London: Schüler des Jahres ist IS-Bombenbauer

Foto: screenshot YouTube
Missglückter Bombenanschlag in London (Foto: screenshot YouTube)

In Großbritannien steht der Parsons Green Bomber Ahmed Hassan vor Gericht. Er hatte am 15.September vergangenen Jahres eine selbstgebaute Bombe in einem Bahnwaggon in London deponiert, die nur durch Zufall nicht richtig zündete. Der Prozess zeigt wieder einmal das Versagen der Behörden, die IS-Kämpfer leichtgläubig als unbegleitete Minderjährige nach Europa einreisen lassen und so das Leben der einheimischen Bevölkerung auf´s Spiel setzen.

Von Marilla Slominski

Der Iraker Ahmed Hassan war illegal auf einem Lastwagen durch den Euro-Tunnel eingereist. Bei den Behörden gab er an, 15 Jahre alt zu sein – bis heute sind sein wahres Alter und seine Identität nicht geklärt. Schon bei seiner ersten Anhörung zum Asylverfahren am 18.Januar 2016 erklärte er den Behörden, er sei vom IS zusammen mit rund 1000 anderen Männer als Killer ausgebildet worden. „Sie haben uns gezeigt, wie man tötet“, gab der angeblich minderjährige Hassan damals an so The Express.

Er habe damals nur bereitwillig gemacht, weil er Angst gehabt hätte, der IS töte seine Familie. Er sei aus Angst vor dem IS nach Großbritannien gereist und kein IS-Schläfer, erzählte er den Behörden, die ihm bereitwillig glaubten und ihn in einem Kinderheim unterbrachten. Dort viel er kurz nach seiner Ankunft auf, als er sich IS-Propagandovideos anguckte und hörte begeistert IS-Lieder wie „Ruf zu den Waffen“, in dem es heißt: „Wir kommen, um euch in euren Häusern und Ländern zu schlachten.“

Bei seinen Betreuern ließ dieses Verhalten keine Alarmglocken schrillen – im Gegenteil, sie brachten ihn in einer Pflegefamilie unter. Er ging auf´s Brooklands College in Surrey, wo er Medien- und Fotokurse belegte und einen Film drehte, in dem ein Handy zerstört wurde. Sein Engagement machte sich bezahlt  – das College ernannte ihn zum „Schüler des Jahres“ und spendierte ihm einen als Belohnung einen Gutschein über rund 20 Euro.

Ahmed Hassan hatte auch gleich Verwendung für das Geld. Der gut ausgebildete IS-Fan  bestellte bei Amazon ein paar Chemikalien für seine Bombe, marschierte u.a. zu Aldi und erstand dort Batterien, Bohrmaschine und Schraubenzieher. Als seine Pflegeeltern für eine Woche in den Urlaub fuhren, nutzte er ihre Abwesenheit zum Bombe basteln.

Am 15.September war es dann soweit. Auf Aufnahmen der Videoüberwachung ist zu sehen, wie Musterschüler Hassan seinen Eimer-Sprengsatz in einer Lidl Tüte versteckt seelenruhig in den U-Bahnhof Wimbledon trägt, vorbei an Schulkindern und Pendlern und in dem Waggon plaziert. Der Eimer ging, kurz bevor der Zug in der Station Parsons Green einlief, in einem großen Feuerball auf, die geplante Detonation scheiterte. Einige der 93 Fahrgäste erlitten Verbrennungen, die Flammen und der Knall lösten eine Panik aus, viele Menschen rannten um ihr Leben. Es sei pures Glück gewesen, dass die Bombe nicht wie vorgesehen explodiert sei. Es sei die Absicht des Täters gewesen, Menschen zu töten, hieß es in der Gerichtsverhandlung.

Vom ausgebildeten IS-Mörder zum Musterschüler an einer englischen Schule und wieder zurück – eine „normale“ Geschichte im heutigen Europa.

 

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