Schulmassaker in den USA: Die Folgen einer vaterlosen Kindheit

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Massenmörder Nikolas Cruz (screenshot YouTube)

Für die gesamte deutsche Besserwisser-Medienlandschaft ist klar, wie das letzte Schulmassaker in Florida hätte verhindert werden könne – sie spulen wie gewohnt ihre Endlos-Forderung nach schärferen Waffengesetzen ab. In den USA geht die mediale Aufarbeitung des Blutbades etwas tiefer – hier geht es auch um die neue „vaterlose“ Gesellschaft.

von Marilla Slominski

Die US-Kolumnistin Ann Coulter sieht die Schuld für den Tod von 17 Schülern, die von dem 19-jährigen Nikolas Cruz  in der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland/Florida erschossen wurden, auch bei der liberalen Gesetzgebung durch die Demokraten, die unter allen Umständen verhindern wollten, dass „auffällige“ Schüler in Gefängnissen landen und ihnen so die Zukunft verbaut wird.

„Schul- und Polizeibeamte wussten, dass Cruz eine tickende Zeitbombe war. Cruz hätte nicht deutlicher zeigen können, dass er ein gefährlicher Psychotiker war. Er griff Studenten an, verfluchte Lehrer, trat gegen Klassenzimmertüren, begann Faustkämpfe, warf Stühle, drohte, andere Studenten zu töten, verstümmelte kleine Tiere, bedrohte seine Mutter mit einem Gewehr, trank Benzin und schnitt sich selbst. Es gab viele „rote Fahnen“, meint Ann Coulter in The DailyCaller.

Mindestens drei Schüler hätten der Schulverwaltung die ‚fast ununterbrochenen Todesdrohungen angezeigt, die Cruz gegen sie ausgesprochen hatte. Er wolle sie töten: „Ich werde es genießen, dich auf dem Rasen zu sehen“, „Ich werde zusehen, wie du verblutest“ „Ich werde dich totschießen“ – einschließlich eines Fotos, dass Cruz mit Waffen zeigte. Sie warnten die Schulbehörden davor, dass er Waffen zur Schule mitbringen könnte und reichten schriftliche Berichte ein, so die US-Kolumnistin.

Obwohl solche Drohungen ein Verbrechen seien, sei der 19-Jährige nie verhaftet worden. Stattdessen sei er von Schule zu Schule weitergereicht worden – ganze sechs Mal in nur drei Jahren.

Todesdrohungen und Tierquälerei ohne Konsequenzen

„Cruz wurde nie verhaftet. Er wurde nicht den Strafverfolgungsbehörden gemeldet. Er wurde nicht einmal der Schule verwiesen“, führt Coulter an.

Dahinter stecke die „schwachsinnige“ Idee der “school-to-prison pipeline” der Demokraten. Nach ihr würden die Zukunftsaussichten vieler farbiger Jugendliche durch zu viele Behördeneinträge und Vorstrafen gemindert. Deshalb hat der Weg für die meisten von ihnen von der Schulbank bislang direkt in die Gefängnisse geführt. Die Lösung der Demokraten sei einfach,  Vergehen nicht mehr zu bestrafen, weiß Ann Coulter.

„Es ist wie „Der Zauberer von Oz“, nur umgekehrt. Der Zauberer sagte der Vogelscheuche: Sie brauchen keine Ausbildung, Sie brauchen nur ein Diplom! Die „Schule-zu-Gefängnis-Pipeline“ sagt den Schülern: Du musst dich nicht in der High School benehmen, du musst sie einfach ohne Vorstrafen verlassen!“, so das Fazit der US-Kolumnistin.

Ein zweiter Hintergrund, der in den US-Medien groß thematisiert wird, ist die Tatsache, dass die meisten Schul-Massenmörder ohne Väter aufgewachsen sind. Auch auf den 19-jährigen Nikolas Cruz trifft das zu. Sein Adoptivvater starb, als er sechs Jahre war.

„Eins der größten sozialen Probleme im heutigen Amerika, sind die vielen vaterlosen Haushalte, in denen Kinder groß werden“, berichtet Jay Ambrose, Kolumnist auf Courier&Press.

Die Eltern des jetzt 23-jährigen Dylann Roof, dem weißen Rassisten, der 2015 neun Afroamerikaner in einer Kirche in Charleston, South Carolina ermordet hat, ließen sich schon vor seiner Geburt scheiden. Adam Lanza (20) ermordete 2012 seine Mutter,  20 Erstklässler und sechs Angestellte an der Sandy Hook Grundschule in Newtown, Connecticut. Während der letzten zwei Jahre habe er nicht einmal mit seinem Vater gesprochen.

„Laut einer Studie , seien 63 Prozent aller jugendlichen Selbstmörder in vaterlosen Haushalten aufgewachsen. Eine andere Studie der Michigan State University fand heraus, dass 75 Prozent aller erwachsenen Mörder ohne Vater und 85 Prozent aller Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten nur mit ihrer Mutter aufgewachsen sind“, führt der Kolumnist Ambrose aus.

Die neue vaterlose Gesellschaft – Ursache für Selbstmorde und Morde?

Bereits 2013 habe Professor Brad Wilcox von der University of Virginia darauf hingewiesen, dass bei so gut wie jeder Schul-Attacke der letzten Jahre, ein junger Mann involviert gewesen sei, dessen Eltern getrennt lebten oder niemals verheiratet waren. Studien belegen, dass alle Schulattentäter eine Gemeinsamkeit hätten, eine Kindheit ohne Vater, berichtet auch The DailyWire.

Auf der CNN-Liste der „27 tödlichsten Massenerschießungen der US-Geschichte“, die von jungen Männer seit 2005 begangen wurden, sei nur einer der Mörder von seinem biologischen Vater erzogen worden, stellte Peter Hasson in The Federalist bereits 2015 fest.

„Gewalt? Es gibt eine direkte Korrelation zwischen vaterlosen Kindern und Gewalt im Teenageralter. Selbstmord? Vaterlose Kinder sind mehr als doppelt so häufig suizidgefährdet. Schulabbruch? 71 Prozent der Schulabbrecher hatten einen vaterlosen Hintergrund. Drogenmissbrauch? Laut dem US-Ministerium für Gesundheit und Sozialdienste „haben vaterlose Kinder ein dramatisch höheres Risiko für Drogen- und Alkoholmissbrauch.“ Was ist mit Waffen? Zwei der stärksten Korrelationen bei Mördern ist zum einen das Aufwachsen ohne Vater und der Schulabbruch, der direkt mit dem Fehlen eines aktiven oder gegenwärtigen Vaters zusammenhängt“, so Hasson damals.

Auch der ehemalige republikanische Senator Rick Santorum legt in der aktuellen Debatte bei CNN seinen Finger in die Wunde: “Waffenkontrolle ist eine Sache, über die wir sprechen müssen. Aber worüber wir auch reden müssen, ist der Fakt, dass alle Täter eine Gemeinsamkeit aufweisen, und die ist ihr Aufwachsen ohne Vater. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir es schaffen, dass wieder mehr Väter am Leben ihrer Kinder aktiv teilzunehmen,“ so Santorum in der Sendung „New Day“.

Der Zusammenbruch des  traditionellen Familiebildes, von allen Linken so sehr herbeigesehnt und gefördert, scheint für Kinder einen ungeahnten Einfluss auf ihre psychische Entwicklung zu haben. Die Forderung nach schärferen Waffengesetzen ist wieder einmal nur das symbolische herumdoktern an Symptomen, die Ursache für Blutbäder wie in Florida scheinen weit aus tiefer zu liegen.

 

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