Zum Glück: Die USA beenden die Globalisierung

Foto:v Durch tcly/Shutterstock
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Präsident Trump kündigt Strafzölle an, die die Welt verändern werden

Die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten, die Globalisierung unter dem Deckmantel des Freihandels und der WTO zu beenden, ist ein Segen für die gesamte westliche Welt. Der sogenannte Freihandel hat Konzerne und Aktionäre reicher gemacht, die Arbeitnehmer der Industriestaaten entrechtet, verarmt und die Demokratien gefährdet. Für Deutschland bedeuten diese ersten aber sicher nicht letzten Strafzölle, Link [1], den Zwang seine Exportabhängigkeit zu beenden. Auch wir müssen umdenken, uns abschotten und zu einer Hochlohn- und Hochzinspolitik zurückkehren, um wieder eine starke Binnenwirtschaft zu schaffen, die uns nachhaltig gesunden lässt.

Von Walter Ehret

Wer die momentane Situation verstehen will, muss ein Blick auf die Ursachen werfen: Der Wirtschaftsliberalismus wurde nach dem Fall der Sowjetunion von US-Geostrategen als Instrument der Vorherrschaft erdacht und vorangetrieben. Doch wie sich zeigte, überwogen die Nachteile der „one world“ Doktrin die Vorteile der liberalisierten Wirtschaft für die westlichen Volkswirtschaften. In den Vereinigten Staaten gab es beispielsweise aufgrund der wirtschaftlichen Fehlentwicklung des Freihandels seit 1980 keinen Reallohnzuwachs mehr, wobei die Lebenshaltungskosten in diesem Zeitraum wie fast überall explodierten. 50% der US-Amerikaner arbeiteten für einen Mindestlohn von ehemals 5 Dollar/Stunde von dem sie nicht leben konnten. Ganze Großstädte wurden arbeitslos, weil die Produktionsstätten aufgrund der Billiglohnimporte nicht mehr konkurrenzfähig waren, schlossen oder schneller als anderswo in die kostengünstige Dritte Welt verlagert wurden. Eine ähnliche Negativentwicklung erlitten wir auch in Deutschland. Die Demokratie selbst wurde zu Gunsten eines alles beherrschenden Wirtschaftsdiktats abgebaut. Das führte bei der letzten US-Präsidentschaftswahl zu dem Aufstand der Amerikaner gegen das Establishment an den Wahlurnen. Diese Wirtschaftskatastrophe zu beenden, dafür wurde Präsident Trump von den amerikanischen Arbeitnehmern gewählt. Und eben dieses Konzept des „America First“, setzt er nun wie versprochen um.

Doch statt zu lamentieren und einen Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten anzukündigen, wie das die EU gerade versucht, wie die „Zeit“ berichtet, Link [2], den wir ohnehin verlieren werden, sollten wir mit Sofortmaßnahmen beginnen, um unsere Wirtschaft umzustellen, bevor sie uns um die Ohren fliegt. Denn hierzulande sollte niemand vergessen, die USA sind im Gegensatz zum exportabhängigen Deutschland eine autarke nicht angreifbare Wirtschaftswelt für sich. Die „Welt“ berichtet über mögliche neue US-Sanktionen gegen die deutsche Autoindustrie, Link [3].

Wenn wir aus dieser Misere entkommen und unseren Wohlstand erhalten wollen, müssen auch wir die Regeln ändern, sonst werden wir zwischen den, einen Wirtschaftskrieg führenden Blöcken USA und China zerrieben. Die Grundlage unserer künftigen Wirtschaftsstabilität kann deshalb nur eine starke Binnenwirtschaft sein.

Eine Voraussetzung dafür wäre eine wirtschaftspolitische Umorientierung hin zu einer Hochlohn- und Hochzinspolitik, die es den Menschen wieder ermöglicht zu konsumieren, Vermögen anzuhäufen und so die Wirtschaftsnachfrage im Land anzukurbeln und nachhaltig zu erhalten. Grundlage dafür wäre eine rigorose Abschottung unserer Wirtschaft gegen Billiglohnimporte. Das ist erreichbar, indem wir überaus gerechtfertigte Schutzzölle auf alle Importe aus Ländern erheben, die nicht mit unseren hohen Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerstandards produzieren.

