Der Turmbau zu Merkel? Deutsch als Landesprache bei der CDU nicht mehr angesagt

Der Turmbau zu Babel. Ohne gemeinsame Sprache sieht es mau aus.(Bild: Gustave Doré, Public domain, via Wikimedia Commons)

Deutsch als Landessprache im Grundgesetz? Aber doch nicht mit Angela Merkel. Das die CDU (und damit auch sie) seit knapp einem Jahrzehnt genau das fordert und vorangetrieben hat? Wen kümmert das? Volk ist Bevölkerung. Bevölkerung ist vielfältig. Eine Landessprache? Machen wir doch „Turmbau zu Babel“. Lasset uns mit tausend Zungen sprechen.

Dass Angela Merkel inhaltsfluid ist, hat sie ja schon bei vielen Einstellungen wie zu Multikulti, Energie, Masseneinwanderung oder Doppelpass gezeigt. Ewig dagegen und dann plötzlich umso vehementer dafür.

Schön das Merkel bei der Verankerung der Deutschen Sprache im Grundgesetz mal ohne Wendehals auskommt.

Denn da war sie noch nie eine großer Freundin von. Unsere alternativlosen Kanzlerin ist ja alles Nationale und auch die Fahne zuwider, die Entsorgung des Gröhe-Fähnchens nach dem Wahlsieg 2013 zeigte da schon in eine ganz ungute Richtung.

Und so möchte Merkel eben auch nicht, das Deutsch als Landesprache ins Grundgesetz kommt. Ein Grundgesetz an dem man sonst permanent herumschraubt. Doch wenn Merkel was möchte, oder eben nicht, ist die CDU genau so inhaltsfluide wie ihre Vorturnerin.

Josef Kraus in „Nun möchte die Union Deutsch doch nicht im Grundgesetz verankern“ auf Tichys Einblick zur Diskussion des AfD Antrags zu einem „Gesetz zur Festschreibung der deutschen Sprache als Landessprache“ mit anschließender Abstimmung am 2. März:

Normal ist das nicht. Kein Land der Welt verleugnet seine Kultur in diesem Maße, wie es die Deutschen tun bzw. auf Anordnung der politischen „Elite“ gefälligst zu tun haben. Bleiben wir bei der Sprache: In Österreich lautet der erste Absatz des Artikels 8 des Bundesverfassungsgesetzes (B-VG): „Die deutsche Sprache ist, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten bundesgesetzlich eingeräumten Rechte, die Staatssprache der Republik.“ Seit 1999 hält der Artikel 4 der Bundesverfassung der Schweiz fest, dass die Landessprachen in der Schweiz Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch sind. Für Franzosen ist es selbstverständlich, dass in Artikel 2 nationale Symbole wie Flagge und Hymne und seit 1992 auch die französische Sprache als Landessprache festgelegt sind: „La langue de la République est le français.“

Da die Afd diesen Antrag eingebracht hat, war ja sowieso klar, man würde nicht mit DENEN stimmen. Die selbsternannten demokratischen Parteien inkl. der SED-Nachfolgepartei die Linke, hatten sich ja darauf geeinigt, das man grundsätzlich alle AfD-Anträge ablehnt, auch wenn die AfD gleiche fordert, was man selber auch will.

Josef Krauss findet das lächerlich:

Sollte die AfD demnächst den Antrag einbringen, dass 2 plus 2 gleich 4 ergibt, dann wird die Union womöglich auch hier dagegen stimmen. Nur eines dürfte klar sein: Mit ihrer mittlerweile offenbar auf links getrimmten Attitüde in Sachen Volk/Leitkultur/Deutschlandfahne/Patriotismus wird die Union keinen Blumentopf gewinnen und der AfD weitere Wähler zuführen. Denn Nationalallergiker wählen „grün“ oder „rot“ als Original, aber nicht das CDU/CSU-Imitat.

Die Diskussion erinnert an die biblische Geschichte vom Turmbau zu Babel. Auch so ein gesellschaftliches Experiment, was dann leider in die Hose ging. Wikipedia zur bekanntesten Geschichte des alten Testamentes, dessen einfache Schlussfolgerung auf der Hand liegt:

Theologen werten das Turmbau-Vorhaben als Versuch der Menschheit, Gott gleichzukommen. Wegen dieser Selbstüberhebung bringt Gott den Turmbau unblutig zum Stillstand, indem er eine Sprachverwirrung hervorruft, welche wegen unüberwindbarer Verständigungsschwierigkeiten zur Aufgabe des Projektes zwingt und die daran Bauenden aus dem gleichen Grunde über die ganze Erde zerstreut. (Gen 11,7,8 EU)

Der Begriff babylonische (Babylon lag im Irak) Sprachverwirrung ist seitdem ein geflügeltes Wort für eine Situation, in der keiner mehr die Sprache des anderen versteht und ohne  Kommunikation alles zusammenbricht.

Nun gibt es natürlich noch eine Sprache, die völlig ohne Worte auskommt: Die Gewalt. Der Stärkere hat Recht. Diese Sprache kennt jeder, versteht jeder: Täter und Opfer. Dass Gewalt leider keine sehr schöne und auch nicht besonders elegante Kommunikationsform ist, da können wir ja mittlerweile im Alltag Erfahrungen sammeln. (DiF)

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