Judenfeindlichkeit – Herr Wolffsohn entlarvt die Lumpenpresse

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Fake-News (Foto: Collage)

Wie jeder Besucher meines kleinen Eckladens weiß, wird diesseits des Ladentresens zwischen „Lückenpresse“, „Lügenpresse“ und „Lumpenpresse“ penibel differenziert. Ein sogenannter Paradefall sei heute traktiert.

Von Michael Klonovsky

Vor anderthalb Wochen gab der Historiker Michael Wolffsohn der Neuen Zürcher Zeitung ein Interview, dessen Kernaussage lautete: Gewalt gegen Juden in Deutschland geht ausschließlich von Muslimen aus. Hören wir kurz hinein:

NZZ: Wenn heute von Judenhass die Rede ist, dann geht es fast immer um rechte Antisemiten.

Wolffsohn: Die gibt es natürlich. Mit einem Unterschied: Der alte Jean-Marie Le Pen, so grässlich er war und ist, hat keine Gewalt an Juden verübt und sie auch nicht gefordert. Gleiches gilt in Deutschland für AfD und Pegida. Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen.

NZZ: Die deutsche Kriminalstatistik hat vergangenes Jahr knapp 1500 antisemitische Straftaten erfasst. 90 Prozent sollen Rechtsradikale verübt haben.

Wolffsohn: Dieses Bild ist völlig verzerrt. Viele Vorfälle landen unter dem Stichwort «Israel-Palästina-Konflikt» in einer anderen Statistik, der für politisch motivierte Kriminalität. Freundlich formuliert, könnte man von Verschleierung sprechen.

NZZ: Und unfreundlich?

Wolffsohn: Es ist eine Lüge. Wenn ich mich in meinem jüdischen Bekanntenkreis umhöre, dann sagen alle das Gleiche: Gewalt gegen Juden geht ausschliesslich von Muslimen aus.

NZZ: Sind Sie selbst schon bedroht worden?

Wolffsohn: Natürlich. Auf der Strasse, im Taxi, an der S-Bahn-Haltestelle. «Du bist doch dieser Israel-Freund», höre ich dann.
(Das ganze Gespräch finden Sie hier.)

Ich habe extra ein bisschen Zeit verstreichen lassen, um abzuwarten, ob irgendein Medium diese Aussage eines ja nicht ganz unprominenten deutschen Juden verbreitet. Man kann sich ja nach bewährter Art und Weise ausmalen, was abginge, wenn Wolffsohn gesagt hätte, diese Gewalt ginge vorwiegend von Neonazis oder indigenen Wutbürgern aus; Spiegel online hätte die Meldung ganz oben auf der Propagandarolle platziert, Lanz lüde lüstern zum Betroffenheitsplausch, Zeit und SZ hätten es ja schon immer gewusst und so immerfort. So aber: kein Mucks. Von der Jungen Freiheit abgesehen, erwähnte lediglich die BZ schüchtern den für die Wahrheits- und Regierungspresse recht erschütternden Befund.

Von „Lügenpresse“ kann in diesem Fall tatsächlich nicht die Rede sein, niemand hat eine Lüge verbreitet. Der Begriff „Lückenpresse“ dagegen beschreibt den Vorgang so treffend wie jedes Statement von Frau Göring-Eckardt den geistigen Zustand ihrer Partei. Ob man von „Lumpenpresse“ sprechen kann, ist wiederum eine Ansichtsfrage. Direkt falsch wäre es jedenfalls nicht.

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