Wir brauchen dabei auch keine Angst davor zu haben, unsere Produkte weltweit nicht mehr verkaufen zu können, wenn wir uns auf unsere wirtschaftlichen Stärken der Hochtechnologien besinnen, die es anderswo so nicht gibt. Speziell die wichtige Autoindustrie sollte dabei von der Sackgassentechnologie des Stromantriebs ablassen und statt dessen auf den Wasserstoffantrieb setzen, an dem vor allem in Japan zukunftsträchtig mit Hochdruck geforscht wird. Eine reine Wasserstoffwirtschaft, als wirtschaftliche Grundlage unseres Landes, ist technisch längst realisierbar, überfällig und würde uns weitgehend rohstoffunabhängig machen und uns so den politischen Fängen der Global Player entziehen. Weiterführend dazu berichtet die Zeit zum Thema Wasserstoffantrieb in Link [4].

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir unser Land dafür wieder in Richtung eines erstrangigen Forschungsstandort der automatisierten Industrie als Ausgangspunkt für die Produktion überlegener und marktfähiger Hochtechnologieprodukte hin entwickeln. Die Aufgabe der deutschen Gesellschaft, Politik und Industrie ist es, in einem Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland „High end Produkte“ zu produzieren, die weltweit unverzichtbar und gefragt sind. Denn im Billigsektor können wir mit den kostengünstigen Dritte Welt Staaten oder Subventionswirtschaften wie China nicht mithalten. Hierfür ist es, neben anderen Maßnahmen, aber auch notwendig, mit gesetzlichen Mitteln die fremde Kontrolle oder Übernahme von deutschen Schlüsselindustrien zu untersagen und den Diebstahl oder den Abfluss von technologischem Wissen oder seinen Einkauf zu unterbinden. Hinsichtlich der ständigen Technologieabsaugung in Richtung China, berichtet die Welt, Link [5].

Und gehen wir diesen Weg, wird die von Präsident Trump eingeleitete neue Wirtschtsära für unser Land ein langfristiger Segen sein. Sie wird den Fluch der Verarmung durch immer niedrigere Reallöhne und der Wirtschaftsflucht von uns nehmen. Der Protektionismus wird uns aus der Falle der Exportabhängigkeit führen und uns wieder zukunftsfähig machen. Stellen wir uns dieser Entwicklung zu Gunsten der Interessen der Finanzwirtschaft aber entgegen, wie es das Kabinett Merkel gegenwärtig versucht, werden wir mittelfristig in Millionenarbeitslosigkeit und Chaos versinken. Einfach deshalb, weil der US-Administration unter der Devise „America First“ das gewaltige deutsch/amerikanische Handelsbilanzdefizit zum Nachteil der US-Wirtschaft seit langem ein Dorn im Auge ist. Die Vereinigten Staaten werden schon alleine aus diesem Grund ganz sicher keine Rücksicht auf lästige deutsche Befindlichkeiten nehmen.

Es sollte deshalb jeder Verantwortliche in der Politik und in der Gesellschaft endlich die Zeichen der Zeit erkennen: Die Globalisierung ist durch die Einführung von Schutzzöllen gescheitert und die WTO als ihr Ausführungsorgan wird in Kürze in der Mottenkiste der Bedeutungslosigkeit versinken. Man mag es begrüßen oder bejammern, es ist ein Fakt, mit dem wir uns auseinander zu setzen haben. Es beginnt die neue Wirtschaftsära des nationalen Protektionismus, der den Wohlstand der westlichen Industriestaaten erneuern wird, wenn wir uns darauf einlassen. Sich dieser Entwicklung entgegenstemmen zu wollen, heißt einen verlustreichen Handelskrieg heraufzubeschwören, der uns in jeder Hinsicht teuer zu stehen kommen wird und keinen Schritt voranbringt.

Walter Ehret – 02.03.2018

Quellen:
[1] SZ – Trump macht ernst mit „america first“:
http://www.sueddeutsche.de/…/strafzoelle-auf-stahl-und-alum…
[2] Die Zeit – EU bereitet offenbar Strafzölle auf US-Produkte vor:
http://www.zeit.de/…/eu-usa-handelskrieg-strafzoelle-us-pro…
[3] Die Welt – Trump droht europäischer Autoindustrie mit Strafzöllen:
https://www.welt.de/…/Neue-Eskalationsstufe-Trump-droht-eur…
[4] Die Zeit – Der Wasserstoff, aus dem die Träume sind:
http://www.zeit.de/…/kraftstoff-wasserstoff-mercedes-techno…
[5] Die Welt – Deutschland wird zwischen zwei Giganten zerrieben:
https://www.welt.de/…/China-und-USA-Deutschland-wird-zwisch…

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