RBB-Live-Diskussion zu Cottbus mit Kontrollverlust

Foto: Screenshot/Youtube
Foto: Screenshot/Youtube

Zur Live-Diskussion „Cottbus unerhört?!“ vom 01. März 2018

von Albrecht von Stinde

Schon in der Anmoderation erfolgt die entsprechende Einordnung des Senders, welche die Wahrnehmung der Zuschauer vorab beeinflussen/ manipulieren soll. Zitat: „Der rechtspopulistische Verein Zukunft Heimat…“.

Bürgermeisterin von Cottbus Marietta Tzschoppe (SPD) darf zuerst das Wort ergreifen. Sie fühle sich nach wie vor wohl in ihrer Heimatstadt. Ob das wirklich stimmt und ob sie sich auch noch so wohl nach dem Ausgang dieser Live-Sendung fühlt, darf bezweifelt werden.

Ihre Hauptaufgabe sehe sie darin, bei den, Zitat, „Flüchtlingen“, um deren, Zitat, „Integration“ zu sorgen.

Sie dankt dann demonstrativ und trotzig den Kräften, den Menschen in Cottbus, die sie bei der „Integration“, konkret der Ansiedlung dieser „Flüchtlinge“ in und um Cottbus unterstützen. Dafür Applaus. In Folge hört dann der Publikumsmoderator entspannt ins Publikum hinein, zuerst kommt ein älterer Herr zu Wort, der, wenig erbaut, vom neusten Übergriff an der Schule seines Sohnes berichtet und dann darauf eine nach wie vor euphorische Flüchtlingshelferin, der es „unheimlich Spaß“ macht mit den sog. Flüchtlingen „zu arbeiten“. Dafür gibt es Applaus.

Dann kommt Christoph Bernd, Sprecher des Vereins Zukunft Heimat zu Wort (ab Min. 5.25). Nicht, ohne zuvor vom Moderator eine typisch beeinflussende Frage gestellt zu bekommen, die bereits eine moralische Bewertung und indirekt eine Verurteilung enthält. Seine Absicht: Die Wahrnehmung des Zuschauer in eine ebenfalls bestimmte Richtung/ Sicht und vor allem Bewertung zu lenken. Dies macht er mit der Frage an Herrn Bernd, wie wichtig es denn sei, „auf das Thema Angst zu setzen“ und ob „die Angst“ ihm die Demonstranten zutreiben würde. Christoph Bernd, dem diese Kommunikationstechnik offensichtlich bekannt ist, sie daher durchschaut, antwortet nicht wie erwartet in sich rechtfertigender Weise, sondern trifft eine Feststellung. Er erwidert, es gehe weder ihm noch den Demonstranten um Angst, sondern „um die Heimat“. Dann benennt er in sachlicher, überzeugender Weise die Gründe seines Engagements, zieht den Bogen bis zum eigentlichen Sündenfall, der widerrechtlichen Öffnung der Grenzen durch die Regierung Merkel am 4. September 2015 und der dadurch hervorgerufenen unheilvollen Entwicklung für die Deutschen in ganz Deutschland, in Stadt und Land, so auch in Cottbus. Dafür erhält er donnernden Applaus, gegen den auch der weitersprechende Moderator nicht ankommt. So muss er kurz schweigen.

Im Weiteren kommen noch der Präsident der örtlichen Universität, eine ausländische Studentin, der örtliche Polizeichef, ein Theologe aus Sachsen, für die Landesregierung Martina Münch (SPD) zu Wort. Ab Minute 28.00 können sich dann Gäste aus dem Publikum äußern und auch Fragen an die Diskussionsteilnehmer zu stellen. Ab Minute 32.00 geht es ein weiteres Mal hoch her, als Herr Bernd auf einige Tatsachen und Grundsätzlichkeiten hinweist. Der sächsische Theologe Frank Richter stellt dann fest und empfiehlt dann mit theologischer Autorität „Lautstärke reduzieren, das ist ein Beleg für Glaubwürdigkeit“. Also: Immer schön leise bleiben, liebes Volk! Herr Richter offenbart hier deutlich, dass er die Dramatik der derzeitigen deutschen Verhältnisse und den Ernst der Stunde nicht erkannt hat. Der Verfasser fragte sich daraufhin auch, ob dieser Theologe auch Luther (nachdem er die päpstliche Bulle mit seiner Vogelfreiheit erhielt), den empörten und aufgebrachten Menschen des 4. Standes 1789 in Frankreich, den deutschen Freiheitskämpfern der Befreiungskriege gegen die französische Fremdherrschaft 1813-15 oder aber auch den deutschen Studenten, die sich 1832 beim Hambacher Fest Demokratie, Freiheit und Reform der als bedrückend empfundenen Verhältnisse auf die Fahnen geschrieben hatten, nicht ebenfalls Gleiches empfohlen hätte – immer schön still bleiben, bloß nicht zu laut etwas einfordern! Getreu des Richterschen Mottos: „Lautstärke reduzieren, das ist ein Beleg für Glaubwürdigkeit!“ Ein wahrlich denkwürdiger Satz.

