Kelber schießt sich selbst ins Bein

Foto: Screenshot/Youtube
Ein Populist (Foto: Screenshot/Youtube)

Zerfressen vom Hass auf die rasant an Fahrt gewinnende populistische (populistisch für:„America first, Italy first, Germany first“ usw.) AfD hatte der Antipopulist und Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber („Wer Nazi ist, bestimme ich von der Sterbenden Partei Deutschland SPD“) die Zeitungen des Springer-Verlags heftig kritisiert und u.a. als „Sprachrohre für die AfD-Ideologie“ bezeichnet.

Die Bild-Zeitung sei überdies „schon immer rassistisch, anti-liberal und populistisch gewesen“, schrieb er in seinem „Berliner Informationsbrief“. Die Berichterstattung von „Bild“ und „Welt“ bezeichnete der antidemokratische Hetzer als „Angriff auf die liberale Demokratie“, von der er selber keine Ahnung hat.

Von Verena B.

Als Beispiel nannte er den „Dauerkrieg von ,Bild‘ und ,Welt‘ gegen den Mitgliederentscheid der SPD“ und sieht darin einen „Kampfauftrag“ gegen seine Partei. Höhepunkt sei die Fälschung von Unterlagen gewesen, um einen SPD-Mitgliedsantrag auf den Namen eines Hundes anzumelden. „Als ob das auf das Ergebnis einer Abstimmung von über 460.000 Mitgliedern irgendeine Auswirkung hätte“, so der irre Abgeordnete. Weiter schrieb Kelber: „Wichtige Themen und Auseinandersetzungen, z. B. über Wohnungspolitik, Gesundheitssystem, Bildung etc. werden durch regelrecht völkische Themenwahl verdrängt.“

Im Netz erhält er für diesen bullshit Zuspruch von seinen bullshit-Fans, aber noch mehr vernichtende Kritik von seinen Gegnern. Jetzt ruderte der komplett verwirrte Deutschenhasser zurück.

Der SPD-Politiker hat dem eigenen Schreiben nach den prompten Reaktionen eine Einleitung hinzugefügt, in der er sich für eine falsche Wortwahl entschuldigt. Er erklärt, dass er die Begriffe „rassistisch“ und „völkisch“ falsch gewählt habe. Auf Anfrage des General-Anzeigers sagte er: „An diesen Stellen bin ich über das Ziel hinausgeschossen.“ Er bekräftigte aber seine Meinung, „Bild“ und „Welt“ würden „mit Kampagnen Politikverdrossenheit schüren und letztlich der AfD in die Hände spielen.“

Er habe mit seinem Kommentar seine Meinung als Abgeordneter gesagt und eine Debatte anstoßen wollen. Die „Bild“ reagierte auf Kelbers Brief umgehend. Auf ihrer Internetseite veröffentlichte sie einen Bericht, laut dem die Bundesregierung sich von den Aussagen Kelbers distanziere. Kelber hat den Brief allerdings nicht in seiner Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär veröffentlicht.

Kelber wird „klassischer AfD-Stil“ vorgeworfen

Zwar unterstützen einige Kommentatoren Kelbers Thesen. Führende deutsche Journalisten sprangen allerdings der Springer-Presse bei. Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Berliner „Tagesspiegels“, twitterte: „Ein SPD-Justiz-Staatssekretär, der Verlage ,Machthaber‘ nennt, die Journalisten einen ,Kampfauftrag‘ geben, den diese selbstverständlich sofort ausführen. Was unterscheidet den eigentlich von den ,Lügenpresse‘-Krakelern bei Pegida?“

Marc Felix Serrao von der „Neuen Zürcher Zeitung“ erklärte auf gleichem Weg: „Nein, Herr Staatssekretär, die liberale Demokratie bekämpft, wer derart dumpf raunend auf Medien losgeht, die er nicht mag.“ Der Chefredakteur der „Welt“, Ulf Poschardt, reagierte auf Kelbers Vorwürfe mit den Worten: „Ich finde das ekelhaft und eigentlich klassischer AfD-Stil.“

Bei Facebook war die Diskussion zu diesem Zeitpunkt bereits in vollem Gange. Ein Nutzer warf Kelber vor, er wolle mit seinen Äußerungen die Pressefreiheit untergraben, und bescheinigte ihm ein „hetzerisches Verhalten“. Ein weiterer verglich die Thesen des SPD-Politikers mit Trumps Fake-News-Kampagne. Vor allem aber wurde Kelber Populismus vorgeworfen. Zwar sei die Kritik am Springer-Verlag vermutlich gut gemeint, schrieb eine Nutzerin, nur mangele es an der Umsetzung. Man könne anderen nicht einfach Populismus unterstellen „und selbst genauso populistisch schreiben“, so die Kritikerin bei Facebook.

Weitere Nutzer zogen sogar Parallelen zur AfD. „Erst einen raushauen und nun zurückrudern“ – das alles erinnere an die Strategie der Rechtspopulisten, kritisierte ein Nutzer. Ein anderer ging noch einen Schritt weiter. „Ein Linksextremer macht sich die Sprache der Rechtsextremen zu eigen“, lautete sein Vorwurf.

Kelber bekam auch Zuspruch

Doch Kelber erhielt auch Zuspruch über Facebook. Einige Nutzer gaben ihm recht und kritisierten die Berichterstattung der „Bild“ ähnlich scharf wie der SPD-Politiker. Diese habe „mit Journalismus rein gar nichts zu tun“, schrieb ein Nutzer. Die „Bild“ sei zudem „der Nährboden von einem ganz bestimmten politischen Spektrum“, ergänzte ein anderer. Weitere Fürsprecher dankten Kelber für seine klare Positionierung und baten den Bonner Politiker, auch in Zukunft standhaft zu bleiben.

Lügenpresse?

In der Debatte um Kelber klang auch grundsätzliche Skepsis gegenüber Medien an. Einige Nutzer betonten, dass gerade Journalisten gerne kritisierten, sich jedoch im Gegenzug nicht gerne kritisieren ließen. Ein Nutzer warf die Frage auf, ob es in Deutschland überhaupt noch Medienunternehmen gebe, denen man glauben könne: „Fast alle Tageszeitungen schreiben das gleiche“, ärgerte er sich. Wer auf Pro-Contra-Berichterstattung hoffe, könne lange warten.

Fazit:

Nur die allerdümmsten Kelber wählen ihre Metzger selber!

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...