Lauren Southern: „Die südafrikanische Regierung lässt die Farmen verdorren“

Foto: Durch SasaStock/Shutterstock
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Die ständigen Farmüberfälle und Morde, sind eine Sache mit der die weißen Farmer in Südafrika täglich zu kämpfen habe, doch das zweite Problem ist ein noch drängenderes – es ist eine verheerende Dürre. Die kanadische Vloggerin Lauren Southern besuchte auf ihrer Reise durch Südafrika den Farmer Louis Lateghan, dessen Schicksal eines von vielen im heutigen „Regenbogenland“ ist. 

von Lauren Southern – Übersetzung Marilla Slominski

Der Westen des südafrikanischen Kaps steht der vor der größten Wasserknappheit der letzten 113 Jahre. Auch andere Regionen haben seit vier Jahren nur wenig bis garkeinen Regen gehabt.

Die Regierung hat Millionen von Rand als Hilfe versprochen, doch durch Korruption und Missmanagement ist das Geld verschwunden. Selbst Kapstadt, der  touristischen Hauptstadt des Landes, wird in wenigen Wochen kein Wasser mehr haben.

Was ist mit den Farmen? Sie bleiben sich selbst überlassen, das Land stirbt.

Angesichts einer korrupten Regierung und der Dürre müssen Farmer wie Louis Lateghan unmögliche Entscheidungen treffen.

„Wir trocknen aus und der Staat hat das als ein Disaster bezeichnet. Sie versprachen uns 375 000 Rand (rund 25.500 Euro) für unseren Distrikt, doch das Geld ist nie bei uns angekommen. Niemand weiß, wo das Geld ist. Offiziell heiße es, es wurde gestohlen und das macht alles noch viel schlimmer“, erzählt Louis.

Er führt mich über seine Farm, wo die Auswirkungen der Dürre überall zu sehen sind. Vertrocknetes Land, soweit das Auge reicht. „Ich kann es mir nicht mehr leisten, dass Wasser aus dem Grund hochzupumpen, alles ist gestorben. Ich kann es mir auch nicht mehr leisten, meine Maschinen einzusetzen oder Futter für das Vieh zu kaufen. Es ist alles total sinnlos. Meine Farm war eine grüne Oase, gesund und perfekt. Jetzt ist alles zu Staub geworden. Der Boden ist übersät mit den Knochen meiner verendeten Schafe, die verdurstet sind.“

Die südafrikanische Regierung hat die „Black Economic Empowerment“ Politik eingeführt. Unternehmen dürfen nicht mehr als 8 Prozent weiße Arbeiter beschäftigen. Seitdem diese Maßnahmen eingeführt wurden, ist es für Ingenieure und andere hochqualifizierte Arbeiter schwierig geworden, beschäftigt zu werden. Das hat die Wasserkrise noch verstärkt.

„Ich kann auch mein altes Haus nicht mehr unterhalten. Wir könne keine Reparaturen mehr durchführen und wohnen jetzt in einem viel kleineren Gebäude am Ende der Straße. Von meinem Haus ist nicht mehr viel übrig, der Boden ist verrottet, die Mauern bröckeln…Das ist der Ort an dem meine Kinder geboren wurden, ich habe das alles mit meiner Frau zusammen mit viel Liebe aufgebaut, jetzt ist es nur noch Schutt. Das passiert allen hier. Du kannst kreuz und quer durch das Land fahren und überall siehst du diese verfallenen Farmen. Es sind extrem schwierige Zeiten für uns. Sie versuchen alles, um uns zu brechen“, so Louis Lateghan.

In einem Land, dass so abhängig ist von den Lebensmitteln, die diese Farmen produzieren, und einem der größten Exportschlager, der Angora- und Mohair-Wolle der Schafe, ist es nur schwer zu verstehen, dass die Regierung so wenig tut, um zu helfen oder schlimmer noch, wie einige spekulieren, die Hilfe bewusst verweigert im Kampf um das Land der Farmer.

„Das Ziel der Regierung ist, es uns wirtschaftlich schwer zu machen, ob Benzin oder Gebäudesteuern, sie verlangen von uns in allem überhöhte Steuern. Das Leben aller hier in Südafrika wird ruiniert. Sie tun uns das mit voller Absicht an. Die Regierung tut nichts für uns. Sie wollen uns leiden und tot sehen. An dieser Strategie haben sie seit Jahren gearbeitet. Es ist hart, hier jeden Tag zu arbeiten, in dem Wissen, dass sie dich in sechs Monaten hier rausschmeißen. Die Regierung sagt ganz offen, dass sie uns unser Land wegnehmen werden. Ich werde mich nie davon erholen. Ich hoffe nur, meine Kinder habe eines Tages ein besseres Leben“ erzählt Louis traurig.

„Mit einem Farmer wie Louis zu sprechen ist unglaublich hart. Nicht nur, dass sie jeden Tag mit der Angst vor den brutalen Überfällen leben müssen. Für sie ist jeder Tag ein Überlebenskampf, ein Kampf um das Land, mit dem sie so tief verwurzelt sind“ fasst Lauren Southern ihren Besuch bei dem weißen Farmer zusammen.

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