Hamburg: Merkelkritik nur unter Polizeischutz. „Falsche Meinung“ bleibt gefährlich

Hamburg lässt sich nicht vorschreiben, was es zu denken hat. (Screenshot youtube)

Wieder war in Hamburg ein massives Polizeiaufgebot nötig, um gegen die Politik von Angela Merkel zu protestieren. Die Zahlen: 350 Demonstranten, 870 Gegendemonstranten und 1118 Polizisten. Die „Gegendemonstration“, die den Gänsemarkt belegte hatte, konnte ihre „Ansichten“ ohne Polizeischutz verbreiten. Wenn es halt die „richtige Meinung“ ist.

Die Hamburger Polizeipressestelle:

Hamburg (ots) – Zeiten: a.) 05.03.2018, 19:00 Uhr bis 20:00 Uhr; b.) 05.03.2018, 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr;

Orte: a.) Hamburg-St. Pauli, Dag-Hammarskjöld-Platz; b.) Hamburg-Neustadt, Gänsemarkt

a.) Durch eine Privatperson wurde bei der Versammlungsbehörde für heute Abend in der Zeit von 19:00 Uhr bis 20:00 Uhr eine Versammlung zum Tenor „Merkel muss weg!“ mit erwarteten 300 bis 400 Teilnehmern auf dem Dag-Hammarskjöld-Platz angemeldet. Die Versammlung begann um 19:00 Uhr mit zirka 350 Teilnehmern. 

Am Versammlungsort wurden unter anderem Transparente mit der Aufschrift “ Merkel muss weg!“, „Ich bin kein Nazi und trotzdem anderer Meinung!“, „Die Intoleranten sind die Diktatoren von morgen!“ und „I have a dream: dass ich eines Tages ohne massiven Polizeischutz meine Meinung äußern kann“ gezeigt. 

Im unmittelbaren Umfeld des Dag-Hammarskjöld-Platz hielten sich zirka 850 Personen des linken Spektrums auf. Kleingruppen versuchten über die, in den Dammtorbahnhof einfahrenden S-Bahnen zur Versammlung auf dem Dag-Hammarskjöld-Platz zu gelangen. Dieses konnte durch Polizeikräfte verhindert werden. Die im Bahnhof befindlichen zirka 100 Versammlungsgegner wurden um 18:28 Uhr von der Bundespolizei aus dem Bahnhof auf den Theodor-Heuss-Platz gebracht.

Ein 23-jähriger Mann konnte durch Polizeikräfte der Bundespolizei vorläufig festgenommen werden, da er zuvor im Umfeld des Dammtorbahnhofs eine Teilnehmerin der Versammlung „Merkel muss weg!“ körperlich angegriffen und ihr eine Deutschland-Fahne geraubt hatte. 

Nach Beendigung der Versammlung um 19:57 Uhr wurden die ehemaligen Versammlungsteilnehmer durch Polizeikräfte störungsfrei zum Bahnhof Dammtor begleitet.

b.) Für den Zeitraum von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr wurde durch die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) eine Versammlung unter dem Tenor „Aufstehen gegen Nazis und Rassisten!“ mit 100 Teilnehmern im Bereich Gänsemarkt angemeldet. 

Die Versammlung begann um 18:09 Uhr mit 120 Teilnehmern. Es wurden Redebeiträge gehalten und Transparente mit den Schriftzügen „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ und „Aufstehen gegen Rassismus“ gezeigt. Außerdem wurde über einen Lautsprecherwagen Musik abgespielt. 

Im Verlauf der Versammlung meldete die Versammlungsleiterin bei der Polizei einen Aufzug an. Dieser bewegte sich gegen 18:52 Uhr mit 170 Teilnehmern vom Gänsemarkt – Dammtorstraße – Dammtordamm in Richtung 76er-Kriegerdenkmal. Gegen 19:04 Uhr erreichte der Aufzug den Endkundgebungsort. Dort meldete die Leiterin im Anschluss eine Versammlung bis 20:00 Uhr an. (HA)

PS: Am nächsten Montag um 19 Uhr wird weiter gegen Merkel demonstriert. Wohl wieder auf dem Gänsemarkt.

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