Linke blockieren US-Botschafter für Deutschland

"Umstrittener Scharfmacher" Richard Grenell

Während ein Handelskrieg zwischen den USA und der EU droht, herrscht in der US-Botschaft am Pariser Platz immer noch gähnende Leere im Chefsessel, weil linke Senatoren den nominierten US-Botschafter Richard Grenell blockieren.

von Collin McMahon

Richard Grenell machte seinen Master in Verwaltung in Harvard, war sieben Jahre lang US-Sprecher an den Vereinten Nationen, solang wie keiner seiner Vorgänger, und beriet vier UNO-Botschafter der USA. Danach arbeitete er als außenpolitischer Sprecher für den Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney 2012 und besiegte 2013 den Krebs mittels Chemotherapie. Time Magazine wählte seinen Twitter-Feed zu einem der 10 wichtigsten politischen Twitter-Seiten 2014. Außerdem ist er der erste bekennende Schwule, den Trump für ein hohes Amt nominiert hat und gratulierte Jens Spahn zu seiner Nominierung als Gesundheitsminister – insofern passt er doch ganz gut zu Berlin, würde man meinen.

Trotzdem bleibt sein Büro mit Blick übers Brandenburger Tor leer – weil die Demokraten unter Chuck Schumer im Senat seine Nominierung blockieren. Am 1.9.2017 nominierte Trump Grenell zum Botschafter in Deutschland, am 26.10. wurde er vom Auswärtigen Ausschuss des Senats einstimmig genehmigt. Doch der Senat blockiert seitdem die Personalie, weil Grenell sich angeblich „frauenfeindlich“ geäußert habe. Die linken Demokraten haben unter Trump soviele Nominierungen blockiert wie noch nie in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Die Hälfte von Trumps Nominierungen liegen immer noch im Kongress auf Wiedervorlage.

Die Frankfurter Rundschau nannte ihn einen „umstrittenen Hardliner“ und brachte den unfassbaren Skandal um Grenell auf den Punkt: „Bei Twitter mokierte er sich unter anderem über Michelle Obama, Hillary Clinton und die linksliberale TV-Moderatorin Rachel Maddow. Clinton sehe wie (die zehn Jahre ältere) Ex-Außenministerin Madeleine Albright aus, spöttelte er und empfahl Maddow, sie solle „mal durchatmen und eine Halskette anziehen“. Auch über die Frisur der US-Botschafterin beim Vatikan, Callista Gingrich, machte er sich lustig.“ Über ihre Frisur! Das geht natürlich gar nicht. (Wer jetzt nicht lacht hat keinen Humor.)

Wegen diesen „an den Haaren“ herbeigezogenen Vorwürfen liegen also die zerrütteten Beziehungen zwischen Washington und Berlin auf Eis. Der jetzige Außenminister Sigmar Gabriel hatte am Tag nach der Wahl statt zu gratulieren Trump den „Vorreiter einer neuen autoritären und chauvinistischen Internationalen“ genannt, der „Frauen an den Herd oder ins Bett“ wünschte und „Schwule in den Knast“. Linke wollen dagegen Schwule scheinbar nicht in hohe Ämter lassen, wenn sie konservativ sind, Herr Gabriel.

„Es ist eine Katastrophe, dass unsere Beziehungen zu den USA, unserem wichtigsten internationalen Verbündeten, in den Händen von Männern wie Sigmar Gabriel und Jean-Claude Juncker liegen, während die Linken im US-Senat die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA weiter torpedieren“, sagte Petr Bystron, Außenpolitischer Sprecher der AfD im Bundestag gegenüber jouwatch. „Wir hoffen, dass die skandalöse Blockade von Richard Grenells Nominierung schnellstmöglich aufgehoben wird.“

 

Collin McMahon ist Autor und Übersetzer. Er schreibt ein Buch über Donald Trump, das im Mai im Antaios Verlag erscheint. 

 

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