Jerusalem: Grabeskirche aus Protest geschlossen

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Grabeskirche bis auf Weiteres geschlossen (Foto: screenshot Twitter)

Aus Protest gegen die israelische Politik gegenüber den Kirchen haben örtliche Kirchenführer die Grabeskirche in Jerusalem bis auf weiteres geschlossen. Das Gotteshaus gilt als heiligste Stätte des Christentums.

In einer am Sonntag vom griechisch-orthodoxen Patriarchen Theophilos III unterzeichneten Erklärung heißt es, die „systematische und offensive Kampagne“ gegen Kirchen und Christen habe mit der Ankündigung der Verantwortlichen in Jerusalem, Kircheneigentum wegen angeblicher Steuerschulden zu beschlagnahmen, „ein ungekanntes Ausmaß“ erreicht, berichtet Domradio.

Die Forderung nach einer Steuerpflicht widerspreche der historischen Stellung der Kirchen in Jerusalem, so mehrere Kirchenführer. Die Maßnahmen würden ihrer Meinung nach bestehende Abkommen und internationale Verpflichtungen brechen, die die Rechte und Privilegien der Kirchen garantieren.

Das Vorgehen Israels gegen die Kirchen gipfele in einem geplanten Gesetz. Es erlaubt dem Staat die Enteignung von an Privatinvestoren verkauftem Kirchenland. Dies erinnere alle an ähnliche Gesetze, die gegen die Juden in den dunklen Zeiten in Europa erlassen wurden, so die drei Kirchenvertreter.

Auch der ehemalige katholische Erzbischof von Balitmore Kardinal Edwin O’Brien schloss sich dem Protest an. Mit der Schließung wolle man gegen die „systematische Kampagne gegen die Kirchen und die christliche Gemeinschaft im Heiligen Land“ protestieren.
Der jetziger Großmeister des Ordens vom Heiligen Grab von Jerusalem O’Brien, kritisierte eine Entscheidung der Jerusalemer Gemeinde, Steuern auf 887 kirchlichen Besitztümern in der Stadt zu erheben.

„Betrachtet man internationale Verträge und Jahrhunderte der Praxis, werden alle christlichen Besitztümer, ausgenommen die Kirchen selbst, mit Dutzenden von Milliarden Dollar besteuert“, erklärte der Kardinal. „Dazu gehören Hunderte von Agenturen, darunter christliche Schulen, Krankenhäuser, Heime für Bedürftige, Gesundheitseinrichtungen und Pilgerzentren wie das Notre Dame Center in Jerusalem“, so Großmeister O’Brien.

„Viele kirchliche Vermögenswerte werden eingefroren, Bußgelder bedroht und Hunderttausende von Dollars aus christlichen Kirchen beschlagnahmt, was die christliche Praxisfreiheit stark einschränken wird“, fuhr O’Brien fort. „Dies sind Akte von beispielloser Diskriminierung von Christen.“

In seiner Ankündigung bezeichnete der Kardinal die Ereignisse der letzten Tage in Jerusalem als „alarmierend“ und beschrieb die Entscheidung, die Türen der Grabeskirche zu schließen „eine seltene und verzweifelte Initiative, das christliche Leben im Heiligen Land lebendig zu erhalten“.

„Angesichts dieser weiteren Beweise christlicher Diskriminierung“ forderte der Kardinal auch die Mitglieder seines Ordens auf, „diese antichristlichen diskriminierenden Aktionen den Regierungsführern zur Kenntnis zu bringen“. (MS)

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