, die die politische Deutungshoheit an sich gerissen haben, als rechts bezeichnet zu werden, – Angst in die unsägliche Ecke des Extremismus gestellt zu werden, weil Sie es wagen, streitbare Geister im Sinne Ihres guten Zwecks zu mobilisieren.

Mit unseren Unterschriften möchten wir Sie auffordern, mutig zu sein, mutig im Sinne demokratischer Freiheiten – und sich bei Uwe Steimle dafür zu entschuldigen, dass Sie ängstlich waren und ihn abberufen haben. Diese Entschuldigung sind Sie dem Kabarettisten und Menschen Uwe Steimle und vielen Bürgern schuldig.“

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