Gleich im Anschluss gewinnt die eh schon angespannte und durchaus spannende Atmosphäre nochmals an Spannung, als ein Herr aus dem Publikum Gelegenheit bekommt ebenfalls einige wichtige Grundsätzlichkeiten klarzustellen, wie etwa, dass es in ganz Deutschland keinen Flüchtling gebe und weshalb. Intensiver Applaus. Der Gesichtsausdruck beider SPD-Damen hierauf ist bezeichnend. Dann äußert er sich zum Thema der Integration, der Moslems und des Islams. Drastischer Applaus. Der Präsident der Universität, obgleich er dem Herrn in einem Punkt zustimmt, versucht dann zu relativieren, als er von den nur 8% Ausländern in Cottbus spricht, die Hälfte davon sei von seiner Uni und davon wären nur 1% Moslems. Weshalb er hier überhaupt kein Problem sehe, eine irgendwie geartete „Unterwerfungssituation“ sei daher nur eingebildet. Dann endlich kommt ein „Flüchtling“ zu Wort, namens Mohammed, der emotional sehr aufgebracht ist. Er fühlt sich persönlich angegriffen. Offenbar ein Syrer, denn zunächst führt er aus, sein Deutsch ist noch nicht so gut, er sei geflüchtet, da sie „Krieg und Diktaturpräsident haben“. Dann aber geht er gleich in die Anklage. Er habe auch die Gegendemo „Leben ohne Haß“ mitorganisiert. Und wie man es wagen könne, gegen seine Religion zu schimpfen. „Jeder darf in Deutschland sein Religion selbst denken“.

Der Verfasser vermisste hier eine wenigstens kleine Distanzierung oder Verurteilung der von seinen moslemischen Glaubensgenossen begangenen Straftaten (von Bedrohung, Einschüchterung, Körperverletzung bis schwerste Körperverletzung). Doch dazu kam nichts.

Abschließend bemühen sich die beiden sehr angestrengt wirkenden Damen von der SPD einen allgemeinverbindlichen Konsens zu benennen, eher zu verordnen. Nimmt doch Frau Ministerin Münch von der Landesregierung Zuflucht bei „unserer Geschichte“ und entblödet sich doch tatsächlich nicht, mit strengem Ernst in der Stimme, einen Vergleich mit 1945 zu ziehen, wo „Deutsche auch geflüchtet sind“, „Deutsche auch als Flüchtlinge kamen“, „Deutsche auch Flüchtlinge waren, die durch einen Krieg…“. Weiter kommt sie nicht, da empörter, lautstarker Protest aus dem Publikum. Der Moderator muss eingreifen. Dann klagt sie an, sehr emotionalisiert, „wir“ hätten damals ja so viele Migranten in alle Welt getrieben. Daher unser Asylrecht und daher müssten wir Menschen, die aus einem Krieg kommen, aufnehmen. Applaus.

Zum Schluss setzt dann noch Theologe Richter Christentum und Islam gleich, richtet seine Rede vor allem an den zuvor sehr kritischen Herrn im Publikum. In der DDR sei er aufgrund seines christlichen Glaubens pauschal abgelehnt worden, das Christentum ebenso. Dann appelliert er, bittet: „Bitte lehnen Sie nicht eine gesamte Weltreligion pauschal ab!“. Muslime seinen keine besseren oder schlechteren Menschen. Die Aussagen des zuvor erwähnten Herrn hätten einen „pauschalen Ablehnungscharakter“. „Wir“ könnten das so nicht stehenlassen. Erwidern darf der so belehrte Herr nicht, er kann jedoch noch dem Theologen zurufen, ob dieser mal den Koran gelesen habe.

Insgesamt erlebte der Verfasser spannende 47 Minuten Live-Diskussion. Unbedingt sehenswert. Eine offene Diskussion, wie noch nicht gesehen, von einigen Aussagen/ Verhalten des Moderators als auch der Anmoderation abgesehen, mit denen versucht wurde, die Wahrnehmung in die gewünschte Bewertungsrichtung zu lenken. Es fiel auf, dass die Vertreter des Establishments, die für die Politik der unkontrolliert offenen Grenzen und der illegalen moslemischen Massenzuwanderung stehen, keinen guten Stand hatten. Dass ihre bisherige Art der Argumentation, gepaart mit moralischen Vorhaltungen, nicht mehr wirksam griff. Dass ihnen zorniger, heftiger Protest entgegenschlug. Es war ihnen deutlich anzumerken, anzusehen, dass sie dadurch verunsichert waren – und dass sie sich bewusst wurden: ihre bisherige Deutungshoheit der Realität haben sie verloren.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.